03.08.2026 Aktuelles Agrar- & Verbandspolitik ca. 3 Min. Lesezeit

In Brandenburg beim Wasserverbrauch sparen – und am Ende trotzdem mehr verbrauchen

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In Brandenburg beim Wasserverbrauch sparen – und am Ende trotzdem mehr verbrauchen

Landesbauernverband warnt vor Verlagerung von Lebensmittelerzeugung und Wasserverbrauch in andere Regionen

In Brandenburg beim Wasserverbrauch sparen – und am Ende trotzdem mehr verbrauchen. Der Landesbauernverband Brandenburg (LBV) warnt vor einem Bumerang-Effekt in der aktuellen Debatte um die Novellierung des Brandenburger Wassergesetzes. Eine Politik, die Wassernutzung in Brandenburg erschwert, könne dazu führen, dass die Produktion zunehmend in andere Regionen verlagert wird – mit höheren Wasserverbräuchen und zusätzlichen Umweltbelastungen dort.

LBV-Präsident Henrik Wendorff sieht die Gefahr, dass die Diskussion derzeit zu stark auf höhere Wasserentgelte und zusätzliche Erschwernisse für Nutzer verengt wird: „Die Debatte darf sich nicht darauf reduzieren, wie man Wasser teurer macht. Wir brauchen eine Strategie, wie wir Wasser in Zeiten des Klimawandels effizienter bewirtschaften, speichern und verfügbar halten. Unser Konzept für eine Novellierung des Wassergesetzes geht deshalb deutlich weiter.“

So fordert der Landesbauernverband eine Stärkung der zweiseitigen Wasserregulierung, um in Zeiten der Extreme durch den Klimawandel sowohl auf Wasserüberschuss als auch auf Wassermangel flexibel reagieren zu können. Die Abstimmung zu Stauzielen sollte auch über regionale Staubeiräte erfolgen, wie es sie derzeit nur in wenigen Teilen Brandenburgs gibt. Zusätzlich muss Wasser verstärkt im Land gehalten werden. Die Etablierung einer vierten Reinigungsstufe und Verwendung der gereinigten Abwässer auf den Feldern sollte zukünftig flächendeckend erfolgen.

LBV-Präsident Wendorff betont die essenzielle Bedeutung der Wasserversorgung für die Landwirtschaft: „Landwirtschaft ist ohne Wasser nicht denkbar. Wenn wir unsere Tiere nicht mehr tränken oder unsere Sonderkulturen nicht mehr bewässern können, bekommen wir Fleisch oder Gemüse künftig nur noch aus anderen Regionen.“

Dass ein solches Szenario real ist, zeigt die aktuelle Lage am Schweinemarkt: Immer mehr Landwirte steigen aus der Schweinehaltung aus, manche rutschen gar in die Insolvenz. Der Konsum an Schweinefleisch sinkt aber nicht im selben Maße. Größter Profiteur ist Spanien, wo in den letzten Jahren im großen Stil Schweinehaltung neu etabliert wurde. Henrik Wendorff: „Jeder Spanien-Urlauber weiß: Dort ist es deutlich heißer und trockener als hier. Aktuelle Forderungen zum Wassergesetz in Brandenburg würden diesen Trend noch weiter befeuern. Das ist absurd.“

Das etablierte System der Wasserversorgung für die Landwirtschaft, das etwa die Nutzung von Oberflächenwasser zur Beregnung ermöglicht oder die Entnahme von Brunnenwasser für Hofstellen ohne Anschluss ans Trinkwassernetz, darf deshalb nicht durch zu hohe Kosten und bürokratische Auflagen gefährdet werden. Henrik Wendorff warnt: „Wer glaubt, durch eine Abschaffung bewährter Regeln würde Wasser eingespart, der irrt. Der Wasserverbrauch findet dann in doppelter oder dreifacher Höhe statt – nur eben nicht mehr in Brandenburg.“