Landesbauernverband Brandenburg e.V. (LBV)
Presseinformation, Klaistow, 4. März 2026
35 Jahre Interessenvertretung für Brandenburg und seine Bauern –
Der Landesbauernverband Brandenburg feiert sein 35jähriges Jubiläum
Fast auf den Tag genau beging der Landesbauernverband Brandenburg am heutigen 4. März 2026 in Klaistow/Potsdam-Mittelmark sein 35jähriges Verbandsjubiläum. Gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern der ersten Stunde ließen die rund 220 Delegierten und Gäste Schlaglichter der politischen, fachlichen und gesellschaftlichen Arbeit ihrer Interessenvertretung für den landwirtschaftlichen Berufsstand Revue passieren. Ob bei der Bewältigung des Umbruchs von einer Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft im wiedervereinigten Deutschland, als Sprachrohr für den Erhalt von Wettbewerbsfähigkeit im globalen Handel, als Partner in den dunklen Zeiten von Dürren und Seuchen, oder auch im Dienst für die Gesellschaft während des Hochwassers an Oder und Elbe – in 35 Jahren vereinte der Landesbauernverband den Mut, den Widerstand, die Kraft und den Gestaltungswillen der Bäuerinnen und Bauern Brandenburgs zu der starken Stimme, die er bis heute ist.
Henrik Wendorff, seit 2016 als dritter Präsident an der Spitze des Landesbauernverbandes, würdigte die Arbeit des Verbandes, die von den vielen ehrenamtlich Engagierten als auch von einem professionellen Hauptamt in den 13 Geschäftsstellen im Land getragen wird.
„Wir können stolz darauf sein, trotz zahlreicher Widerstände und Turbulenzen eine einzigartige Agrarstruktur in Europa erhalten und geformt zu haben“, betonte er in seinem Grußwort.
Bis heute ist die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Brandenburg nahezu stabil geblieben. 1992 waren aus den vor der Wende existierenden landwirtschaftlichen Unternehmen 5.525 neu eingerichtete Betriebe und 21 Nachfolgeunternehmen entstanden (MLEUV). Die letzte statistische Erhebung im Jahr 2023 gab die Zahl von 5.370 Unternehmen an.
„Trotz nötiger, auch schmerzhafter innerbetrieblicher Strukturanpassungen und einem seit Jahrzehnten anhaltenden Rückgang der Tierhaltung im Land gelang es, stets mit neuen Ideen und Innovationen Lücken zu schließen. So steht die Landwirtschaft in Brandenburg heute beispielhaft für eine historisch gewachsene, ostdeutsche Vielfalt frei nach unserem Leitbild – unternehmerisch im Denken, bäuerlich im Herzen, unserem Eigentum verpflichtet und verwurzelt in der Region.“
Ministerpräsident Dietmar Woidke, selbst studierter Agraringenieur, kennt den Gestaltungswillen des Bauernverbandes aus eigener Erfahrung. In seinem an den Jubilar gerichteten Gruß sagte er:
„Der Landesbauernverband ist seit 35 Jahren ein konstruktiver und verlässlicher Ansprechpartner für die Landesregierung. Ich schätze diesen offenen und direkten Austausch sehr, denn eine starke, kompetente Stimme für die Anliegen der Landwirtinnen und Landwirte ist wichtig für ganz Brandenburg. Danke dafür. Die Aufgaben sind in den vergangenen Jahrzehnten nicht einfacher geworden. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam die richtigen politischen Weichen für die Zukunft unserer Landwirtschaft stellen.“
Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt, die nach der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses im Brandenburger Landtag ebenfalls persönlich zur Feierstunde kam, gratuliert mit einem Blick in die jüngste gemeinsame politische Arbeit ihres Hauses mit dem Landesbauernverband:
„Seit 35 Jahren ist der Landesbauernverband die starke Stimme für den Berufstand, seine wettbewerbsfähigen Betriebe und einen lebendigen ländlichen Raum. Für uns ist der LBV ein wichtiger Partner in der Weiterentwicklung moderner Landwirtschaft in Brandenburg, bei der Förderung regionaler Wertschöpfungschancen für die Ernährungssicherung und damit den Erhalt unserer Lebensgrundlage. Zentral ist aktuell das gemeinsame Ringen um die faire Ausgestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik ab 2028. Hier eint uns der gemeinsame Einsatz für die Brandenburger Agrarstruktur, die in den Verhandlungen nicht benachteiligt werden darf. Wir wissen um die Stärke unserer Strukturen und respektieren die Vielfalt anderer europäischer Regionen. Umso mehr setzen wir uns gegen die Vorschläge hinsichtlich Kappung und Degression ein, erwarten deren Überarbeitung und kämpfen weiter für den ländlichen Raum und die Brandenburger Dörfer. Ich kann mich glücklich schätzen, mit dem LBV einen starken Verband an meiner Seite zu wissen, um in Berlin und Brüssel kraftvoll für Brandenburg und unsere gemeinsamen ostdeutschen Positionen einzutreten.“
Am 22. Februar 1991 schlossen sich der Bauernverband und der Genossenschaftsverband der LPG des Landes Brandenburg in Kyritz zum „Landesbauernverband Brandenburg e.V.“ zusammen. Heinz-Dieter Nieschke, zuvor Vorsitzender des Genossenschaftsverbandes, wurde zum Präsidenten gewählt. Brandenburgs landwirtschaftliche Unternehmer – wie auch jene in den vier weiteren ostdeutschen Bundesländern – entschieden sich damit für „eine einheitliche landwirtschaftliche Interessenvertretung für alle Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind“ („Warberger Erklärung“, Juli 1990, DBV). Damit wurde die Grundlage für eine unabhängige, von Landwirten getragene Landwirtschaft - gleich welcher Größenordnung oder Rechtsform - sowie für eine unabhängige Interessenvertretung des Berufsstandes gelegt.