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„Leichte Feldarbeiten sollten möglich bleiben“

Außerordentliche Pressekonferenz des LBV zur Afrikanischen Schweinepest


Das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit war groß und die Bereitschaft, der von der ASP betroffenen Landwirte Interviews zu geben, war eher unterdurchschnittlich ausgeprägt. Die Bauern haben andere Sorgen: Wie kann ich meine Hausschweine absetzen, wie kann ich meine Erntearbeiten abschließen, wie stelle ich die Aussaat und deren Vorbereitung sicher. Alles Fragen, die jeweils Folgeprobleme nach sich ziehen, die noch immer nicht gelöst sind. Außerdem gestaltete sich die Ausgangslage mehr als unübersichtlich. Ständig neue Informationen aus zweiter oder dritter Hand, unterschiedliche Vorgehensweisen der Behörden in den einzelnen Landkreisen und Aktionen, die das eine oder andere Kopfschütteln verursachen.
Das war die allgemeine Gemengelage, in der sich der LBV dazu entschloss, am 18. September eine außerordentliche Pressekonferenz zum Thema Afrikanische Schweinepest einzuberufen. Für das Podium konnten neben LBV-Präsident Henrik Wendorff auch Bernd Starick von der Bauern AG Neißetal als betroffener Schweinehalter sowie Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg (LJVB) gewonnen werden. Es ging darum, die unterschiedlichen Betroffenheiten und deren Folgen herauszustellen, Probleme zu benennen und mit der Öffentlichkeit möglichst sachlich ins Gespräch zu kommen.


Henrik Wendorff verdeutlichte, dass bei aller Aufregung das Totalverbot landwirtschaftlichen Handelns im gefährdeten Gebiet überzogen sei. „Leichte Feldarbeiten sollten möglich bleiben, dort wo sie nicht zu einer Beunruhigung des Wildes führen.“, so der LBV-Präsident. Darüber hinaus forderte er eine zentrale Koordination der Maßnahmen durch die Landesregierung mit weitreichenden Befugnissen. Die Bemühungen der Landkreise in den betroffenen Gebieten scheitern am System der regionalen Zuständigkeiten. Die Lage dürfe keineswegs unterschätzt werden, anderenfalls ist die Seuche nicht in den Griff zu bekommen. Dr. Dirk-Henner Wellershoff forderte die Landesregierung auf, das Heft des Handelns unverzüglich in die Hand zu nehmen und insbesondere den Bau einer festen Zaunanlage um die Kernzone herum und an der polnischen Grenze voranzutreiben. Beide Präsidenten bemängelten die schleppende Information der Betroffenen und sicherten im Gegenzug die Unterstützung der Menschen vor Ort zu. Bernd Starick sprach von einer aufwendigen Kommunikation mit den zuständigen Behörden und warb für die Einbeziehung der ortskundigen Jäger aus der Region. Der Preis für Schlachtschweine sei mit Ausbruch der ASP noch einmal rapide gesunken, so dass an ein auskömmliches Wirtschaften im Moment nicht zu denken sei, doch es gäbe Gespräche mit regionalen Verarbeitern und deshalb Grund zur Hoffnung.
Wenig später hieß es aus dem Brandenburger Landwirtschaftsministerium, es werde ein zentraler Landeskrisenstab eingerichtet. Darüber hinaus sollen Grünlandnutzung und Weidetierhaltung weiterhin möglich bleiben. Außerdem werde die Möglichkeit zur Wiederaufnahme landwirtschaftlicher Tätigkeiten im gefährdeten Gebiet geprüft.