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„Frühjahrstrockenheit reduziert Brandenburger Ertragserwartungen“

Mhdrescher_ErntestartPressemeldung: Im Land Brandenburg beginnt die Getreideernte dieses Jahr verfrüht. Die anhaltende Trockenheit und der damit verbundene Wassermangel hat vielerorts die Wintergerste in die Notreife gehen lassen und zu einer verfrühten Abreife geführt. Der LBV erwartet deshalb bei allen Druschkulturen nur eine unterdurchschnittliche Getreideernte. So schätzt der Verband die Getreidemenge im Land - trotz Ausdehnung der Anbaufläche (+4%) - auf nur 2,5 Mio. Tonnen. Beim Raps werden 455.000 Tonnen anvisiert. Nach den vor­läufigen Schätzungen wären das 20% weniger Getreide und Raps als im Vorjahr.

Die Witterungsbedingungen waren zur Aussaat im Herbst optimal. Vom Feldaufgang bis zur Vegetationsruhe (Ende Dez.) herrschten sehr milde Temperaturen vor, die eine gute Bestandsentwicklung auch für spätgedrillte Bestände zuließen.

Problematisch erwies sich der Wegfall der insektiziden Beize bei Raps. Mehrfachspritzungen zu Vektoren (wie Rapserdfloh) waren im Herbst an der Tagesordnung. Begünstigt durch die milde-trockene Witterung über Winter trat vielerorts verstärkt im Frühjahr eine Mäuseplage in Dauergrünland und in Druschkulturen auf. Bis Mitte Juni fehlten 90 Liter Niederschlag (im Vergleich zum langjährigen Mittel) für das Pflanzenwachstum. Nur die späte Frühjahrserwärmung und der kühle Mai haben größere Ernteverluste bisher verhindert. Die Niederschläge der letzten 14 Tage (60-80 Liter) kamen für Gerste und Roggen zu spät, während Mais, Sonnenblumen und Grünland davon profitieren können.

Der LBV rechnet mit einem Gesamtgetreideertrag von ca. 49 dt/ha, was unter dem Mittel der letzten 5 Jahre von 51 dt/ha liegt. Winterroggen ist wieder das meistanbauteste Getreide im Land Brandenburg mit 186.500 Hektar (+11%), gefolgt vom Winterweizen mit 157.000 Hektar (+2%) und Wintergerste mit 85.800 ha (+6%).

Die Erzeugerpreise für Getreide liegen zum Erntestart 2015 auf Jahrestief (15% unter Vj.). Einzig beim Raps konnte wieder das Preisniveau des Vorjahres erreicht werden.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Dr. Karsten Lorenz, Referent für Acker- und Pflanzenbau beim LBV; Tel 0 33 28  -  319 211 oder 0151 – 1173 5329