Landesbauernverband begrüßt Modernisierung der Biosphärenreservat Verordnung nach 36 Jahren
Ein Untergangsszenario gegen Weiterentwicklungen zu stellen, ist der falsche Weg
Der Landesbauernverband begrüßt das Vorhaben der Landesregierung, nach nunmehr 36 Jahren die Biosphärenreservatsverordnung für das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin auf den Prüfstand zu stellen und den veränderten Bedürfnissen der Bürger, Gemeinden und Landnutzungen anzupassen.
Zahlreiche der in der Verordnung enthaltenen Regelungen, die im Jahr 1990 zur Zeit der Wiedervereinigung vor dem Hintergrund einer ungewissen Zukunft festgeschrieben wurden, sind heute nicht mehr notwendig und zeitgemäß. Sie provozieren unnötige Konflikte zwischen den Akteuren vor Ort, die im Grunde jedoch ein- und dasselbe Ziel verfolgen: Den Schutz der Schorfheide-Chorin als Natur-Kleinod vor der Haustür.
Behutsame Maßnahmen zur Förderung des Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor, des sozialen Miteinanders und einer intakten Infrastruktur stünden dem jedoch nicht entgegen, sondern verwirklichten die UNESCO-Idee „Natur schützen und gleichzeitig nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen“.
In der Vergangenheit wurden jedoch laut Berichten des Kuratoriums des Biospärenreservats nachhaltige Bauvorhaben im innergemeindlichen Bereich mit Verweis auf die Verordnung wiederholt blockiert. Genehmigungsverfahren für naturnahe Bebauungen wurden in die Länge gezogen. Klärungsbedarfe zur Finanzierung von denkmalgerechten Reparaturen im Straßenbereich stießen auf Widerstand, die Fronten zwischen den einzelnen Interessensvertretern seien verhärtet.
Henrik Wendorff, selbst als Landwirt, Bauernpräsident und Kreistagsabgeordneter in vielen Regionen des Landes unterwegs, steht für Möglichkeiten der kommunalen Weiterentwicklung und den Interessensausgleich der vielen Akteure vor Ort. Er mahnt zu Vernunft und Sachlichkeit bei der Bewertung der geplanten Anpassung.
„Nachhaltigkeit besteht aus dem Dreiklang von Ökologie, Sozialem aber auch Ökonomie. Es ist wichtig, das Leben und Arbeiten im Biosphärenreservat aus den Perspektiven aller Beteiligten zu betrachten: Die Naturschützer möchten die Natur nicht antasten, Landwirte möchten auch hybride Bewirtschaftungskonzepte verwirklichen, Anlieger möchten intakte Straßen, die Wirtschaft möchte mit nachhaltigen touristischen Angeboten Einnahmen und Arbeit vor Ort generieren. Eine Überarbeitung der Verordnung, die diesen verschiedenen Interessen Rechnung trägt, wäre für das Zusammenleben vor Ort ein großer Gewinn. Untergangsszenarien gegen Weiterentwicklungen zu stellen ist der falsche Weg."
Der Landesbauernverband als Interessenvertretung der Landwirte, die regelmäßig selbst im Kreuzfeuer verschiedener Interessen des Naturschutzes, der Gesellschaft, der Politik stehen, betont die Wichtigkeit, dass Kommunen und Bürger an einem Strang ziehen. Geleitet durch das Ziel, ihr Dorf und ihre Region für alle, die darin leben und arbeiten, lebenswert zu machen.
Landesbauernverband begrüßt Modernisierung der Biosphärenreservat Verordnung nach 36 Jahren