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Start der Aussaat für insektenfreundliche Blühflächen

Teltow, 01.04.2020. Die Brandenburger Landwirte beginnen in den nächsten Tagen mit den Vorbereitungen für die Aussaat insektenfreundlicher Blühflächen. Damit beginnt in Brandenburg ein bisher einmaliges Projekt in dieser Größe. Von April bis Ende Mai werden die Samen des gebietseigenen (authochthones) Saatgutes in den Boden gebracht. Darunter sind immerhin bis zu 34 Arten, wie das Gewöhnliche Ferkelkraut und die Wilde Möhre. Die Mischungen sind so zusammengestellt, dass die Pflanzen bei guten Bedingungen ab Juni bis zum ersten Frost zeitlich versetzt blühen. So dienen sie den Insekten als kontinuierliche Nahrungsquelle.


Bis zum Ende des vergangenen Jahres bekundeten 424 Brandenburger Bauern ihre Bereitschaft, sich am Landesprogramm zur Förderung naturbetonter Strukturelemente zu beteiligen. Den Angaben des Landwirtschaftsministeriums zufolge werden sie auf knapp 1.500 Hektar einjährige Blühmischungen und auf 3.700 Hektar mehrjährige Blühmischungen ausbringen. Diese Fläche ergibt einen 20 Meter breiten Blühstreifen von 2.600 Kilometern Länge. Auf 4.900 Hektar werden die Landwirte darüber hinaus freiwillig Ackerrandstreifen anlegen. „Das ist ein wirklich gutes und richtiges Zeichen. Es zeigt, die Brandenburger Bauern haben verstanden und leisten ihren Beitrag zur Bereicherung der Artenvielfalt.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.
Indem die Brandenburger Landwirte Blühflächen anlegen, wirken sie dem Rückgang der Insektenvielfalt entgegen. Der Verlust an Artenvielfalt stellt ein schwerwiegendes Problem dar und ist durch eine Vielzahl von Faktoren bedingt. Über die Ursachen wissen wir längst nicht alles; nur so viel: Der Klimawandel sowie die Art und Weise, wie wir in der westlichen Zivilisation leben und wirtschaften hat dazu beigetragen - in der Stadt und auf dem Land. Die Landwirtschaft ist ein Teil dieses Systems und sie trägt deshalb selbstverständlich eine Mitverantwortung.
Mehrere Jahre hatte sich der LBV beim Brandenburger Landwirtschaftsministerium für die Etablierung eines Programms zur Förderung von Artenvielfalt auf dem Acker eingesetzt. Im vergangenen Jahr zahlte sich die Hartnäckigkeit der Bauern aus. Aktuell geht das Förderprogramm erstmalig in die praktische Umsetzung.