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„Erneut unterdurchschnittliche Ernte erwartet“

 

Ernteauftakt_Ranzig__2020_aTauche, 02.07.2020. Eine Ernte unter dem langjährigen Mittel, das ist zu Beginn des Gerstendrusches die Prognose für die Brandenburger Ernte 2020. Der Drusch der Gerste ist in diesen Tagen im Land Brandenburg fast flächendeckend angelaufen, im Süden des Landes eher als im Norden. Im weiteren Verlauf folgen Raps, Weizen und Roggen. Erste Schätzungen gehen für 2020 von einer unterdurchschnittlichen Getreide- und Rapsernte aus. „Die gute Nachricht ist, dass wir in diesem Jahr keine flächendeckende Dürre zu beklagen haben. Aber von Entspannung kann dennoch keine Rede sein. Die herben Verluste der Vorjahre werden wir mit den zu erwartenden Ergebnissen in diesem Jahr nicht ausgleichen können.“, erklärt LBV-Vizepräsident Sven Deter. Vor diesem Hintergrund appelliert der LBV Brandenburg an die politischen Entscheidungsträger, die Rahmenbedingungen für landwirtschaftliches Handeln nicht zusätzlich zu verschlechtern. „Unsere Einkommenssituation ist schon jetzt dürftig und erlaubt keine zusätzlichen Auflagen, die mit einem nicht honorierten Mehraufwand verbunden sind. Gesamtgesellschaftliche Aufgaben, wie der Insektenschutz müssen auch von der Gesellschaft insgesamt getragen werden.“, so Deter weiter.  

Für die Ernte 2020 gehen die Brandenburger Landwirte von regional sehr unterschiedlichen Ernteerträgen aus. Jeder Bodenpunkt und jeder Liter Regen wird an den Druschergebnissen zu sehen sein. Bei Gerste ist von einem landesweiten Durchschnittsertrag von 56 dt/ha  auszugehen. Damit lägen die Brandenburger Landwirte ca. 4 Prozent über dem Vorjahr, aber unter dem Durchschnitt von 2013 bis 2018. Dort lag das Ergebnis bei 61 dt/ha, eingerechnet das katastrophale Dürrejahr 2018.

Bei Winterraps geht der LBV von einem landesweiten Durchschnittsertrag von 26 dt/ha aus, ein Minus von 21 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel. Bei Roggen erwartet der LBV Ergebnisse ähnlich dem des Vorjahresniveaus von 39 dt/ha, ein Minus von 13 Prozent zum langjährigen Mittel. Bei Winterweizen wird im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von zirka 6 Prozent gerechnet, das entspricht einem Minus von
11 Prozent zum langjährigen Mittel.   

Die Erzeugerpreise für Getreide liegen zum Erntebeginn leider nur auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Positive Signale zur Preiserholung auf dem Weltmarkt sind nicht zu erwarten, so dass die unterdurchschnittliche Ernte, wie in den vergangenen Jahren, kaum über einen höheren Preis ausgeglichen werden kann. Die Qualitäten werden im Durchschnitt allerdings besser als 2019 erwartet. Während der Brotpreis in Deutschland seit 1950 um das Zwölffache gestiegen ist, liegen die Brotweizenpreise im Jahr 2020 immer noch auf dem Niveau von 1950.  
 

Der diesjährigen Ernte gingen regional sehr unterschiedliche Witterungsbedingungen voraus. Folgende Trends sind erkennbar: Der August 2019 erwies sich als sehr trocken, so dass vielerorts keine Rapsaussaat erfolgte. Das Auflaufen des Wintergetreides im Herbst verlief wegen fehlender Niederschläge ebenfalls suboptimal. Der milde Winter und viel Regen im Februar ließen die Bestände dann erholen. Nach Spätfrösten Anfang April mit bis zu minus 10 Grad, Trockenheit, permanenten Winden und intensiver Sonneneinstrahlung stagnierte die Pflanzenentwicklung. Die Folge waren Schäden insbesondere in den Gersten- und Roggenkulturen. Auch in diesem Jahr resultierte aus den fehlenden Niederschlägen zwischen März und Mai die für Brandenburg problematische Vorsommertrockenheit. Nicht wenige Landwirte entschieden sich daraufhin für die Produktion von Ganzpflanzensilage. Beim Raps führte die ungünstige Wetterlage zum Teil zu aufgeplatzten Stengeln, die das Risiko von Infektionsherden mit sich bringen. Der Zustand des Sommergetreides ist je nach Standort sehr unterschiedlich, von sehr gut bist durstig. Der Regen der letzten Tage brachte leider nicht überall Entspannung. Die Niederschlagsmengen im Juni zwischen  7 und 100 Litern zeigen die deutlichen Differenzierungen in Brandenburg.

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