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Kommentar

Bericht zur Lage falscher Politik

Wer solche Vögel abschießt, wie jüngst Frau Schulze und die Herausgeber des „Bericht zur Lage der Natur“ in ihren Statements, muss sich nicht wundern, wenn der Artenrückgang wirklich einsetzt. Wer immer nur auf die Landwirtschaft schaut, wenn es um Biodiversitätsverlust geht, ist ziemlich verbohrt und eindimensional unterwegs und übersieht dabei die wesentlichen Problemlagen.

Zum einen: Die Liste der bedrohten Tierarten in Deutschland/Brandenburg ist nicht ins Uferlose länger geworden und wer mal draußen ist, hört in diesem Jahr viele, viele Vögel zwitschern. Wie repräsentativ sind diese Listen im Vergleich zu anderen Jahren, wenn z. B. bei der Roten Liste erst seit 2009 einheitliche Kriterien zugrunde gelegt werden. Und natürlich steigt die absolute Zahl sprunghaft an, wenn ich erst zwischendurch beginne Regenwürmer, Asseln und andere Wirbellose zu bewerten.

Zum anderen: Wird einmal gesagt oder anerkannt, was die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren für Anstrengungen unternommen hat, die Artenvielfalt zu erhöhen und gleichzeitig die Lebensmittelversorgung zu sichern?

Rund 30.000 ha Brachflächen, 10.000 ha Blüh- und Ackerrandstreifen, rund 200.000 ha Grünland in Extensivierungsprogrammen - allein in Brandenburg. Hinzu kommen in Deutschland die Verbesserung der Stickstoffbilanz gegenüber 1980 um rund 50% und der deutlich zurückgegangene Pflanzenschutzmitteleinsatz und und und. Oder sind diese Maßnahmen alle kontraproduktiv für die Biodiversität?

Wer das Engagement der Landwirte nicht anerkennt und nur auf sogenannte „grüne“NGO‘s mit deren Geschäftsmodellen setzt, macht alle diese Bemühungen zunichte. Zudem muss man sich dann auch fragen, wenn, Extensivierung und Düngemittelreduzierungen und weniger PSM nichts bringen sollen, ist dann die Landwirtschaft überhaupt der große Verursacher als der sie dargestellt wir? Zweifellos ist jegliche Bewirtschaftung ein Eingriff in die Natur. Aber welche konkreten Auswirkungen hat dies überhaupt? Was ist mit dem Einfluss der höheren Temperaturen und den 2 Dürrejahren, was richten Waschbär und Marder an, die Gelege von Bodenbrütern räubern, wozu haben wir die Schutzgebiete (die ja dann wohl umsonst sind), was ist mit der Versiegelung von mehr als 60 ha am Tag in Deutschland, der Zunahme des Verkehrs und und und.

Die Landwirtschaft als Hauptverursacher des Biodiversitätsrückganges hinzustellen ist mehr als kurzsichtig, kontraproduktiv und der Sache eher abträglich. Erst die Landwirtschaft schuf die Bedingungen, dass eine Vielzahl von Arten sich etablieren konnten. Man lädt leiber den Konflikt zwischen wachsenden Konsumansprüchen der Gesellschaft und dem Wunsch nach Natur und hoher Biodiversität auf dem Rücken einer kleinen Gruppe (landwirte) ab, um Aktivität zu zeigen und allen anderen ein gutes Gewissen zu machen nach dem Motto  – ich bin ja nicht schuld, es ist die Landwirtschaft. Dieses Vorgehen ist im besten Fall ignorant, im schlimmsten Fall bösartig. Man braucht wohl ein Feindbild um sich zu profilieren. NABU, BUND, Umweltministerin und Co. haben es wohl in der modernen Landwirtschaft gefunden. Profilierung hat leider nichts mit Professionalität zu tun, auch wenn man der Sache einen bedeutungsschweren Titel gibt. Das kann man gut an den jüngsten Äußerungen erkennen.

U.B.