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Bauernverband will breite gesellschaftliche Diskussion!

Stammtisch_Antenne_aFast 120 Landwirte und Gäste waren am 3.2.15 zum  „Antenne Brandenburg - Stammtisch“ auf die Burg Storkow zu einer Diskussionsrunde zum Thema „Großinvestoren oder Brandenburger Bauern – Ländliche Entwicklung am Scheideweg“ gekommen. Sie alle diskutierten gemeinsam mit LBV-Vizepräsident Henrik Wendorff, Landrat Gernot Schmidt (MOL), Minister Jörg Vogelsänger, Reinhard Jung (GF Bauernbund), H.-Georg v. d. Marwitz (MdB), Benedikt Förtig (Vorstandsmitglied der KTG) und Landwirt Carlo Horn über die Zukunft unserer Dörfer.

Die große Schwierigkeit bestand darin, sachlich die wesentlichen Schwerpunkte im Rahmen einer Gesprächsrunde um den Grund und Boden herauszuarbeiten. „Eine notwendige gesellschaftliche Diskussion muss über die Klärung des Begriffs der Ortsansässigkeit hinausgehen“, so LBV-Vizepräsident Henrik Wendorff. „Die Gesellschaft aber auch die Politik muss sich weiteren Fragen stellen!“ Allein die Klärung eines Vorkaufsrechtes löst nicht alle Fragen. Was nützt ein Vorkaufsrecht für Ortsansässige, wenn sie sich nur noch wenige landwirtschaftliche und nichtlandwirtschaftliche Investoren die Bodenpreise leisten können? Oder stehen nicht auch Fragen im Raum wie die Doppelbesteuerung beim Landkauf, die hohen Kosten des Bodenvorkaufs durch Landgesellschaften? Oder die Frage nach fehlenden Bürgschaften für Junglandwirte beim Kauf von Land oder Gesellschaftsanteilen? Kommt es nicht letztendlich auch auf den Eigentümer oder Verpächter an, der seine Fläche an den Landwirt im Dorf oder an den Investor verpachtet oder verkauft? 70% der bewirtschafteten Felder sind immerhin Pachtflächen. Ist es gewollt das Fernsehstarköchinnen Betriebe kaufen? Will man das Stiftungen und Naturschützer zu Landwirten werden? Ist es verwerflich, wenn ein Betrieb einen in Schwierigkeiten geratenen Nachbarbetrieb aufkauft? Ist ein Bodenfond einer Ökobank ein gewolltes und der Kauf eines Betriebes durch ein ehemaliges Schlachtunternehmen ein ungewolltes Landgrabbing? Und gehören nicht auch zu unserer Gesellschaft die vielen Kleinanleger in Aktiengesellschaften mit denen man sich auseinandersetzen muss.Stammtisch_Antenne

Die Diskussion belegte dann auch anschaulich die Vielschichtigkeit der gesamten Problematik um den Grund und Boden. „Der LBV fordert deshalb keinen vorschnellen Aktionismus, sondern eine breite gesellschaftliche und sachlich geführte Diskussion darüber, welche Landwirtschaft wir wie wollen. Hier den gesellschaftlichen Konsens zu finden und dann auch rechtsicher zu fassen erfordert weitere gründliche Arbeit aller Beteiligten. Jedoch die Zeit drängt.“ betonte Henrik Wendorff.

Holger Brantsch, Pressesprecher des LBV