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Kritikwürdige Praxis der Nitratmessungen im Grundwasser

Pressemeldung

Teltow, 04.02.2020. Der Landesbauernverband Brandenburg sieht sich in seiner Kritik an der Praxis der Nitratmessung im Grundwasser bestätigt und widerspricht damit dem Brandenburger Agrar- und Umweltministerium, das eine Überprüfung konsequent ablehnt. Andere Bundesländer, wie Bayern, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz überprüfen derzeit nach massiven Einwänden ihr Messstellennetz.

Laut Aussage der Agrarstaatssekretärin Silvia Bender, wurden immer dann keine roten Gebiete ausgewiesen, wenn die Belastungen nachweislich nicht auf die Landwirtschaft zurückgehen, sondern zum Beispiel auf Altlasten. „Das stimmt so nicht und genau das ist das Problem. Wir werden für Nitrateinträge in die Verantwortung genommen, die wir nicht verursacht haben.“ erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.


Prinzipiell ist der brandenburger Ansatz einer Binnendifferenzierung richtig, nur dort rote Gebiete auszuweisen wo aktuelle Belastungen vorliegen. Leider wurde dieses Konzept nicht konsequent in die Praxis übersetzt, denn die Landwirtschaft wird auch dort in Haftung genommen, wo die Bewirtschaftung seit Jahren besonders umweltschonend erfolgt und die Belastungen auf außerlandwirtschaftliche Ursachen zurückzuführen sind. Die aktuelle Landnutzung und die Lage der Messtellen, beispielsweise in Ortslage, müssen stärker bei der Ausweisung der roten Gebiete berücksichtigt werden. „Wenn die Ursachen für hohe Nitratwerte Jahrzehnte zurückliegen und mit der aktuellen Bewirtschaftung nichts zu tun haben, muss der Landwirt von den verschärften Auflagen freigestellt werden. Landwirte, die sach- und umweltgerecht wirtschaften, dürfen nicht bestraft werden.“, fordert Wendorff.

Das von den Brandenburger Trinkwasserwerken geförderte Grundwasser ist entgegen der hysterisch geführten Debatte sauber. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der BVB/ FREIE WÄHLER Fraktion vom 12.12.2019 hervor. Demnach gab es in den vergangenen zehn Jahren insgesamt lediglich vier Überschreitungen des Schwellenwertes. Gemessen wurde jeweils an 1.333 Wasserwerksbrunnen. Bei 60 Prozent der Brunnen lag die Nitratkonzentration sogar unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Nitrat bzw. Stickstoff ist ein Bestandteil von tierischen Stoffwechselprodukten. Richtig dosiert ist es ein unverzichtbarer Bestandteil der Pflanzenernährung, ohne den auf unseren Feldern kaum etwas gedeihen würde. Nitratbelastungen in Gewässern werden häufig der Landwirtschaft angelastet, sie entstehen jedoch auch durch die ungenügende Reinigung der Abwässer von Städten und Gemeinden.