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Landwirtschaft und Kirche im Dialog

Pressemitteilung:

Heute besucht Bischof Dr. Christian Stäblein auf Einladung des Bauernverbandes Brandenburg und des Landtagsabgeordneten Johannes Funke einen modernen Landwirtschaftsbetrieb

Teltow 07.08.2020  Der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg Herr Henrik Wendorff, hatte Herrn Bischof Dr. Stäblein, Leiter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, zu einem Besuch in die AGW Worin mbH eingeladen. Dort zeigte er stellvertretend für viele Landwirte in Brandenburg, wie eine moderne Landwirtschaft Ernährungssicherung und Ressourcenschutz zusammenbringt.

Die Landwirtschaft ist der Bewahrung der Natur und zur Nachhaltigkeit verpflichtetet. Auch die Kirche als wichtiger gesellschaftlicher Faktor hat das Ziel, die Schöpfung zu bewahren. Daraus ergibt sich ein grundsätzliches gemeinsames Anliegen.

Dass Nachhaltigkeit aus mehreren Komponenten besteht konnte am Beispiel des Betriebes gut gezeigt werden. Neben der Verpflichtung, die natürlichen Ressourcen zu schützen (Ökologie), beinhaltet der Begriff Nachhaltigkeit auch die Ökonomie und die soziale Komponente. Nur eine wirtschaftlich stabile Landwirtschaft ist in der Lage dauerhaft wohnortnahe und angemessen entlohnte Arbeitsplätze zu sichern und bezahlbare Lebensmittel mit einem kleinen ökologischen Fußabdruck zu anzubieten. „Ökologie, Ökonomie und Soziales ausgewogen zusammenzubringen ist angesichts von globalen Märkten und der großen internationalen Konkurrenz eine echte Herausforderung“, so Henrik Wendorff. Hinzu komme der Druck und die Macht des Handels. Ein weiteres Problem sei auch, dass es zu wenig regionale Verarbeitungsbetriebe gebe. So finden sich derzeit in Brandenburg keine Verarbeiter für heimischen, ökologisch erzeugten Brotroggen.

Bischof Dr. Stäblien: "Die Frage, wie Landwirtschaft nachhaltig sein und trotzdem genügend Erträge abwerfen kann, damit die Familien auf den Höfen davon leben können, diese Frage treibt die Landwirtinnen und Landwirte um. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Produktionsabläufe und Bedingungen der Landwirtschaft in Brandenburg bereits enorm verändert. Und sie verändern sich stetig. Der Klimawandel bringt neue Nöte. Viele Höfe stellen die Tierhaltung ein, weil sie sich nicht mehr rentiert oder zu aufwändig ist. Wir wünschen uns als Verbraucher regionale Produkte, greifen dann aber doch zu den preisgünstigeren Produkten aus anderen Regionen und Ländern, so dass die Höfe auf ihren Produkten sitzenbleiben. Es ist immer wieder darauf hinzuweisen, welche Verantwortung wir eben auch als Verbraucherinnen und Verbraucher haben."  

Henrik Wendorff: „Wir brauchen ehrliche Akzeptanz und Wertschätzung der Gesellschaft für die Arbeit der Landwirte. Wir müssen angesichts der weltweiten Warenströme in einem internationalen Markt bestehen, wenn wir weiterhin die Bevölkerung mit guten Lebensmitteln versorgen wollen.“ Die Kirche hat als bedeutender Akteur im ländlichen Raum eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das Miteinander zu fördern und Wertschätzung für die Lebensmittel aus der Region zu vermitteln.

"Viel zu oft nehmen wir es ganz selbstverständlich hin, dass wir immer gut zu essen haben und versorgt sind" so Bischof Dr. Stäblein. Dass es so sei, verdanken wir wesentlich den Landwirtinnen und Landwirten und ihrer Arbeit. Sie erführen täglich, welch Geschenk die Schöpfung Gottes ist, aber auch, was es heiße, ganz unmittelbar von ihr abhängig zu sein. "Ich wünsche mir sehr, dass wir den Beitrag der Landwirte und Landwirtinnen für unser tägliches Wohlergehen wieder mehr wahrnehmen, mehr wertschätzen und respektieren," so Bischof Dr. Stäblein weiter. 

„Ich freue mich außerordentlich, dass es gelungen ist, ein gemeinsames Treffen des Bischofs der evangelischen Kirche, Dr. Christian Stäblein, und dem Präsidenten des Landesbauernverbandes Brandenburg, Henrik Wendorff, zu haben“, sagt Johannes Funke, Sprecher für Agrar- und Religionspolitik der SPD-Fraktion des Landtags Brandenburg. „Die Kirche ist einerseits ein zentraler Ankerpunkt im ländlichen Raum und zugleich bedeutende Eigentümerin landwirtschaftlicher Flächen“, so Funke. „Andererseits nimmt die Zahl der Landwirte stetig ab, was zu Akzeptanzproblemen in den ländlichen Gemeinden führen kann. Das heutige Treffen ist gerade deswegen ein wichtiges Signal und eine Ermutigung zum Dialog. Dafür möchte ich mich als Landtagsabgeordneter auch in Zukunft weiter einsetzen.“ 

 

 

 

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Ulrich Böhm, Referent für allgemeine Agrarpolitik; Tel 0 33 28  -  319 132 oder  - 201