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Artenvielfalt zum Nulltarif gibt es nicht

Pressemeldung

Teltow, 20.05.2020. Am 22. Mai ist internationaler Tag der biologischen Vielfalt. Für Umweltverbände, –minister und -ministerinnen ist es der alljährlich wiederkehrende Tag der großen Abrechnung mit der Landwirtschaft. Zu viel Düngung, zu viel Pflanzenschutzmittel, zu viel Monokultur. Zu viel, zu viel, zu viel…. Der LBV Brandenburg vertritt die Auffassung, dass die öffentliche Debatte vor allem von zu vielen Vereinfachungen, Schuldzuweisungen und Rechthaberei geprägt ist.

Richtig ist: die Artenvielfalt ist in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Davon betroffen sind auch die Agrarvögel. Fakt ist aber ebenso, dass die landwirtschaftlichen Flächen rapide abnehmen. Deutschland ist mit einem immensen Flächenverbrauch zu Lasten der Landwirtschaft konfrontiert. In der Bundesrepublik gehen pro Tag zirka 60 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zu Gunsten neuer Siedlungen, Verkehrsinfrastruktur, Gewerbegebiete und vieles mehr verloren. In den vergangenen 30 Jahren büßte die Landwirtschaft auf diese Weise eine Fläche ein, so groß wie die landwirtschaftliche Nutzfläche Brandenburgs. „Dass in der Neubausiedlung keine Feldlerche mehr singt, dürfte jedem vernunftbegabten Menschen einleuchten und dass sich in akkurat gepflegten Steingärten keine Insekten wohl fühlen ebenso.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff. „Im Übrigen: auch in Naturschutzgebieten und auf extensiv bewirtschafteten Flächen, ist die Biodiversität zurückgegangen. Vielleicht sind die Ursachen für den Artenrückgang doch etwas vielschichtiger als manche Akteure suggerieren.“, stellt der LBV-Präsident fest.

Während Insekten und Vögel an Arten verloren haben, verzeichnet Brandenburg eine hoch dynamische Entwicklung der Biber- und Wolfspopulation. Die durch sie verursachten Schäden kosten Brandenburgs Steuerzahlern jährlich viele Millionen Euro. Ohne eine Regulierung der Wolfspopulation wächst diese jedes Jahr um ca. 30 Prozent und proportional dazu steigen die Schäden. Artenschutz kostet Geld.

Wenn die Gesellschaft mehr Biodiversität fordert und wünscht, dass Landwirte entsprechende Maßnahmen auf ihren Flächen umsetzen, dann muss sie dafür bezahlen. Artenvielfalt zum Nulltarif gibt es nicht. Artenvielfalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Landwirte sind Unternehmer und müssen für sich und ihre Familien ein Einkommen erwirtschaften.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92