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Brandenburger Bauern entwerfen Zukunftsperspektive Landwirtschaft 2030

Pressemeldung

Teltow, 26.11.2020. Die 156 Delegierten des Landesbauernverbandes Brandenburg haben sich in ihrer Online-Mitgliederversammlung auf ein Angebot für einen Zukunftsvertrag über die Land- und Ernährungswirtschaft für die Hauptstadtregion verständigt. Es trägt den Titel „Der neue Brandenburger Weg“ und formuliert Zukunftsperspektiven für die Landwirtschaft 2030.

Die Brandenburger Bauern erklären sich bereit,

schrittweise mehr regionale Ernährungsverantwortung für die Hauptstadtregion Brandenburg Berlin zu übernehmen. Sie sehen darin eine Chance für mehr Nachhaltigkeit und auch eine Zukunftsperspektive für sich selbst. Gerade vor dem Hintergrund der vergangenen schwierigen Jahre, in denen viele Berufskollegen unverschuldet gezwungen waren, aus der Tierhaltung auszusteigen.
Der in einer Broschüre zusammengestellte Text enthält innovative Vorschläge für die Bereiche Ackerbau und Tierhaltung und formuliert die dafür notwendigen Rahmenbedingungen. Dem Themengebiet „Tierschutz und Tiergesundheit in der Nutztierhaltung“ wird ein extra Kapitel gewidmet, ebenso weiteren wichtigen Zukunftsthemen, wie Biodiversität, Klima, Bewässerung, Kreislaufwirtschaft und Arbeitskräftepotenziale.

Im Bereich der Schweinehaltung etwa, bieten die Brandenburger Landwirte an, unter wissenschaftlicher Begleitung Kriterien für einen „Brandenburger Tiergesundheits- und Tierwohlstall“ zu definieren und dabei ein Kastrations- und Kupierverzicht in Aufzucht und Mast als Ziele zu formulieren. 
Dem zu erwartenden Rückgang der Sauenplätze von 30 Prozent in der klassischen Haltung bis 2030 könnte mit dem Aufbau von jährlich ca. drei Prozent „Tierwohlstall-Plätzen“ begegnet werden. Ein Ziel wäre, in geschlossenen Systemen oder engen Kooperationen regionale Tierwohlstall-Ferkel zu produzieren. Bis zum Jahr 2030 könnten so mindestens 300.000 Tierwohl-Ferkel bis zur Schlachtreife für die Versorgung der Hauptstadtregion gemästet werden. Notwendige Voraussetzung dafür wären eine Sonderförderung zum Aufbau von Tierwohl-Stall-Kapazitäten, der Aufbau einer regionalen, konzernunabhängigen Schlacht- und Verarbeitungsstruktur sowie eine faire Preisfindung für das Mehr an Tierwohl.
„Mit dem neuen Brandenburger Weg reichen die im LBV organisierten Bauern den Verbraucherinnen und Verbrauchern in der Hauptstadtregion die Hand. Sie zeigen auf was möglich ist, wenn in der Politik die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden. Bleibt bei den Rahmenbedingungen jedoch alles wie es ist, haben unsere Vorschläge keine Chance auf Umsetzung. Unser Angebot liegt auf dem Tisch.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.