Der Landesbauernverband Brandenburg begrüßt außerordentlich die heutige Zustimmung des Bundesrates über die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz.
„Nach mehr als zwei Jahrzehnten haben wir heute diese letzte Hürde genommen, den Wolf entromantisiert und betrachten ihn nun rechtmäßig, als das, was er ist: Ein Wildtier, das in zu groß gewordenen Populationen großes Leid und erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichtet. Daher muss er endlich reguliert werden“, äußert sich Jens Schreinicke, LBV-Wolfsbeauftragter, erleichtert. „Vertretend für alle Weidetierhalterinnen und -halter im wolfsreichsten Land Brandenburg kann ich sagen: endlich hat die Politik gehandelt und die Vernunft gesiegt.“
Mit der Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ist seine Regulierung ähnlich wie bei anderen Wildtieren, die in der Land- und Forstwirtschaft Schäden anrichten, möglich. Voraussetzung hierfür ist, dass das brandenburgische Landwirtschaftsministerium nun zügig einen Wolfsmanagementplan erarbeitet, wozu es nach dem Bundesjagdgesetz verpflichtet ist. Die Bejagung wird dann in einer festgelegten Jagdzeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober gestattet, sie obliegt ausschließlich den Jagdausübungsberechtigten und ist mit der Pflicht zur Hege verbunden. In der übrigen Zeit des Jahres herrscht Schonzeit, in der schadstiftende Einzeltiere aber deutlich leichter als bisher entnommen werden können.
Jagd und Hege vereinen das Ziel, einen den „landschaftlichen landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestand“ zu erhalten sowie seine Lebensgrundlagen zu pflegen und zu sichern (§ 1, Abs 2, BJagdG). Die Aufnahme des Wolfs als jagdbare Art in das Bundesjagdgesetz zielt daher nicht auf seine Verdrängung aus der Kulturlandschaft ab, sondern auf eine Bestandsregulierung in Vereinbarkeit mit den Schutzbedürfnissen der Weidetierhalter als auch der Menschen vor Ort, vor allem in den Regionen mit hoher Wolfsdichte.
„In nächsten Schritt muss Brandenburg nun seine Wolfsverordnung aufheben, damit die Regelungen aus dem neuen Bundesjagdgesetz unmittelbar Anwendung finden können“, fordert Schreinicke. „Wir sind froh, dass Ministerin Hanka Mittelstädt hier hinter uns steht und mit ihrem Haus als Oberste Jagdbehörde die Verantwortung für die Bejagung des Wolfs in Brandenburg übernimmt. So ist ein landesweit einheitliches Management möglich. Wir erwarten nun einen klaren und unbürokratischen Managementplan zur Jagdausübung, der es uns ermöglicht, bereits zur anstehenden Jagdzeit ab 1. Juli den überhöhten Wolfsbestand zu reduzieren.“
Weltwassertag 2026: „Made in Brandenburg“ braucht Wasser – und klare Regeln für die Zukunft
Anlässlich des Weltwassertags am 22. März betont der Landesbauernverband Brandenburg: Die Zukunft der Landwirtschaft im Land entscheidet sich auch an der Wasserfrage. Das auf dem letzten Landesbauerntag verabschiedete Positionspapier „Made in Brandenburg“ steht für regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und resiliente Strukturen – doch all das braucht eine verlässliche Wasserbasis und klare politische Rahmenbedingungen.
„Wasser ist die Grundlage jeder Ernte und damit auch unserer gesamten Wertschöpfung. Ohne Wasser gibt es kein ‚Made in Brandenburg‘ – und ohne ausgewogene Regeln keine Planungssicherheit für unsere Betriebe“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.
Europa setzt Impulse – jetzt braucht es Umsetzung
Mit der Europäischen Wasserresilienzstrategie rückt die EU Effizienz, geschlossene Wasserkreisläufe und bessere Datengrundlagen in den Mittelpunkt. Für den Landesbauernverband bestätigen diese Ziele den eigenen Kurs aus dem Weißbuch 2024 – Zukunftsplan Landwirtschaft.
Der Verband forderte bereits vor zwei Jahren:
- Investitionen in Regenwasserspeicher und Nutzungssysteme, um die Abhängigkeit von Grundwasser zu verringern
- Geschlossene Wasserkreisläufe, bei denen genutztes Wasser nach der Gewinnung auch wieder in die Ursprungsregion zurückgeführt wird
- die Daten zu Grundwasserständen durch digitale Erfassung der Privatbrunnen, um dadurch eine transparente und belastbare Planungsgrundlage zu schaffen
- eine moderne Wasserinfrastruktur, um Effizienz und Resilienz zu steigern – insbesondere in trockenheitsgefährdeten Regionen
Damit verbindet der LBV europäische Zielsetzungen mit konkreten Lösungen für die landwirtschaftliche Praxis in Brandenburg.
Novelle des Brandenburgischen Wassergesetzes: Belange der Landwirtschaft berücksichtigen
Mit Blick auf die geplante Novellierung des Brandenburgischen Wassergesetzes sieht der LBV einen entscheidenden Moment für die zukünftige Ausgestaltung der Wasserpolitik im Land.
Aus Sicht des LBV ist zentral, dass die Belange der landwirtschaftlichen Praxis frühzeitig und umfassend berücksichtigt werden. Nur wenn die Erfahrungen der Betriebe einbezogen werden, können tragfähige und praxistaugliche Regelungen entstehen.
„Die Ziele sind formuliert – auf europäischer Ebene wie im eigenen Weißbuch. Jetzt kommt es darauf an, diese so umzusetzen, dass sie auf den Betrieben funktionieren. Die Landwirtschaft muss Teil der Lösung sein und im Gesetzgebungsprozess Gehör finden“, so Wendorff.
Wasser ist Wertschöpfung
Der Weltwassertag 2026 macht deutlich: Wasser ist nicht nur Umweltfaktor, sondern wirtschaftliche Grundlage für regionale Produktion, stabile Wertschöpfungsketten und Voraussetzung für mehr Unabhängigkeit in der Versorgung.
Der LBV appelliert an die Landespolitik, die Novelle des Wassergesetzes praxisnah auszugestalten und die Landwirtschaft als zentralen Partner der Wasserbewirtschaftung einzubinden.
Umgang mit geschützten Arten an Realitäten anpassen
„Die nur aufgehübschte Biberverordnung bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Menschen und Kommunen in den stark betroffenen Regionen zurück. Jetzt heißt es, beim Thema „Wildtiermanagement‘ aus dem neuen Koalitionsvertrag endlich Nägel mit Köpfen zu machen“, bewertet LBV-Präsident Henrik Wendorff die gestern veröffentlichte und für zwei Jahre gültige Biberverordnung des Landes Brandenburg.
Aus Sicht des Landesbauernverbandes ist der veröffentlichte Text nur ein einfaches „Weiter so“ aus den letzten Jahren und enthält keine Anzeichen für nachhaltige Lösungen.
Nachdem man im vergangenen Oktober bereits ein Anhörungsverfahren durchgeführt hatte, fand mit kurzer Rückmeldefrist eine erneute schriftliche Anhörung der betroffenen Landnutzerverbände mit Fristsetzung zum 11. März 2026 statt. Bereits am Folgetag veröffentlichte das Umweltministerium dann jedoch eine unveränderte Fassung.
„Zum wiederholten Male habe ich das Gefühl, dass es sich nur um eine Alibibeteiligung gehandelt hat. Man hat zwar Teile der Öffentlichkeit kurzfristig eingebunden, aber nicht wirklich angehört“, fasst Wendorff seine Enttäuschung zusammen. Selbst Anregungen aus der zwischenzeitlich veröffentlichten Biberverordnung in Baden-Württemberg wurden ignoriert. „Für uns ist das nur ein weiteres Beispiel, dass es gerade jetzt auch einen anerkannten Landwirtschaftsverband mit weitgehenden Rechten braucht. Wir wollen Partner von Verwaltung und Politik sein, aber dann müssen die berechtigten und fachlich fundierten Bedenken auch berücksichtigt werden.“
In seiner Stellungnahme zur neuen Biberverordnung schlug der Landesbauernverband u.a. vor, auf wissenschaftlicher Grundlage ein Populationsziel zu definieren und die Entnahmemöglichkeiten gemäß europäischen Vorgaben flexibler zu gestalten. In diesem Zusammenhang sollte die Frist für Vergrämungsmaßnahmen von vier auf zwei Wochen heruntergesetzt werden, um vermeidbare Schäden zu begrenzen.
Landwirtschaftliche Nutzflächen sollten explizit in den Geltungsbereich der Biberverordnung aufgenommen werden, dazu besonders konfliktreiche Anlagen der Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Pegelanlagen sowie Feuerlöschteiche. Landwirte sollen zudem berechtigt werden, Entschädigungsleistungen zu beantragen, wenn sie von Biberschäden betroffen sind. Gefordert wurde insgesamt ein strafferes Verwaltungsverfahren unter Einbezug der Unteren Jagdbehörden.
Die am 12. März amtlich veröffentlichte neue Biberverordnung nahm keinen einzigen dieser Vorschläge auf. In der Erläuterung des Anhörungsverfahrens wurde lediglich auf einen gewünschten „Pragmatismus“ der Landnutzerverbände abgestellt, dem man aus rechtlichen Gründen nicht Folge leisten könne. Es erweist sich, dass die Oberste Naturschutzbehörde nicht die Chance nutzte, eine Vereinbarkeit der berechtigten Interessen an einem zeitgemäßes Bibermanagement der vielen von Biberschäden betroffenen Akteure im ländlichen Raum anzustreben.
„Eggzellente Aussichten!“
Heiko Terno zum Vorsitzenden der Bauern Südbrandenburgs gewählt
Mit überwältigender Mehrheit wurde auf dem Bauerntag Südbrandenburg der bisherige Vizepräsident des Bauernverbandes Südbrandenburg, Heiko Terno, zum Vorsitzenden des zweitgrößten Regionalverbandes Brandenburg (nach dem neu fusionierten Bauernverband Mittelmark-Fläming) gewählt. Terno tritt damit die Nachfolge von Thomas Goebel an, Geschäftsführer der Göritzer Agrar GmbH, der 24 Jahre lang als Vorsitzender gemeinsam mit dem 18köpfigen Vorstand und einer Geschäftsstelle mit derzeit fünf Mitarbeiterinnen den Bauernverband Südbrandenburg zu dem leistungsfähigen, mitgliederstarken Verband entwickelte, der er heute ist. Thomas Goebel wird als einfaches Vorstandsmitglied die Verbandsspitze weiterhin mit seinem Sachverstand und seinem großen Erfahrungsschatz unterstützen. Als stellvertretende Vorsitzende wurden die ebenfalls langjährigen und engagierten Mitglieder Maria Wache, Hofnachfolgerin auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb in Wehnsdorf, sowie Thomas Domin, Inhaber eines Agroforst-Landwirtschaftsbetriebes in Peickwitz, gewählt.
Heiko Terno ist Geschäftsführer der AWO Reha-Gut gGmbH Kemlitz und engagierte sich seit den Gründungsjahren des Bauernverbandes Südbrandenburg als Vizepräsident an der Seite von Thomas Goebel für die Anliegen des Berufsstandes. Ein Herzensthema seiner ehrenamtlichen Arbeit ist die berufliche Bildungsarbeit für die Heranziehung kompetenter junger Fachkräfte für den immer anspruchsvoller werdenden Beruf Landwirt/in – ganz gleich, von wo aus sie starten. Quereinstieg, Inklusionsarbeit, Karriere als Meister oder Agrartechniker, auf dem Ausbildungs- und Inklusionsbetrieb AWO Reha-Gut Kemlitz bildet Heiko Terno mit seinem Team die gesamte Bandbreite beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft ab und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region. In seiner Funktion als ehrenamtlicher Vorsitzender des Bildungsvereins der Landwirtschaft Brandenburg (BVLB) setzt er die dafür notwendigen bildungspolitischen Akzente.
Seit 2009 ist Heiko zudem Vizepräsident des Landesbauernverbandes und gemeinsam mit dem Präsidenten Henrik Wendorff und dem zweiten Vizepräsidenten Christoph Plass einer der prägenden Persönlichkeiten des Bauernverbandes. Er ist Landwirt mit Leidenschaft und charismatischer Botschafter für die systemrelevanten Leistungen der Brandenburger Landwirtschaft. Sein Humor und seine Sprache sind sein Markenzeichen, sein jüngster Einsatz als Amateurschauspieler in der Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden im pro-agro-Image-Film „Eggzellente Neuigkeiten“ ist filmpreisverdächtig. Der Spot rückte den Wert der regionalen Erzeugung von Lebensmitteln auf einen Schlag ins öffentliche Bewusstsein.
Wir gratulieren herzlich zum neuen Vorsitz und wünschen Heiko Terno, Träger der Ehrennadel des Landesbauernverbandes Brandenburg und Gewinner des Mitgliederwettbewerbs um den Vielfaltspreis in der Kategorie „Ausbildungsvielfalter“ 2026, für sein zukünftiges Amt alles erdenklich Gute.
Der Bauernverband Südbrandenburg
Der Bauernverband Südbrandenburg wurde im Februar 1994 durch den Zusammenschluss von vier Kreisbauernverbänden zunächst als Bauernverband „Niederlausitz-Spreewald" e.V. gegründet. Im Februar 2009 beschloss der Verbandstag eine Umbenennung zum „Bauernverband Südbrandenburg e.V.
Das Verbandsgebiet des Bauernverbandes Südbrandenburg besteht aus dem Landkreis Dahme-Spreewald, dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis, Teilen des Landkreises Elbe-Elster und Teilen des Landkreises Teltow-Fläming. Der insgesamt 18köpfige Vorstand setzt sich paritätisch aus Mitgliedern aus jeder dieser Regionen zusammen.
Der Verband wird von rund 550 Mitgliedern getragen, davon sind 260 juristische Personen (Agrargenossenschaften, GmbH). Weitere Mitglieder sind als natürliche Personen organisierte Unternehmen, Gesellschafter verbundener Unternehmen und Privatpersonen.
Das Verbandsgebiet umfasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 129.300 Hektar, rund 75 Prozent dieser Fläche werden von den Verbandsmitgliedern bewirtschaftet.
Christoph Plass als Vorsitzender der Bauern in Oberhavel wiedergewählt
Christoph Plass wurde auf dem Kreisbauerntag Oberhavel am 10. März mit einer großen Mehrheit der rund 80 Delegiertenstimmen als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes OHV wieder gewählt. Plass ist Inhaber eines Ackerbaubetriebs in Liebenwalde und hatte das Amt seit dem Frühjahr 2024 inne. Er übernahm damals den ersten Vorsitz von Andreas Paries (Grüpahof-Hof Klein-Mutz), langjähriger Vorsitzender des KBV, der dem erfahrenen LsV-Frontmann Plass gern die Führungsrolle überließ, um sich verstärkt auf seinen Betrieb konzentrieren zu können.
Christoph Plass ist nicht zuletzt durch sein Engagement bei den Bauernprotesten 2019 und 2023/2024 bis heute bestens vernetzt und seit 2024 zudem Vizepräsident des Landesbauernverbandes. Beide, Plass und Paries, führen nun den Kreisbauernverband als bewährte Führungsspitze weiter.
Auf den neu ins Amt berufenen Vorstand der Bauern in Oberhavel wartet viel Arbeit. Die Landwirte in der Region ackern überwiegend auf sehr leichten, grundwasserfernen Böden. Ihre Wirtschaftskraft und damit auch ihre Bedeutung als Arbeitgeber und sozialer Anker in der Region steht und fällt mit guten politischen Rahmenbedingungen. Die Oberhaveler Landwirte brauchen Klarheit im Düngerecht, Kontinuität bei der europäischen Agrarförderung, sie brauchen Investitionsanreize, um ihre Betriebe zukunftsfest zu machen und den Rückhalt der Gesellschaft für ihre wertvolle Arbeit der Ernährungssicherung vor Ort in der Region.„Es ist mir ein Herzensanliegen, mich weiterhin für die Interessen meiner Berufskolleginnen und -kollegen hier in der Region einzusetzen. Die gute Organisationsstruktur des Bauernverbandes gibt uns dafür die Instrumente in die Hand. Mit dem Kreisbauernverband als Bindeglied zum Landesbauernverband können wir auf Landes- und Bundesebene, sogar bei der EU-Kommission in Brüssel unsere Forderungen an die Politik zu Gehör bringen“, betonte Plass in seiner Danksagung.
Mit in den Vorstand des Kreisbauernverbandes Oberhavel wurden gewählt: Marcel Alpers (Milchviehanlage Kremmen), Beate Stunt (ehemalige Geschäftsführerin Agargenossenschaft Grüneberg), Anja Schiemann (Liebenwalder Agrar GmbH, Arne Broja (Wildpferdgehege Liebenthal), Bernd Wunderlich (Agrar- und Tierzucht GmbH Wentikow), Nils Fischer (Agrarproduktion Neuholland) und Patrick Kluge (Landwirtschaftsbetrieb Gransee).
- Für außerordentliche Verdienste gewürdigt
- Mitgestaltung auf Augenhöhe – Landesbauernverband will gesetzliche Verankerung als „anerkannter Landwirtschaftsverband“
- 35 Jahre Interessenvertretung für Brandenburg und seine Bauern – Der Landesbauernverband Brandenburg feiert sein 35jähriges Jubiläum
- Brandenburg ist Landwirtschaft – Jetzt ist der Zeitpunkt für Veränderungen