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Agrarwetter
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Stockende Druschernte in Brandenburg

Durchziehende Regenschauer behindern Drusch

Vor gut einem Monat wurden die ersten Gerstenbestände bei strahlendem Sonnenschein und Sommerhitze gedroschen. Leider hielten diese idealen Erntebedingungen wie in den Vorjahren nicht lange an. Schon Anfang Juli griff die alte „Siebenschläferregel“. Starkregen, Regenschauer und Stürme behinderten bis jetzt immer wieder den Erntefortschritt. Dazu fielen die Temperaturen und mit ihnen ging Roggen und z.T. Weizen ins „Lager“.

Die Beerntung dieser „lagernden“ Schläge erfordert viel Geschick und Übung vom Drescherfahrer. Hält die feucht-warme Witterung länger an, wächst Unkraut schnell durch und die Bestände sind kaum mehr dreschbar. Beim Roggen kann es sogar zum „Auswuchs“ aus der Ähre kommen. Jede Ernteverzögerung der reifen Bestände begünstigt Pilzbefall, was dann die Qualität senkt.

So kommt es derzeit darauf an jede noch so kleine Regenpause zu nutzen, um das Getreide vom Halm zu holen. Da kann es zur Urlaubszeit schon mal passieren, dass Erntemaschinen beim Umsetzen von Schlag zu Schlag aufgrund ihrer Ausmaße, den Reiseverkehr auf Bundesstraßen kurzzeitig behindern.

Auch ein Dreschen in den späten Abendstunden oder am Wochenende kann Urlauber und Anwohner stören, aber die Landwirte gehen hier nur ihrer Arbeit nach und sorgen weiter für die Nahrungsgrundlage. Bitte bedenken Sie dies, wenn ihnen in diesen Tagen Erntefahrzeuge entgegenkommen oder Sie sich durch Drescherlärm belästigt füllen.

Von den ca. 630.000 zu dreschenden Hektar Getreide und Ölfrüchte sind bis Ende Juli (Stand: 27.07.15) gerade mal 176.000 Hektar abgeerntet. Normalerweise wäre Halbzeit bei der Ernte. Sollte die vorherrschende Wetterkonstellation (kalt und nass) weiter anhalten, könnte dies den Ernteverlauf weiter verzögern, was dann auch Auswirkungen auf die Herbstaussaat nach sich ziehen würde.

Auf der anderen Seite freuen sich Kulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben über die Spät­niederschläge. Auch für Wiesen und Ackergras kommt der Regen im Juli rechtzeitig, waren doch die ersten Futterschnitte aufgrund der späten Frühjahrserwärmung und ausgebliebener Niederschläge mengenmäßig deutlich geringer ausgefallen als sonst. Stellenweise musste sogar Grünroggen zur Überbrückung von Futterengpässen gehäckselt werden. Dies blieb aber die Ausnahme.

Nach den derzeit vorliegenden Zahlen erwartet der LBV für Brandenburg eine Getreidemenge von ca. 2,4 Mio. Tonnen und gut 450.000 Tonnen Rapssamen. Damit liegen die Ergebnisse etwa 20% unter dem Vorjahr. Die Gerstenerträge von 6,5 Tonnen pro Hektar bestätigen die geringeren Ertrags­wartungen und liegen 0,5 Tonnen unter Vorjahr. Die stärksten Verluste werden beim Raps erwartet. Die Vorschätzungen gehen von einem Rückgang um ein Fünftel beim Ertrag zum Vorjahr aus. Im Vergleich zum 5j.-Mittel sind es nur 5% weniger Ertrag.

Da sich die Erzeugerpreise seit Erntebeginn, außer beim Raps, kaum verändert haben, wird die Ernte wohl verstärkt im Raps fortgesetzt werden. Hier sind aufgrund von reduzierten Erntemengen wieder höhere Preismargen zu erwarten. Gerste und Roggen sind derzeit kaum nachgefragt. Futtermühlen halten sich noch zurück. Bei Weizen werden hingegen wieder vermehrt Abschlüsse getätigt - zu leicht steigenden Preisen.