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Unser Agrarstandort, der uns ausmacht

Unser Imagefilm, den wir anlässlich des Deutschen Bauerntags 2024 in Cottbus produziert haben, erklärt, was die Brandenburger Landwirtschaft so besonders macht.
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(Paaren, 9.5.2025) Auf der ersten Gemeinsamen Versammlung der Landwirtschaft zum Auftakt der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) 2025 platzierten die Mitglieder von 30 landwirtschaftsnahen Verbänden ihre Vorschläge für eine progressive und entschlackte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 in Europa.

„Während uns die Frühjahrsarbeiten auf dem Acker auf Trab halten, wird an den Schreibtischen der EU-Kommission die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2028 neu ausgerichtet“, erläutert LBV-Präsident Henrik Wendorff.
„Das betrifft auch die Brandenburger Landwirtschaft. Im Gespräch sind andere Gewichtungen der Direktzahlungen, ohne dass die aktuelle Periode überhaupt richtig angelaufen ist. Wir müssen daher heute schon die wichtigsten Herausforderungen benennen, da es sonst andere machen. Diese anderen haben aber gerade nicht die ostdeutschen Strukturen im Blick. Auch werden weitere sogenannte Ökoregelungen angedacht, die die GAP nur noch komplexer und bürokratischer ohne Mehrwert für die Umwelt machen würden. Daher ist es wichtig, dass wir ab heute als ‚Macher‘ im ländlichen Raum zusammenkommen und zusammenarbeiten, um eine GAP 2028 zu bekommen, die uns unterstützt und nicht ausbremst.“

In der anschließenden Diskussion richteten die Teilnehmenden eine Vielzahl an Fragestellungen an die zur Versammlung geladene Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz, Hanka Mittelstädt. Neben der Forderung, dass das Agrarbudget stabil bleiben müsse, wurde der Fokus auf eine Neuausrichtung der zweiten Säule als auch auf die Hilfe zur Selbsthilfe gelegt. Zudem müssten bodenschonende Produktionsweisen zur Stärkung der Bodengesundheit und als Beitrag zum Landschaftswasserhaushalt ihren Weg in die künftige GAP finden.

„Aus der Versammlung heute nehme ich mit, dass eine überbordende Bürokratie im Zusammenhang mit der EU-Landwirtschaftsförderung unsere Landwirtschaftsbetriebe zunehmend in Bedrängnis bringt – bis hin zur Existenzbedrohung“, so die Ministerin. „Ich fühle mich in meiner Auffassung bestätigt und nehme aus dem heutigen Treffen die Verpflichtung mit, alle mir zur Verfügung stehenden politischen Mittel und Gesprächskanäle zu nutzen, einen deutlichen Bürokratieabbau in Brüssel zu fordern. Die anstehenden GAP-Verhandlungen bieten uns dazu die Möglichkeit. Ich freue mich, dass ich mit meiner Position nicht allein dastehe, sondern mich einig mit den anderen ostdeutschen Agrarministern weiß, die ebenfalls einen deutlichen Bürokratieabbau fordern."

Henrik Wendorff:
„Wir haben heute auch in der fachlichen Auseinandersetzung mit der Bürokratie gelernt, dass der Politik so wenig wie möglich Spielraum für weiteren Verwaltungsaufwand gegeben werden sollte. Sie kostet viel zu viel Geld. Dafür müssen wir im Berufsstand sowohl auf europäischer Ebene als auch auf Bundes- und Landesebene in den nächsten drei Jahren mit einer Stimme sprechen.“


Hintergrund
Seit Erscheinen der „Vision für die Landwirtschaft und Ernährung“ von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen im Februar dieses Jahres richten Brandenburgs Landwirte gezielt den Blick auf die zukünftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028.
Die Vision enthält viele positive Aspekte zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Unternehmen innerhalb Europas, zur Unterstützung des Generationswechsels in der Landwirtschaft und zur Förderung von Innovationen in der Landwirtschaft insbesondere im Bereich Umweltschutz.
Im Gespräch sind jedoch auch Bedürftigkeitsprüfungen, Kappung und Degression der Direktzahlungen, von denen gerade die größeren, ostdeutschen Betriebe betroffen wären.
Gleichzeitig laufen die Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen, der das Agrarbudget der EU insgesamt festlegt, und nach dem sich letztendlich alle Förderungen ausrichten müssen.
In dieser Gemengelage setzt sich der grüne Berufsstand damit auseinander, wie schon heute bestehende bürokratische Hürden in der GAP beseitigt werden können, sodass die GAP verschlankt wird und Mittel frei werden.

(Groß Kreutz, 15.4.2025) Als zukunftsweisend für die Branche bewertete LBV-Präsident Henrik Wendorff den Landesentscheid des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend, der heute in der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung (LVAT) in Groß Kreutz ausgetragen wurde.

„Wir haben heute live erlebt, dass Landwirtschaft jungen Menschen ein für sie interessantes Arbeitsumfeld bietet. Komplexe Landtechnik beherrschen, Tiere bestens versorgen, Pflanzenbestände auf Qualität und Ertrag für unsere Ernährung einschätzen und Landwirtschaft für die Öffentlichkeit präsentieren – das alles haben die Kandidatinnen und Kandidaten beim heutigen Landesentscheid unter Beweis gestellt.“

Insgesamt 14 Azubi der Land- und Tierwirtschaft, die sich zuvor in den Regionalentscheiden an den fünf Berufsschulen des Landes aus rund 200 Teilnehmenden qualifiziert hatten, rangen um die Delegation zum Bundesfinale.
Sie maßen sich in acht Disziplinen, deren Inhalte dem beruflichen Alltag einer Landwirtin bzw. eines Tierwirts entsprechen. So sollten die jungen Kandidatinnen und Kandidaten an der Station „Tierbeurteilung“ die Gesundheits- und Leistungsmerkmale von Milchkühen beschreiben. Bei der Teamaufgabe „Geschicklichkeit“ galt es, den Schlepper im Rückwärtsgang erfolgreich an einen Anhänger anzukoppeln. Bei der Bonitur im Getreideschlag sollten unerwünschte Beikräuter wie Beifuß oder Hirtentäschel identifiziert und die vegetative Entwicklung der angebauten Kulturpflanzen eingeschätzt werden.

Den 1. Platz und damit den begehrten Platz für die Delegation zum Bundesentscheid im Beruf Landwirt erkämpfte sich Finn Klähr vom Landwirtschaftsbetrieb Golzow.
Für den Beruf Tierwirt werden die Gewinner des 1. und 2. Platzes entsendet. Platz 1 errang Justin Lagansky von der Agrargenossenschaft Neuzelle, Platz 2 errang Leonard Kallmeier von der Agrar GmbH Fehrbellin. Wir gratulieren!

Die 13 ehrenamtlichen Richterinnen und Richter aus den Landwirtschaftsschulen, Oberstufenzentren, Kreisbauernverbänden und Landwirtschaftsbetrieben im Land sowie vom Kompetenzzentrum Landwirtschaft und ländlicher Raum AgrarAktiv, die ihre Zeit heute dem Berufsnachwuchs widmeten, bewerteten die Mitwirkung der Teilnehmenden als ausgesprochen „motiviert, teamfähig und kommunikationsstark.“ Besonders hätten sie sich bei der Prüfungsaufgabe „Präsentation“ bewährt, in der ein bestimmtes Fachthema frei besprochen werden konnte. Detlef May, Leiter der LVAT und gemeinsam mit dem Landesbauernverband Ausrichter des Landesentscheids, misst dieser Schulung von Kompetenzen für die Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft mindestens ebenso viel Bedeutung bei wie der fachlichen Ausbildung:

„Ich freue mich, dass wir hier heute sehr gute Auszubildende erleben durften, die sich motiviert den Anforderungen eines zukünftigen Landwirts oder einer zukünftigen Tierwirtin stellen. Der Berufswettbewerb dient nicht nur zur Auswahl der Besten, er trägt auch dazu bei, die kommunikativen Fähigkeiten der jungen Teilnehmenden zu schulen. Eine theoretische Aufgabe im Wettbewerb ist zum Beispiel auch die Präsentation landwirtschaftlicher Fakten. Die zukünftigen Landwirte sollen anschaulich vermitteln können, wie vielseitig, leistungsfähig und nachhaltig unsere Land- und Tierwirtschaft ist. Das ist die beste Voraussetzung, um den schwierigen Rahmenbedingungen zu trotzen und auch in Zukunft die Landwirtschaft in unserer Region nicht nur zu erhalten, sondern auch weiterzuentwickeln.“

Die persönliche Würdigung der teilnehmenden Auszubildenden war für Hanka Mittelstädt, Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz im Land Brandenburg, eine Ehrensache:

„Die Auszubildenden der Land- und Tierwirtschaft haben sich für ein höchst abwechslungsreiches Berufsfeld entschieden. Gefragt sind in der Branche nicht nur Engagement, sondern auch Kreativität und die Bereitschaft, sich mit den neuesten Technologien auseinanderzusetzen. Denn die Landwirtschaft wendet in vielen Bereichen längst innovative High-Tech an. Davon zeugt auch dieser Berufswettbewerb. Erfolgreiche landwirtschaftliche Betriebe, ob konventionell oder bio, haben großen Bedarf an exzellent ausgebildeten Fachkräften, die aktuelles Wissen zu modernesten Technologien mitbringen. Die Landwirtschaft ist aktuell nicht in dem Maße vom Rückgang der Ausbildungszahlen betroffen, wie andere Branchen. Das ist ein glücklicher Umstand und spricht für die hohe Qualität der Ausbildung, die wir unbedingt erhalten und weiter verbessern wollen. Der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend, der durch viel ehrenamtliches Engagement getragen wird, kann durch die große Wertschätzung der Leistungen dabei helfen, die Auszubildenden weiter zu motivieren. Ich gratuliere allen Siegerinnen und Siegern und bin sicher, dass sie mit ihrem Engagement dazu beitragen, andere junge Menschen zu motivieren, zu den Besten ihres Faches gehören zu wollen."

Das Bundesfinale des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend findet vom 2. bis 6. Juni 2025 in Bad Sassendorf in Nordrhein-Westfalen statt. Brandenburg entsendet insgesamt fünf Azubi, die sich dort mit den Top-Talenten aus allen Bundesländern messen werden: einen Landwirt, zwei Tierwirte und zwei Forstwirte, deren Landesentscheid am 16. April 2025 durchgeführt wird.

Henrik Wendorff: „Ich als Landwirt, der schon einige Berufsjahre hinter sich hat, schaue mit Respekt und Stolz auf diese Azubi, die in der Landwirtschaft ihre berufliche Zukunft sehen. Wir freuen uns auf euch in unseren Betrieben! Den drei Gewinnerinnen und Gewinnern des heutigen Landesentscheids drücke ich beide Daumen und wünsche viel Erfolg für den Bundesentscheid in Nordrhein-Westfalen.“

Hervorragendes Krisenmanagement und wichtige vorwärtsweisende Impulse treffen auf dringende Aufgaben für das Landwirtschaftsministerium. Entschlossenes Handeln beim Bürokratieabbau gefordert.

(Teltow, 28.3.2025) Acht-Punkte-Check
Positive Impulse, aber weiterhin dringenden Handlungsbedarf bilanzierte der LBV beim Check der acht Forderungen zum Start der Amtszeit der Ministerin. Er begrüßte ausdrücklich die Veröffentlichung der Richtlinie zur einzelbetrieblichen Investitionsförderung, die nach langem Stillstand endlich Investitionsimpulse in der Branche auslösen könnte. Enttäuscht wurde die Erwartung, mit zügigen ministeriellen Abänderungen der Verordnungen zu den Gewässerunterhaltungsbeiträgen sowie zur Wirtschaftsdüngermeldeverordnung sofort positive Fakten für die Betriebe zu schaffen.

„Mit der Erlassung der Richtlinie für einzelbetriebliche Investitionen noch in den ersten 100 Tagen der neuen Legislatur ging für uns buchstäblich das Licht im Tunnel an“, betont LBV-Präsident Henrik Wendorff. „Nachdem die vorige Hausleitung uns über ein Jahr auf dieses wichtige Förderprogramm hat warten lassen, erhalten unsere Betriebe endlich Anreize, wieder zu investieren, besonders in der Tierhaltung. Wir wollen Erfolge unserer Unternehmen vermelden und nicht die Geschichten ihres Aufgebens erzählen! Was uns nach diesen 100 Tagen jedoch weiter umtreibt, ist die ungerechte Verteilung der Gewässerunterhaltungsbeiträge, die irre Bürokratie in der Wirtschaftsdüngermeldeverordnung und fehlende Auszahlungen von Wolfsriss-Entschädigungen. Unser Verständnis dafür, warum diese formalen Angelegenheiten nicht schneller erledigt werden können, ist begrenzt.“

Neue Pläne für die Tierhaltung erforderlich
Der Landesbauernverband begründete zudem die dringende Notwendigkeit, eine Nutztierstrategie für das Land Brandenburg aufzulegen. Die Ministerin und der MKS-Krisenstab bewiesen ihre Kompetenz für ein erfolgreiches Krisenmanagement. Deutliche Defizite der Verwaltung wurden jedoch beim Krisenmanagement auf den Betrieben sichtbar.
„Im MKS-Krisenmodus haben die Ministerin und der MKS-Krisenstab hervorragende Arbeit geleistet, damit das System Tierwirtschaft international wieder funktionieren kann“, bekräftigt LBV-Vorstandsmitglied Benny Hecht. „Bei den Betrieben vor Ort zeigten sich jedoch die Schwächen in unserem System: Fehlende Schlacht- und Verarbeitungsstätten, Kräfte zehrendes Zuständigkeitsgerangel auf Kreisebene, und vor allem fehlende Konzepte für Entschädigungen im Seuchenfall. Dass Entschädigungen für die hohen wirtschaftlichen Verluste zwar in Aussicht stehen, bis heute aber ausgeblieben sind, stellt die betroffenen Betriebe vor enorme Herausforderungen.“

Der Landesbauernverband fordert daher für Brandenburgs Tierhaltung eine Nutztierstrategie, die diese Systemfehler behebt. In der Strategie sollen zudem Maßnahmen für die Erhöhung des Tierbesatzes von derzeit 0,4 auf 0,8 Großvieheinheiten beschrieben und die Gründung eines Kompetenzzentrum zur Stärkung von Beratung und Forschung zur Nutztierhaltung anvisiert werden.

Realistischer Blick auf den Landschaftswasserhaushalt
Die Themen Wassermanagement, Wiedervernässung, Bereitstellung von Wasserressourcen für die Landwirtschaft werden enorm an Brisanz gewinnen, prognostiziert Vizepräsident Christoph Plass mit Blick auf die anstehende notwendige Ausrichtung der Agrarpolitik. Vor allem müsse beim Thema Moor ein neuer, realitätsbezogener Dialog zu den sozialen und ökonomischen Herausforderungen von Wiedervernässungsvorhaben in Gang gesetzt werden.

„Die ambitionierten Moorschutzvorhaben der alten Regierung wurden in der Fläche nicht gut kommuniziert und hinterließen breite Gräben zwischen Landnutzern, Bürgerinnen und Bürgern und den Naturschützern. Es zeigte sich auch, dass die versprochenen Vermarktungskonzepte für Paludikulturen bisher nicht umsetzbar sind. Wir brauchen realistische Zielsetzungen bei anstehenden Vorhaben. Wir brauchen insgesamt im Diskurs über die Nutzung, die Verfügbarkeit und Rückhaltung von Wasser im Land eine wirklich vorausschauende Herangehensweise mit den Fachleuten aus allen Interessengruppen.“

Fazit
Der LBV bleibt Treiber bei der Ausgestaltung seines Zukunftsplans Landwirtschaft und erwartet insbesondere auch von den Abgeordneten im Brandenburger Landtag, sich in diesen Prozess einzubringen. Von der Landesregierung erwartet er, die Arbeitsgespräche zum Bürokratieabbau mit den jeweiligen zuständigen Ressorts konsequent weiterzuführen. Vom Landwirtschaftsministerium müsse eine Brandenburger Nutztierhaltungsstrategie in Verbindung mit einer Ackerbaustrategie auf den Weg gebracht werden, um Brandenburgs Land- und Tierwirtschaft zukunftsfest zu machen.

„Wir müssen im Arbeitsmodus bleiben und Ziele umsetzen – die Zukunft der Brandenburger Landwirtschaft steht auf dem Spiel", betont LBV-Präsident Henrik Wendorff.

(Teltow, 26.3.2025) Unter dem Eindruck des Rückzugs von Günther Felßner, Präsident des Bayrischen Bauernverbandes, aufgrund der kriminellen persönlichen Übergriffe auf seine Person bekundet der Landesbauerverband Brandenburg seine tiefe Solidarität mit dem Verbandskollegen.

Der LBV sieht angesichts dieser Geschehnisse die dringende Notwendigkeit, das rücksichtlose, respektlose und vor allem illegale Handeln der selbsternannten Aktivistinnen und Aktivisten, die auf das Betriebsgelände sowie private Grundstück des Kollegen eingedrungen sind, strafrechtlich zu ahnden, jedoch auch in der Öffentlichkeit gebührend zu analysieren.

„Wir stellen erneut fest, dass im öffentlichen Diskurs bei manchen strafbaren Handlungen so genannter Tierschützer und Klimaaktivisten mit zweierlei Maß gemessen wird und diese milder beurteilt werden, als wenn ein Berufskollege sich als Experte und Praktiker an öffentlichen Debatten beteiligt“, äußert sich Henrik Wendorff, Präsident des LBV Brandenburg.

„Wo bleiben die Äußerungen der Betroffenheit und des Aufrufs zum demokratischen Miteinander von unseren Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitkern zum Vorgehen dieser Mitglieder von NGOs, die nachts mit grellem Taschenlampenlicht unsere Tiere erschrecken oder uns auf unserem eigenen Grundstück bedrohen? Es erfüllt uns mit großer Sorge, wie salonfähig dieses perfide Vorgehen in unserer Gesellschaft geworden ist. Und wir sind geradezu entsetzt, was für ein rückständiges Bild diese Menschen ganz offensichtlich von der Landwirtschaft haben. Wir finden es sehr gefährlich, wie haarsträubende Unwissenheit über die Abläufe in der Urerzeugung von Lebensmitteln zu derartigen Straftaten verleitet.“

Der LBV fordert eine wertfreie mediale Aufarbeitung der Geschehnisse, die Ahndung der Straftäterinnen und Straftäter, verstärkte öffentliche Wissensvermittlung über die Funktionsweise einer systemrelevanten Branche und – nicht zuletzt – die Anteilnahme der Bundesregierung, der Politikerinnen und Politiker sowie aller anständigen Bürgerinnen und Bürgern an der persönlichen Betroffenheit von Günther Felßner und seiner Familie.

(Teltow, 14.3.2025) Auf dem Verbandstag des Bauernverbandes Südbrandenburg äußerten mehrere Betriebsleiter ihre Befürchtungen zu den negativen Auswirkungen auf die sozialen Strukturen im ländlichen Raum, wenn die Tierwirtschaft nicht mehr Teil des Dorfes ist.

Der ländliche Raum blutet weiter aus. Nicht nur der Entschluss, sich von hochwertigen Milch- und Mutterkuhherden zu trennen, die der Stolz der Unternehmen und der anliegenden Ortschaften waren, sei emotional schwer zu bewältigen. Mit den Milchkühen verlassen auch erfahrene Fachkräfte der Tierwirtschaft den Betrieb, typisch ländliche Arbeitsplätze fallen weg. Die notgedrungene berufliche Neuorientierung dieser Fachkräfte führt sie in vielen Fällen in umliegende Städte, weg aus der Dorfgemeinschaft.

Beschäftigte der Landwirtschaftsbetriebe sind jedoch auch tagsüber verfügbare Kameradinnen und Kameraden vieler Freiwilliger Feuerwehren und erfüllen dort einen unverzichtbaren Dienst. Darüber hinaus geht ländliche Wertschöpfung außerhalb isolierter Großansiedlungen verloren. Gerade Landwirtschaftsbetriebe sind mit den Vereinen vor Ort sehr gut vernetzt und fallen nicht selten als Unterstützer oder sogar Sponsoren auf. Die Tierhaltung in der unmittelbaren Umgebung als identitätsstiftende Wirtschaftsform gäbe es nicht mehr, beklagten die Teilnehmer.

Auch die Wertschöpfungskette von Schlachtereien bis zur nachgelagerten Verarbeitung sowie die Molkereien als wichtige Zweige der Ernährungswirtschaft leiden unter dem Rückgang der tierischen Erzeugung im Land, bestätigte Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstadt, die als Ehrengast auf dem Südbrandenburger Verbandstag geladen war. Ihr Haus setzt sich mit Hochdruck für den Erhalt des noch einzigen größeren Schlachthofs im Land in Perleberg ein.

Lars Schmidt, Vorsitzender des LBV-Milchbeirates und Rinderzüchter fordert eine Kehrtwende in der Tierwirtschaftspolitik:
„Wir müssen das Ruder jetzt herumreißen und uns überlegen, wie tierische Erzeugung wieder ein erfolgreicher Wirtschaftszweig in Brandenburg werden kann. Es ist doch unfassbar, dass wir nach den letzten fünf Jahren weiter von einem Selbstversorgungsgrad der Hauptstadtregion Berlin Brandenburg entfernt sind als jemals zuvor. Wir brauchen jetzt einen Maßnahmenplan zur Rettung der Nutztierhaltung in Brandenburg. Wir haben die Strukturen, wir haben enthusiastische Azubi, die mit Tieren arbeiten möchten, wir haben dankbare Konsumenten. Was uns fehlt, sind die politischen Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Das Landwirtschaftsministerium muss daher eine dringend benötigte Nutztierstrategie für das Land Brandenburg angehen. Wir haben unsere Unterstützung bei der Erarbeitung angeboten.“

In seinem Weißbuch 2024 – Zukunftsplan Landwirtschaft, das auf dem Landesbauerntag 2024 verabschiedet wurde, hatte der LBV bereits eine Vielzahl notwendiger Inhalte angesprochen. Darunter zählen Rahmen- und Förderbedingungen für Stallbauten, Sanierungsmaßnahmen bestehender Infrastruktur, die Tierseuchenbekämpfung und die ausreichende zahlenmäßige Versorgung durch Großtierveterinäre. Damit einhergehen muss auch eine eigene Leguminosenstrategie, um regional Eiweißfutter zu produzieren. All dies soll in einem Kompetenzzentrum Nutztierhaltung münden.
„Wir brauchen wieder eine Perspektive für die Tierhaltung. Die Luft wird immer dünner!“, unterstreicht Schmidt.


Hintergrund
Während der LBV Brandenburg bei der Erarbeitung seines Zukunftspapiers „Der neue Brandenburger Weg“ im Jahr 2020 noch von ca. 137.000 Milchkühen in Brandenburg ausgegangen ist, wies das Amt für Statistik im Statistischen Bericht, der alle drei Jahre erscheint, zum 01.03.2023 schon nur noch 121.800 Milchkühe in Brandenburg aus. Dies ist ein Verlust von mehr als 11 % in weniger als 3 Jahren. Dabei verringerte sich die Zahl der Betriebe mit Milchkuhhaltung in derselben Zeit um mehr als 27 % von 384 auf nur noch 280 Betriebe. Zwischen 2010 und 2023 verringerte sich der Gesamtrinderbestand, d.h. Milch- und Mutterkühe, um fast 25 %. Ähnlich verhält es sich bei den im Land Brandenburg gehaltenen Schafen.
Bei den gehaltenen Schweinen ist dies im selben Zeitraum noch dramatischer. Dort ging die Gesamtzahl um mehr als ein Drittel der gehaltenen Tiere zurück. Auch die Betriebszahl sank von 405 Betrieben im Jahr 2020 auf 340 im Jahr 2023, was einem Verlust von ca. 17 % entspricht.
Trotz der, über lange Zeit gewachsenen Geflügelbestände lag auch die Zahl der im Jahr 2023 gehaltenen Geflügeltiere fast 5 % unter dem Niveau von 2010.

  1. Landesbauernverband begrüßt Einrichtung der Eindämmungszone
  2. Schnellere Baulandausweisung hätte Folgen für die Landwirtschaft
  3. Wie Brandenburgs Bauern ihre Böden schützen
  4. Die 11 dringendsten Maßnahmen für den Bürokratieabbau

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