Weltwassertag 2026: „Made in Brandenburg“ braucht Wasser – und klare Regeln für die Zukunft
Anlässlich des Weltwassertags am 22. März betont der Landesbauernverband Brandenburg: Die Zukunft der Landwirtschaft im Land entscheidet sich auch an der Wasserfrage. Das auf dem letzten Landesbauerntag verabschiedete Positionspapier „Made in Brandenburg“ steht für regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und resiliente Strukturen – doch all das braucht eine verlässliche Wasserbasis und klare politische Rahmenbedingungen.
„Wasser ist die Grundlage jeder Ernte und damit auch unserer gesamten Wertschöpfung. Ohne Wasser gibt es kein ‚Made in Brandenburg‘ – und ohne ausgewogene Regeln keine Planungssicherheit für unsere Betriebe“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.
Europa setzt Impulse – jetzt braucht es Umsetzung
Mit der Europäischen Wasserresilienzstrategie rückt die EU Effizienz, geschlossene Wasserkreisläufe und bessere Datengrundlagen in den Mittelpunkt. Für den Landesbauernverband bestätigen diese Ziele den eigenen Kurs aus dem Weißbuch 2024 – Zukunftsplan Landwirtschaft.
Der Verband forderte bereits vor zwei Jahren:
- Investitionen in Regenwasserspeicher und Nutzungssysteme, um die Abhängigkeit von Grundwasser zu verringern
- Geschlossene Wasserkreisläufe, bei denen genutztes Wasser nach der Gewinnung auch wieder in die Ursprungsregion zurückgeführt wird
- die Daten zu Grundwasserständen durch digitale Erfassung der Privatbrunnen, um dadurch eine transparente und belastbare Planungsgrundlage zu schaffen
- eine moderne Wasserinfrastruktur, um Effizienz und Resilienz zu steigern – insbesondere in trockenheitsgefährdeten Regionen
Damit verbindet der LBV europäische Zielsetzungen mit konkreten Lösungen für die landwirtschaftliche Praxis in Brandenburg.
Novelle des Brandenburgischen Wassergesetzes: Belange der Landwirtschaft berücksichtigen
Mit Blick auf die geplante Novellierung des Brandenburgischen Wassergesetzes sieht der LBV einen entscheidenden Moment für die zukünftige Ausgestaltung der Wasserpolitik im Land.
Aus Sicht des LBV ist zentral, dass die Belange der landwirtschaftlichen Praxis frühzeitig und umfassend berücksichtigt werden. Nur wenn die Erfahrungen der Betriebe einbezogen werden, können tragfähige und praxistaugliche Regelungen entstehen.
„Die Ziele sind formuliert – auf europäischer Ebene wie im eigenen Weißbuch. Jetzt kommt es darauf an, diese so umzusetzen, dass sie auf den Betrieben funktionieren. Die Landwirtschaft muss Teil der Lösung sein und im Gesetzgebungsprozess Gehör finden“, so Wendorff.
Wasser ist Wertschöpfung
Der Weltwassertag 2026 macht deutlich: Wasser ist nicht nur Umweltfaktor, sondern wirtschaftliche Grundlage für regionale Produktion, stabile Wertschöpfungsketten und Voraussetzung für mehr Unabhängigkeit in der Versorgung.
Der LBV appelliert an die Landespolitik, die Novelle des Wassergesetzes praxisnah auszugestalten und die Landwirtschaft als zentralen Partner der Wasserbewirtschaftung einzubinden.