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Mehr Ehrlichkeit in der Bio-Debatte

Pressemeldung:

Der von der Fördergemeinschaft ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg stolz verkündete Aufschwung der ökologischen Landwirtschaft entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Wunschvorstellung. Wer Zuwächse verzeichnen kann, sind die Bio- und Naturkostläden sowie die Supermärkte, die sich auf Bioprodukte spezialisiert haben. Sie freuen sich über geringe Einkaufspreise und satte Gewinnmargen.

Viele Brandenburger Biobauern haben dagegen Schwierigkeiten, ihre Produkte zu auskömmlichen Preisen zu verkaufen. Unlängst geriet der Markt für Biogetreide soweit unter Druck, dass den Erzeugern, für Bioware lediglich Preise auf konventionellem Niveau geboten wurden, obwohl die Produktionskosten im Vergleich weitaus höher sind. Problem ist, dass das Angebot bei vielen gängigen Produkten größer ist als die Nachfrage. Das betrifft in Brandenburg insbesondere Roggen und Weizen. Ausnahmen sind Biogemüse und Biokartoffeln. Diese Kulturen werden jedoch aufgrund der leichten Böden und geringen Niederschläge bei uns kaum angebaut. „Was wir brauchen, ist mehr Ehrlichkeit und Differenzierung in der Bio-Debatte. Traumschlösser sind schön anzuschauen, aber wohnen kann man darin nicht. Förderung am Markt vorbei muss vermieden werden.“, sagt Holger Jonas, Vorsitzender des Öko-Ausschusses beim LBV-Brandenburg.


Eine ähnliche Situation auch bei der Biomilch. Während die Molkereien Umsatzzuwächse verzeichnen, werden den Landwirten Absatzschwierigkeiten als Druckmittel für die anstehenden Preisverhandlungen suggeriert. „Wir sind einer von vormals vier Biomilchproduzenten im Spreewald. Einer hat unlängst aufgegeben und wir anderen bekommen von unserer Molkerei durch die Blume gesagt, dass es Absatzschwierigkeiten gäbe und wir mögen uns um einen neuen Abnehmer kümmern. Die winken aber ebenfalls ab oder bieten Preise jenseits der Rentabilitätsgenze. Das ist die nicht mehr ganz so schöne Bio-Realität.“, erkärt Sylvia Zeidler, Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Spreetal eG.