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Dem Osterhasen geht es etwas besser

Teltow/ Michendorf, 09.04.2020. Auch wenn Ostern in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ohne größere Familienzusammenkünfte auskommen muss, so gibt es doch auch positive Nachrichten. Die lange Zeit schwächelnde Feldhasenpopulation hat sich etwas erholt. Grund hierfür sind in erster Linie die milden Winter sowie die trockeneren Frühjahre. Im Jahresbericht WILD für 2018 vom Thünen-Institut für Waldökosysteme und dem Deutschen Jagdverband ist für das Nordostdeutsche Tiefland von einem Zuwachs von 5 Prozent die Rede.

Positiv wirkten unter anderem die Bemühungen von Jägern und Landwirten um eine verbesserte Lebensraumgestaltung durch das Anlegen von Feldhecken. Sie dienen auch anderen Bewohnern der Offenlandschaft, wie Fasanen und Rehen, als Lebensraum. Dass moderne Landwirtschaft und Artenschutz zusammen funktionieren, wird anhand des Lehrreviers des Landesjagdverbandes Brandenburg in Groß Kreutz deutlich. Hier wurden in diesem Frühjahr pro Quadratkilometer 16,6 Feldhasen gezählt. Im Durchschnitt des Nordostdeutschen Tieflands liegt die Besatzdichte zwischen fünf und sechs Individuen. „In unserem Lehrrevier wurden seit 1991 die Lebensraumgestaltung speziell auf die ernährungsphysiologischen Bedingungen der Feldhasen ausgerichtet und eiweißreiche Wildkräutermischungen ausgebracht. Außerdem wird dort seit Jahrzehnten eine hochintensive Raubwildbejagung betrieben. Das rechnet sich.“, erklärt Andreas Weiß, stellvertretender Geschäftsführer des LJVB. Unterstützend dürfte auch das Landesprogramm zur Förderung naturbetonter Strukturelemente des Landes Brandenburg wirken, an dem sich in diesem Jahr 424 Landwirte freiwillig beteiligen. Den Angaben des Landwirtschaftsministeriums zufolge werden sie auf knapp 1.500 Hektar einjährige Blühmischungen und auf 3.700 Hektar mehrjährige Blühmischungen ausbringen. Diese Fläche ergibt einen 20 Meter breiten Blühstreifen von 2.600 Kilometern Länge. Auf 4.900 Hektar werden die Landwirte darüber hinaus freiwillig Ackerrandstreifen anlegen. „Das ist ein wirklich gutes und richtiges Zeichen. Es zeigt, die Brandenburger Bauern haben verstanden und leisten ihren Beitrag zur Bereicherung der Artenvielfalt.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.
Feldhasen bevorzugen vielfältig strukturierte Landschaften, in denen sie Nahrung und Deckung finden. Freuen Sie sich, wenn Sie in den nächsten Tagen einen sehen!

 

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92