17.04.2026 Aktuelles Agrar- & Verbandspolitik, Markt & Konsum ca. 2 Min. Lesezeit

Landwirtschaft im Sparzwang – auf Kosten ihrer Zukunft

traktoren auf dem feld

Landwirtschaft im Sparzwang – auf Kosten ihrer Zukunft
 
„Die Bundesregierung verkennt die Situation“, bringt LBV-Präsident Henrik Wendorff die Stimmungslage in den landwirtschaftlichen Betrieben Brandenburgs auf den Punkt. Durch die hohen Kosten für Diesel und Dünger bei gleichzeitig niedrigen Erzeugerpreisen agieren die Unternehmen im Modus des Kapitalverzehrens mit ungewissem Ausgang.
 
Eine Rückfrage bei den Mitgliedsbetrieben ergab:
Um die Ausgaben im Pflanzenbau zu minimieren, reduzieren sie den Betriebsmitteleinsatz bei bestimmten Kulturen zugunsten eines Qualitätsprodukts, in der Hoffnung auf den angestrebten Ertrag der bevorzugten Kultur.
Sie beschränken sich auf die gesetzlich vorgeschriebenen Lohnerhöhungen, statt leistungsstarke Spitzenkräfte mit Lohnanreizen an sich zu binden.
In den Milchviehhaltungen verursacht der drastisch gesunkene Milchpreis eine Negativbilanz, die wirtschaftlich vor den Aufsichtsgremien der Betriebe und dem Finanzamt nicht mehr darstellbar ist. In der Schweinehaltung können namhafte regionale Unternehmen den vielfachen Druck aufgrund der Konkurrenz aus europäischen Ställen, der kapitalintensiven Tierwohlanforderungen und von fehlendem Personal kaum noch abfedern. Es drohen Betriebsaufgaben.
 
Mit der Tierhaltung verschwindet die Idee der Kreislaufwirtschaft und eine Ernährung von Brandenburgs Böden mit organischem Dünger. Der auferlegte Sparzwang für die brandenburgische Landwirtschaft bremst ihre Investitionen in die Zukunft, bremst Tierwohl, Vielfalt auf dem Acker und soziale Stabilität.
 
Wendorff: „Vor dem Hintergrund dessen, was mir die Betriebe berichten, ist der Beschluss der Bundesregierung einer Entlastungsprämie von 1.000 €, zu zahlen durch die Unternehmen, an Arroganz nicht zu überbieten. Wir unterstreichen noch einmal ausdrücklich die Forderung unseres Bundesverbandes nach einer Aussetzung der CO2-Abgabe, um der gesamten Wirtschaft in Deutschland Luft zum Atmen zu verschaffen.“