Start Meldungen Die Jagd in den ASP-Gebieten muss endlich beginnen

Die Jagd in den ASP-Gebieten muss endlich beginnen

Der ASP-Verdachtsfalls in Groß Glienicke von Freitag letzter Woche lenkt die Aufmerksamkeit auf eine realistische Perspektive. Eine geographisch sprunghafte Ausbreitung des Seuchengeschehens über mehrere hundert Kilometer ist durchaus möglich. Grund hierfür ist der Faktor Mensch. Ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen mit virushaltigem Fleisch, das von einem Wildschwein aufgenommen wird, so oder so ähnlich könnte die Afrikanische Schweinepest in jede Region in Deutschland eingeschleppt werden. Das wäre eine Katastrophe für noch mehr Landwirte, insbesondere für die Schweinehalter.


Um im Ausbruchsfall die Seuche effektiv bekämpfen zu können, muss der Schwarzwildbestand insgesamt stark reduziert werden. Je geringer die Wildschweindichte, desto geringer die Gefahr der Ausbreitung des für Wild- und Hausschweine tödlichen Virus. Dies muss auch präventiv in den nicht betroffenen Gebieten realisiert werden. Wie konkret das geschehen kann, dazu regen wir Gespräche zwischen den Beteiligten an. Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Jäger sind bei weitem nicht ausreichend, wenn wir die Wildschweinbestände so dezimieren wollen, wie es notwendig ist. „Die Jäger benötigen Unterstützung über die Zahlung von Abschussprämien hinaus. Ein wesentlicher limitierender Faktor bei der Schwarzwildbejagung ist die Zeit. Jagd ist ein Ehrenamt und für berufstätige Jäger sind die Möglichkeiten begrenzt. Für dieses Problem gilt es gemeinsam nach tragfähigen Antworten zu suchen.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.


In den ASP-Gebieten muss der Zaunbau endlich abgeschlossen werden, damit in den Kerngebieten und in den weißen Zonen mit der Reduzierung des Wildschweinbestandes gegen Null begonnen werden kann. Diese sollte bis zu Beginn der Frühjahrsbestellung abgeschlossen sein, so Wendorff weiter.
Am vergangenen Freitag wurde ein ASP-Verdachtfall in Groß Glienicke öffentlich, der sich nach eingehenden Untersuchungen durch das Friedrich-Löffler-Institut am Samstag als Fehlalarm herausstellte.