‚Offensive Ost‘: „Diese Klarheit
brauchen wir in der Diskussion um die GAP ab 2028.“

PRESSEMITTEILUNG

(Teltow, 18.01.2026) Anlässlich des 100. Jubiläums der Grünen Woche legt der Landesbauernverband Brandenburg einen politischen Schwerpunkt auch auf die Vermittlung der Besonderheiten ostdeutscher Betriebsstrukturen. Der Verband will das Messeparkett nutzen, um gemeinsam mit der Politik Lösungen für zwei gravierende Herausforderungen für die Brandenburger Landwirtschaft herbeizuführen: Auf europäischer Ebene stehen die von EU-Kommissar Christophe Hansen verfolgten Pläne zu Kappung und Degression von Förderungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 zur Diskussion − auf Landesebene die überfällige Aufhebung der Landesdüngeverordnung. Sie ist der Schlüssel, um den Betrieben rechtzeitig Planungssicherheit für die anstehenden Frühjahrsarbeiten auf den Feldern zu verschaffen.

Das heutige Treffen der Agrarminister der fünf ostdeutschen Bundesländer gemeinsam mit den Präsidenten der Landesbauernverbände Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, das vom Land Brandenburg ausgerichtet wird, sendet dafür eindeutig positive Signale. Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, kommentiert dazu:

„Mit dieser ‚Offensive Ost‘ − so wie Ministerin Mittelstädt es formuliert − stellt sich das Land sichtbar hinter die ostdeutsche Landwirtschaft und die Besonderheiten ihrer Strukturen. Diese Klarheit und auch dieses nötige Selbstbewusstsein als ostdeutsche Bundesländer brauchen wir, um in den nächsten beiden Jahren der Verhandlung zur Ausgestaltung der GAP ab 2028 unsere Interessen durchzusetzen. Gerade unsere größeren, historisch gewachsenen Agrarbetriebe sind regional verankert, wichtiger Arbeitgeber auf dem Land und somit fester Bestandteil der deutschen Agrarlandschaft. Zum Erhalt dieser Vielfalt gehört einerseits, dass die GAP auch künftig einkommenswirksam bleibt und die Mittel in voller Höhe bei den Betrieben ankommen, ohne diese willkürlich zu begrenzen. Ebenso notwendig ist, dass die Diskussion um die folgerichtige Aufhebung der Landesdüngeverordnung endet. Ich erwarte klare Aussagen, die ich unseren Mitgliedsbetrieben zum bevorstehenden Start der Düngung am 1. Februar auch vermitteln kann.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Verbandes auf der Grünen Woche ist der Dialog mit den Verbrauche- rinnen und Verbrauchern über die Unersetzbarkeit von Interessenvertretung für den ländlichen Raum. Der Landesbauernverband, der Landfrauenverband Brandenburg, der Landesjagdverband Brandenburg, das Forum Natur Brandenburg und das Forum Ländliche Räume − Netzwerk Brandenburg stehen vor einer zehn Meter langen, alle Stände verbindenden und einheitlich gestalteten Messerückwand in der Brandenburg-Halle zusammen. Sie vermitteln die gemeinsamen Anliegen von rund 6.000 Unternehmen der Land-, Wald-, Forst- und Fischereiwirtschaft, der Jagd und des Wild- tiermanagements für eine funktionierende Wertschöpfung und eine vielfältige Kulturlandschaft. Dar- über hinaus erläutern sie ihre Arbeit in Vereinen und Initiativen vor Ort, die zur Stärkung von Dorfgemeinschaften beitragen und die Lebensqualität auf dem Land verbessern.