Vielfaltspreis der Brandenburger
Landwirtschaft 2026 verliehen
PRESSEMITTEILUNG
(Berlin, 22.01.2026)
Zum fünften Mal ehrten der Landesbauernverband Brandenburg und pro agro - Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V. - engagierte Mitglieder aus ihren Reihen mit dem Vielfaltspreis der Brandenburger Landwirtschaft. Alljährlich würdigen die Verbände auf diese Weise die zukunftsweisenden Betriebskonzepte ihrer Mitglieder, die sich auch unter schwierigen Rahmenbedingungen und nach so manchem Rückschlag im Produktionsalltag immer wieder neu erfinden - ganz nach dem Motto: „Es gibt nur eine Richtung. Und die geht nach vorn!“, wie Preisträger Michael Kunschke es heute treffend formulierte.
Den Vielfaltspreis der Brandenburger Landwirtschaft in der Kategorie „Kommunikationstalent“ errangen die Agrofarm Goßmar eG (Dahme-Spree) und die Agrargenossenschaft Trebbin eG (Teltow-Fläming) für ihre herausragenden Konzepte der Öffentlichkeitsarbeit. In der Kategorie „Vermarktungskünstler“ räumte Michael Kunschke aus dem Landkreis Spree-Neiße mit seinem Konzept „Kartoffelkiste Kunschke“ den Preis ab. Als „Ausbildungsvielfalter“ wurden Heiko Terno und sein Team vom AWO Reha-Gut Kemlitz (Dahme-Spree) für ihre wertvolle, landesweit angesehene Ausbildungsarbeit geehrt.
Der jeweils mit 1000 Euro dotierte Preis wurde aus den Händen der Landesvorsitzenden des Brandenburger Landfrauenverbandes, Antje Schulze, der Vorsitzenden des Verbandes pro agro, Dorothee Berger, sowie von Bernd Starick, Mitglied des Vorstandes des Landesbauernverbandes Brandenburg und Vorsitzender des Fachausschusses Öffentlichkeitsarbeit vergeben. Den festlichen Rahmen bildete die Brandenburg-Halle der Grünen Woche mit großer Bühne und einem interessierten Messepublikum. Das Moderatorenteam von Antenne Brandenburg - Heimatsender in der Region und Medienpartner des Landesauftritts bei der Grünen Woche - führte mitreißend und kurzweilig durch die Zeremonie.
Die Preisträger des Vielfaltspreises der Brandenburger Landwirtschaft 2026 im Einzelnen:
Die genossenschaftlich organisierte Agrofarm Goßmar eG vereint Pflanzenproduktion, Milchviehhaltung, Bullenaufzucht und Mutterkuhhaltung, sie beschäftigt 58 Mitarbeitende, darunter fünf Auszubildende. Mit ihrem Instagram-Kanal @agrofarm_gossmar zeigt das junge Team transparent und authentisch, wie moderne Landwirtschaft heute funktioniert – im Stall ebenso wie auf dem Feld. Drohnenaufnahmen, Technikvorstellungen und verständlich erklärte Arbeitsabläufe machen die tägliche Arbeit nahbar und bauen Vorurteile ab. So schaffen sie es, Vertrauen in die Landwirtschaft zu stärken, den Berufsnachwuchs anzusprechen und auch die Direktvermarktung eigener Kartoffeln anzukurbeln.
Die Agrargenossenschaft Trebbin eG (agt) bewirtschaftet rund 4.000 Hektar Acker- und Grünland im Landkreis Teltow-Fläming und verbindet moderne Landwirtschaft mit regionaler Verantwortung. Neben Milch- und Futterproduktion sowie Marktfruchtanbau umfasst die agt weitere Standbeine wie Werkstätten, Tankstelle, Baumaschinenvermietung und ein Hotel mit öffentlicher Kantine. Mit rund 120 Mitarbeitenden stärkt die Genossenschaft Wertschöpfung und Beschäftigung im ländlichen Raum. Seit 2025 setzt die agt auf ein professionelles Kommunikationssystem mit eigener Kommunikationsmanagerin, neuer Website und stark wachsendem Instagram-Kanal @agt_trebbin. Betriebsführungen, Pressearbeit und Netzwerkarbeit schaffen Transparenz, fördern Nachwuchs und bringen Praxiswissen in politische Diskussionen ein.
Mit der Kartoffelkiste Kunschke hat Betriebsleiter Michael Kunschke nach der Einstellung der Milchproduktion 2020 erfolgreich neue Wege eingeschlagen und ein regionales Vermarktungskonzept entwickelt. Aus dem ersten Verkauf direkt aus einer einfachen Kartoffelkiste im Hofladen entstand eine Marke, die bei Kundinnen und Kunden sofort Anklang fand. Bereits im zweiten Jahr überzeugte er die Regionalmärkte von REWE und EDEKA von seinem Konzept „So schmeckt Heimat!“ und eroberte mit seinen Kartoffeln einen festen Platz in deren Sortiment. Inzwischen beliefern die Kunschkes auch Restaurants in Eisenhüttenstadt, Cottbus und der Region. Die Kartoffelkiste Kunschke steht beispielhaft für moderne regionale Wertschöpfung und gelebte Landwirtschaft zum Anfassen.
Das AWO Reha-Gut Kemlitz eröffnet jungen Menschen, Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern vielfältige Wege in die Landwirtschaft – vom Helfer bis zum Meisterabschluss – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region. Besonders hervorzuheben ist die gezielte Förderung beeinträchtigter Jugendlicher durch rehabilitationspädagogische Begleitung und zusätzlichen Förderunterricht. Das Team unterstützt Auszubildende praktisch und organisatorisch, etwa durch kostenfreien Theorieunterricht für den Traktorführerschein und kostengünstigen Wohnraum direkt auf dem Betriebsgelände. Auch berufsbegleitende Studiengänge und Meisterabschlüsse von Mitarbeitenden werden aktiv gefördert. Als engagierter Partner im Ausbildungsnetzwerk Südbrandenburg stärkt der Betrieb die praktische landwirtschaftliche Ausbildung im Land nachhaltig.