Tesla will Kiefernwald roden und Mischwald aufforsten (lassen)

Meinung

Für die Gigafactory von Tesla müssen wohl rund 160 ha Wald gerodet werden. Dafür muss an anderer Stelle eine Aufforstung erfolgen - soweit die Gesetzesvorgaben. Wenn dieser Wald auch noch artenreicher Mischwald ist, könnte man auch mit Blick auf die Biodiversität zufrieden sein.

Das Problem sind allerdings, egal ob bei Tesla, Windkraftanlagen oder Wohnbebauung generell die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Diese finden, wie auch die Aufforstungen, überwiegend auf landwirtschaftlichen Flächen statt. Damit werden Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung und der Nahrungsmittelproduktion entzogen. Es handelt sich um „Flächenfrass“.

Hier muss generell ein Umdenken stattfinden. Landwirtschaftliche Flächen sind wertvoll und nicht unbegrenzt für alle anderen möglichen Zwecke verfügbar. Die Flächen werden für Ernährung benötigt. Wird Acker oder Grünland entzogen heißt dies auch, dass von immer weniger Fläche mehr produziert werden muss. Auf den verbleibenden Flächen muss immer effektiver und intensiver gewirtschaftet werden, was dann wieder Kritiker der modernen Landwirtschaft auf den Plan ruft.

Wie wäre es, wenn auch landwirtschaftliche Flächen eine Art Schutzstatus erhalten um den Flächenfraß einzudämmen. Ein Vorstoß in diese Richtung hatte der Verband gemacht, in dem wir bei der Regionalplanung bzw. beim Landesentwicklungsplan  soetwas wie einen Status" landwirtschaftliche Vorrangfläche" einführen wollten.

Ein weiterer Weg, um den Flächenfrass zu reduzieren, wären mehr produktionsintegrierte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Damit würde man erreichen, dass nicht jedes neue Gewerbegebiet, jede neue Wohnsiedlung oder jede neue Fotovoltaikanlage einen zusätzlichen Flächenverlust für die Landwirtschaft zur Folge hat. Statt dessen gäbe es Unterstützung für vielfältigere Fruchtfolgen, Agrarforstsysteme, evtl. auch reduzierten Düngereinsatz oder ähnliche Dinge. Und für den Wald könnte dies bedeuten, dass künftig vorrangig in den Waldumbau investiert wird. (UB)

In Deutschland gingen seit 1992 fast 1.300.000 ha landwirtschaftliche Fläche verloren. Dies entspricht etwa der Landwirtschaftsfläche des gesamten Landes Brandenburg.