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Tierhaltung: Dialog statt Ideologie

Pressemeldung

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen: Deutschland nimmt in puncto Tierschutz in der Nutztierhaltung weltweit einen Spitzenplatz ein. Dies ist das Verdienst der Landwirte und ihrer täglichen Arbeit in den letzten Jahrzehnten. In keinem anderen Wirtschaftszweig fand eine derartige Entwicklung mit dem Erfolg einer immer größeren Schonung und nachhaltigeren Nutzung der natürlichen Ressourcen statt.

Der biologische Zusammenhang, dass nur gesunde Tiere auch hohe Leistungen erbringen können, wird in der aktuellen Tierhaltungsdebatte oft ausgeblendet. Ein Beleg für die Gesundheit der Nutztiere ist der seit Jahren rückläufige Antibiotikaeinsatz. Dieser verantwortungsvolle Einsatz nach Diagnose und Verschreibung durch den Tierarzt ist wesentlicher Bestandteil des aktiven Tierschutzes. Auch der Schutz des Verbrauchers wird durch das flächendeckende Antibiotika-Monitoring sowie die klaren Regelungen (Anwendung, Warte- und Sperrzeiten etc.) gewährleistet. Wenn die Tierhaltung in Deutschland mit ihren hohen Standards erhalten und weiter voran gebracht werden soll, muss auch investiert werden. Dabei spielt nicht die Anzahl der Tiere, sondern das Haltungsmanagement (Fütterung, Hygiene, Klima etc.) eine Rolle. Daher ist jeder neue Stall eine Investition ins Tierwohl!

Das Wohl der Tiere liegt im Eigeninteresse der Landwirte und stellt somit keinen Widerspruch zu den Wünschen der Gesellschaft dar. Mit Forderungen nach starren Bestandsobergrenzen und einer generellen Blockade bei der Weiterentwicklung der Tierhaltung wird die aktuelle Tierhaltungsdebatte allerdings nicht fachlich geführt, sondern ideologisch missbraucht. Zum Beispiel wird die Investitionsbereitschaft in moderne Haltungsverfahren oftmals ausgebremst. Daher ist der Aufruf zum „Volksbegehren gegen Massentierhaltung“ in einer der nutztierärmsten Regionen Deutschlands mit durchschnittlich weniger als einer halben Kuh pro Fußballfeld rational nicht nachvollziehbar. Soll denn wirklich die regionale Produktion, z. B. von Schweinefleisch mit einem Selbstversorgungsgrad von etwa 70 %, reduziert werden und in Zukunft aus dem Rest der Welt importiert werden? Diese Kurzsichtigkeit und fehlende Wertschätzung gegenüber einer ganzen Branche stoßen zunehmend auf das Unverständnis der Brandenburger Landwirte.

In der „Erfurter Erklärung“ zum Deutschen Bauerntag 2015 wird das Selbstverständnis der Landwirte für die Produktion wertvoller Lebensmittel, der Pflege und dem Erhalt unserer Kulturlandschaft, der weiteren Verbesserung des Tierwohls sowie dem Erhalt von Arbeitsplätzen, besonders im strukturschwachen ländlichen Raum, bekundet. Die Landwirte und der Landesbauernverband Brandenburg sind bereit zu einem konstruktiven und ehrlichen Dialog!

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Dr. Simon Harnisch,
Referent für Tierhaltung des LBV; Tel 0 33 28  -  31 93 40 oder  - - 201 oder   0175 – 932 9810