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Unser Agrarstandort, der uns ausmacht

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Restriktionszonen können auslaufen


(Teltow, 6.2.2025) „Es ist unnötig, dass die Restriktionszonen auch nur einen Tag länger als zwingend erforderlich aufrecht erhalten bleiben. Brandenburg ist offensichtlich wieder MKS-frei und kann damit der Stadt Berlin folgen,“ sagt LBV-Präsident Henrik Wendorff.

Mit dem festgestellten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) am 10.01.2025 in einem Betrieb in Hönow wurden dem Tierseuchenrecht entsprechend Restriktionszonen errichtet, die mindestens 30 Tage aufrecht erhalten bleiben müssen. Diese Mindestdauer läuft nun aus. Daher hat sich der LBV an Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt gewendet und fordert die Aufhebung der Restriktionszonen mit Ablauf des 11.02.2025, nachdem deutlich wurde, dass der Bund eine Verlängerung anstrebt.

„Wir schätzen ein, dass es sich um einen lokalen Einzelfall gehandelt hat, der aufgrund der Lage des Betriebs und dem schnellen Handeln im Rahmen der Seuchenbekämpfung zu keiner weiteren Ausbreitung geführt hat,“ sagt Wendorff und ergänzt: „Jeder unnötige zusätzliche Tag, an dem die Restriktionszonen als Begründung für die Nichtabholung der Schweine herangezogen werden kann, führt zu einem Betrieb, der nicht mehr Tiere halten wird. Dann war es das mit Regionalität, mit Eigenversorgung und Tieren, die unter höchsten Haltungsstandards gehalten werden. Das haben wir bei der Afrikanischen Schweinepest schon gesehen und heute wieder: wir sind offenbar aus Sicht der Bundesregierung nur der Osten.“

Hintergrund
Einige größere Unternehmen verwehren die Annahme brandenburgischer Schweine gänzlich oder nehmen sie nur sehr restriktiv an. Dadurch befinden sich aktuell nach Schätzungen des LBV mehr als 30.000 Tiere für die Lebensmittelherstellung. Diese werden bei Abholung aufgrund ihrer Größe mit Abschlägen von 50% bezahlt. Zusätzlich kommen Kosten für die längere Fütterung und zusätzliche Atteste hinzu, sodass bereits jetzt von einem Schaden in Höhe von ca. 6 Mio. € allein für Brandenburg entstanden sein dürfte.

Landesbauernverband zeichnet Sieger des Wettbewerbs „Zukunft durch Vielfalt“ um die besten Zukunftskonzepte aus


(Berlin, 24.1.2025) Drei zukunftsweisende unternehmerische Konzepte von Mitgliedern des Landesbauernverbandes Brandenburg sowie von pro agro – des Verbandes zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V. – wurden heute auf der Grünen Woche einem interessierten Messepublikum präsentiert und als herausragende Leistungen der Brandenburger Landwirtschaft ausgezeichnet.

Den Preis in der Kategorie „Klimaanpasser“ errangen Sebastian Herbst Vorstand der Agrargenossenschaft „Fläming“ eG Feldheim und sein junges Team von 30 Mitarbeitenden und vier Azubi. Sie produzieren mit ihrer Biogasanlage den Großanteil des Erneuerbare-Energien-Mixes, der das ganze Dorf Feldheim energieautark macht. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern im Dorf wurde ein Fernwärmenetz aufgebaut, das Haushalte, Gewerbe und die Viehzuchtbetriebe des Ortes mit sauberer Energie aus der Biogasanlage versorgt. Dabei wird die anfallende Wärme effizient genutzt, jährlich werden beeindruckende 259.000 Liter Heizöl eingespart. Dieses Konzept zeige, betonte Dorothee Berger, Vorsitzende des Verbandes pro agro in ihrer Laudatio, dass Landwirtschaft neben Lebensmitteln auch Innovation, Energie und Zusammenhalt liefert.

Als „Kommunikationstalent“ des Jahres 2024 wurde Stefan Bernickel, Inhaber eines familiengeführten Landwirtschaftsbetriebes, mit dem mit 1.000 Euro dotierten Preis gewürdigt. Getreu seinem Motto „Das Beste aus zwei Welten“ vereint Landwirt Bernickel konventionellen Pflanzenbau und innovative Klimaanpassungsmaßnahmen zu einer hybriden Bewirtschaftungsweise, die zugleich nachhaltig und zukunftsweisend ist. Auf seinem Instagram-Kanal @hof_beccu dokumentiert er die positiven Effekte seines Ackerns, präsentiert Regenwürmer als Zeugen funktionierenden Humusaufbaus, philosophiert über Wurzellängen und präsentiert neueste schonende Bodenbearbeitungssysteme und deren Wirkung auf Ertrag, Boden- und Pflanzengesundheit. „Stefan Bernickel vermittelt komplexe Themen aus der Welt der Landwirtschaft mit einer Leichtigkeit, die beeindruckt und motiviert“, bekräftigt Bernd Starick, Mitglied des LBV-Vorstandes, in seiner Laudatio die Entscheidung der Jury.

In der Kategorie „Vermarktungskünstler“ errang Florian Schulze, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Hoher Fläming eG Rädigke-Niemegk, mit seiner Regionalmarke „Hof Rabenstein“ den Verbände-Preis für das beste Vermarktungskonzept 2024. Florian Schulzes Ansatz „Vom Feld aufs Brot“ ist ein Paradebeispiel für regionale Erzeugung und Vermarktung in Brandenburg. Ausgesuchte Ölsaaten – Raps, Leinsamen, Sonnenblumen – aus eigenem Anbau werden in der betriebseigenen Ölmühle zu hochwertigen Speiseölen vermahlen und im Hofladen in ansprechenden Flaschen verkauft. Neben der Herstellung dieses regionalen Produkts verantwortet Florian Schulze ein landwirtschaftliches Unternehmen mit Milchproduktion, Sauenhaltung und Biogasanlage sowie eine Ausbildungssparte mit derzeit vier Azubi. „Florian Schulze verbindet handwerkliche Tradition mit modernem Unternehmergeist“, fasst Heiko Terno, Vize-Präsident des Landesbauernverbandes, in seiner Laudatio das Votum der Jury zusammen.

Der Landesbauernverband Brandenburg gratuliert den Preisträgern des Mitgliederwettbewerbs „Zukunft durch Vielfalt“ 2024 auf das Herzlichste.

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Der Landesbauernverband Brandenburg und pro agro lobten zum vierten Mal gemeinsam den Mitgliederwettbewerb „Zukunft durch Vielfalt“ in den Kategorien „Klimaanpasser“, "Ausbildungsvielfalter", „Kommunikationstalent“ und „Vermarktungskünstler“ aus.
Ziel des Wettbewerbs ist es, die Vielfalt und Leistungsstärke der landwirtschaftlichen Unternehmerinnen und Unternehmer in Brandenburg, die Mitglieder in mindestens einem der beiden Verbände sind, zu würdigen und öffentlich sichtbarer zu machen.

Keine Schlachttiere aus Brandenburg bis nächste Woche


(Teltow, 22.1.2025) „Eine Katastrophe für unsere Schweinehalter!“
So bezeichnet LBV-Präsident Henrik Wendorff das Verhalten auch der Schlachtbetriebe, aktuell keine Schweine aus Brandenburg anzunehmen, und ergänzt: „Es ist völlig egal, ob die Schlachthöfe gerade nicht hinterherkommen und Tiere aus anderen Bundesländern vorziehen, ob die Veterinärämter sich europarechtswidrig querstellen oder der Lebensmitteleinzelhandel Druck auf die Fleischindustrie ausüben will – nicht auf dem Rücken Brandenburgs! Nach der Afrikanischen Schweinepest sind die Brandenburger Schweinebetriebe bereits gebeutelt. Nun muss Minister Özdemir Rückgrat zeigen und die Abnahme von Tieren aus Brandenburg noch in dieser Woche organisieren.“

Die Mitglieder des LBV Brandenburg berichten von einer Annahmeverweigerung der Schlachthöfe für Brandenburger Schweine. Dabei werden unterschiedliche Begründungen angeführt und unterschiedliche unverbindliche Daten für die nächsten Abnahmetermine von Tieren genannt. Der Verband wandte sich daher heute sowohl an Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Mittelstädt als auch an Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir mit der Forderung, sofort das Gespräch mit den Beteiligten zu suchen und auf schnelle Lösungen zu drängen. Ziel muss es sein, dass Tiere aus Brandenburg verbindlich und ohne Verzögerungen wieder zur Schlachtung abgeholt werden.

Zwischenzeitliche Gespräche des Landesbauernverbandes zeigen erste Erfolge: die Wirtschaftspartner haben die ersten Schlachtungen Brandenburger Tiere ab Dienstag zugesagt. Darüber hinaus muss der Bund sich zügig auch mit den europäischen Partnern auf ein unbürokratisches Verfahren zur Abnahme von Tieren einigen, die aufgrund von Verwerfungen nicht mehr von deutschen Schlachtbetrieben geschlachtet werden. Das Land Brandenburg hat die Landkreise in die Lage zu versetzen, diese fach- und sachgerechten Transporte schnellstens zu genehmigen und allen Partnern die notwendigen Daten zur Verfügung zu stellen. Der Verband rechnet allein durch die ausbleibende Abnahme von Schlachttieren bereits jetzt von Schäden bei den Betrieben von wöchentlich mindestens 200.000 €, Tendenz deutlich nach oben.

„Brandenburgs Tierhaltung blutet aus“, so Wendorff. „Wir halten die Stellung im Kampf gegen die anrennenden Tierseuchen und werden dann von der restlichen Republik allein gelassen. Das kann und darf es nicht geben. Die Politik ist nun gefordert, auch die wirtschaftlichen Konsequenzen im Auge zu behalten und alle Wirtschaftspartner an ihre volkswirtschaftliche Verantwortung zu erinnern. Wir dürfen nicht das erste Opfer einer verfehlten Agrarpolitik im tierischen Bereich werden. Gerade jetzt zeigt sich, dass wir eine echt Nutztierstrategie benötigen, die auch einen Krisenplan beinhaltet.“

(Teltow, 15.1.2025) Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg bedroht die Existenz der tierhaltenden Betriebe, insbesondere in den derzeit als Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet ausgewiesenen Gebieten. Der LBV führt dazu heute eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Landwirte durch.

„Wir haben im Zuge der Afrikanischen Schweinepest schmerzhaft eine Vielzahl schweinehaltender Betriebe verloren, ohne dass auf ihren Höfen jemals die ASP ausgebrochen war. Ein für lange Zeit ungelöstes Problem waren dabei die seuchenbedingten Mehraufwendungen für die Betriebe. Darüber müssen wir heute leider wieder reden, jetzt, wo ähnliche Verwerfungen drohen. Auf dem Weg aus der Seuche dürfen wir nicht noch mehr Tierhalter verlieren“, betont LBV-Präsident Henrik Wendorff.

Als Mehraufwendungen kommen zum Beispiel Kosten für die zusätzliche Aufstallung und Fütterung der verbliebenen Tiere, für die möglichen längeren Transporte (wenn sie dann wieder erlaubt sind) oder zusätzliche Untersuchungen zu den abnehmenden Schlachthöfen in Betracht.

„Unser Appell an alle politischen Entscheidungsträger ist es, schnellstmöglich Ruhe in die Situation zu bekommen, damit es nicht zu einer unbegründeten Blockadehaltung von verarbeitenden Unternehmen kommt. Dabei müssen die Behörden weiterhin klar und deutlich mit allen Marktbeteiligten kommunizieren. Auf der anderen Seite sind schnelle und unbürokratische Schadensersatzzahlungen für die Landwirte in den Restriktionszonen erforderlich“, so Wendorff und ergänzt: „Es ist eine schwierige Zeit, und es geht um Existenzen von Menschen. Die Tierhalterinnen und Tierhalter stehen zur Seuchenbekämpfung, dürfen hierbei aber nicht alleingelassen werden.“

(Teltow, 14.1.2025) Beim ersten Treffen mit der neuen Landwirtschaftsministerin Brandenburgs, Hanka Mittelstädt, konnte der Landesbauernverband die Dringlichkeit seines 100-Tage-Programms – lanciert am 31. Dezember des letzten Jahres – in einem Gespräch auf Augenhöhe untersetzen.

„Trotz des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche können wir das Tagesgeschäft nicht vollständig vernachlässigen“, erklärt Henrik Wendorff den Anlass des Termins. „Es war wichtig, der Ministerin unsere anhaltenden Sorgen auf der wirtschaftlichen Ebene mitzuteilen. Die Betriebe benötigen neben besserer Liquidität gute Rahmenbedingungen für anstehende Investitionen. Dazu haben wir zwei klare Vorschläge gemacht: Eine gerechtere Kostenverteilung bei den Beiträgen zur Gewässerunterhaltung sowie endlich die Veröffentlichung der Richtlinie zur einzelbetrieblichen Investitionsförderung, die bereits bei der Vorgängerregierung auf Halde schmorte.“

Die Ministerin versicherte, sich der Themen genau anzunehmen, zeigte Lösungsansätze auf und ordnete mögliche Hindernisse ein. Die Vertreter des LBV Brandenburg wiesen mit Nachdruck ebenfalls darauf hin, dass die Arbeiten an der Nutztier- sowie Ackerbaustrategie für das Land Brandenburg zeitnah begonnen werden müssen. Diese Strategien sollen aufeinander abgestimmt und an den Besonderheiten des Agrarstandortes Brandenburg ausgerichtet sein.

  1. Erwartungen für die ersten 100 Tage der neuen Landesregierung

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