10.04.2026 ca. 3 Min. Lesezeit

Praxis, Austausch und Innovationen im MuDIPB

Begutachtung des Strip-Till Güllebands kurz vor der Maisaussaat (Oehnaland Agrar)

Betriebstreffen bei der Oehnaland Agrargesellschaft mbH: 
Praxis, Austausch und Innovationen im MuDIPB

Am 12.05.2026 trafen sich die Demobetriebe des MuD IPB aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt bei der Oehnaland Agrargesellschaft mbH in Oehna, um sich über aktuelle Maßnahmen, Erfahrungen und Innovationen im integrierten Pflanzenbau auszutauschen. Das Treffen bot einen kompakten, aber sehr praxisnahen Überblick darüber, wie die Maßnahmen des Projekts auf den Betrieben umgesetzt und weiterentwickelt werden. Besonders deutlich wurde dabei, dass viele Ansätze nur im Zusammenspiel von Technik, Witterung, Betriebsstruktur und praktischem Know-how ihre volle Wirkung entfalten können.

Zu Beginn stellte das Julius Kühn-Institut den standortübergreifenden Blick auf alle sieben Modellregionen vor und präsentierte erste Auswertungen aus den Zwischenbefragungen. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die mechanische Unkrautregulierung mit Hacke und Striegel sowie der Zwischenfruchtanbau. Die ersten Rückmeldungen zeigen: Mechanische Verfahren werden von vielen Betrieben als wertvolle Ergänzung gesehen, stoßen in der Praxis aber häufig an Grenzen durch Witterung, enge Zeitfenster und betriebliche Abläufe. Auch der Zwischenfruchtanbau ist auf vielen Betrieben bereits fest etabliert und soll langfristig fortgeführt werden.

Anschließend stellte Lars Gärtner von der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt die Maßnahmen aus Sachsen-Anhalt vor, bevor Vanessa Wendt vom LBV einen kurzen Überblick über die brandenburgischen Maßnahmen gab. Danach übernahm der gastgebende Betrieb und präsentierte die eigenen Schwerpunkte besonders anschaulich. Die Oehnaland Agrargesellschaft mbH bewirtschaftet einen Gemischtbetrieb im südlichen Brandenburg mit Acker- und Futterbau, Milchproduktion und Biogas und setzt bereits seit Jahren auf eine breite Palette an Maßnahmen im MuD IPB. Dazu gehören unter anderem Tröpfchenbewässerung im Kartoffelanbau, Strip-Till im Mais, digitale Gelbfangschalen, Drohneneinsätze, mechanische Beikrautregulierung und der Einsatz eines AgXeed-Feldroboters.

Besonderes Interesse weckten die ausführlichen Einblicke in die kameragestützte Hacktechnik im Mais sowie in den Feldroboter AgBot von AGXEED. Normen Langenbrink von der Oehnaland Agrar berichtete, dass die mechanische Beikrautregulierung zwar zahlreiche Vorteile bietet, etwa weniger Herbizidstress und eine bessere Beikrautkontrolle zwischen den Reihen, wirtschaftlich im Maisanbau aber derzeit keine tragfähige Alternative zum chemischen Pflanzenschutz darstellt. Gleichzeitig zeigte der Betrieb, dass mechanische Verfahren gezielt dort eingesetzt werden können, wo sie das Anbausystem sinnvoll ergänzen. Beim AgBot wurde deutlich, welches Potenzial autonome Technik für einfache Feldarbeiten wie Bodenbearbeitung, Mulchen oder Tiefenlockerung hat, auch wenn der Mensch bei sensiblen Tätigkeiten weiterhin unverzichtbar bleibt.

Im Anschluss ging es trotz Regen und Hagel gemeinsam aufs Feld. Dort konnten die 16 Teilnehmenden weitere Maßnahmen des MuD IPB direkt in der Praxis ansehen. Vorgestellt wurde unter anderem die Tröpfchenbewässerung im Kartoffelanbau, die es auf einem neuen Schlag überhaupt erst möglich macht, Kartoffeln anzubauen, da der Standort bislang weder an die Kreisberegnung angeschlossen noch für herkömmliche Bewässerung geeignet war. Außerdem wurde ein mit Strip-Till bearbeiteter Schlag besichtigt, auf dem bereits ein Gülleband für die baldige Maisaussaat abgelegt worden war. So wurde anschaulich sichtbar, wie sich technische Lösungen an schwierige Standortbedingungen anpassen lassen und neue Produktionsmöglichkeiten eröffnen.

Abgerundet wurde das Treffen durch ein gemeinsames Grillen mit Fleisch vom benachbarten Fleischer aus regionaler Erzeugung. Damit endete ein fachlich intensiver und zugleich sehr geselliger Tag, der einmal mehr gezeigt hat, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen den Betrieben für das MuD IPB ist. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Innovationen im Pflanzenbau vor allem dann erfolgreich sind, wenn sie praxisnah erprobt, kritisch bewertet und gemeinsam weitergedacht werden.

Vanessa Wendt
Projektleiterin MuDIP