Start Meldungen Kappung und Degression bei der GAP wären ein Schlag für die Brandenburger Landwirtschaft

Kappung und Degression bei der GAP wären ein Schlag für die Brandenburger Landwirtschaft

Teltow, 23.10.2020. Derzeit läuft die Abstimmung im europäischen Parlament über Positionen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2020. Sie bilden die Basis für Verhandlungen mit dem  Europäischen Rat.
Der Landesbauernverband Brandenburg warnt in diesem Zusammenhang vor Entscheidungen, die das unternehmerische Handeln und die Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Betriebe weiter gefährden. „Ich fordere die Brandenburger EU-Parlamentarier deshalb auf, sich gegen die Forderung nach Kappung der Direktzahlungsmitteln ab einer bestimmten Betriebsgröße zu wenden

und damit die Brandenburger Agrarstruktur sowie den ländlichen Raum weiter zu schädigen.“, erklärt Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg. Europa und insbesondere auch Deutschland zeichnen sich durch eine erhaltenswerte Vielfalt an Agrarstrukturen aus. Eine Kappung der Direktzahlungen in Abhängigkeit von der Flächenausstattung der Landwirtschaftsunternehmen wird von den ostdeutschen Bauernverbänden insgesamt abgelehnt. Im Interesse eines nachhaltigen Wirtschaftens im ländlichen Raum ist den spezifischen Bedingungen in den Regionen Rechnung zu tragen.
Der Europäische Rat hatte sich bereits vor zwei Tagen nach zähem Ringen auf einen Standpunkt zur gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 verständigt. Er sieht bereits eine Verschärfung von Klima- und Umweltauflagen für die Landwirtschaft vor. Der bürokratische Aufwand für die landwirtschaftlichen Betriebe wird ebenfalls zunehmen, für größere Unternehmen stärker als für kleinere. Kleine landwirtschaftliche Betriebe sollen teilweise von Auflagen entlastet werden.
In der neuen GAP werden mehr Mittel in den Umwelt- und Klimaschutz fließen. Teilweise sollen höhere Anforderungen auch ohne finanziellen Ausgleich gelten. Mit Blick auf die Agrarstruktur ist es bereits heute so, dass ein kleinerer Landwirtschaftsbetrieb pro Hektar eine höhere Förderung erhält als ein größerer Betrieb. Durch die Umverteilung von Mitteln hin zu kleinen Strukturen werden die ostdeutschen Bundesländer finanzielle Mittel verlieren. „Dennoch haben wir einer behutsamen Umverteilung in diese Richtung in der Vergangenheit und für die Zukunft zugestimmt.“, so LBV-Präsident Henrik Wendorff.

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Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92