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Tiere schützen und Schäden verhindern!

Pressemeldung: „Biberschutz und Hochwasserschutz werden möglich“ – so in etwa könnte eine Schlagzeile der letzten Wochen lauten, nach dem parteiübergreifenden Antrag des Landwirtschaftausschuss des Landestages für einen Bibermanagementplan. Dieser soll sowohl die Bedürfnisse der Landnutzer, Fischer und der in Hochwassergebieten wohnenden Menschen als auch den Schutz des Bibers hinreichend berücksichtigen.

Auch die kürzlich verlängerte alte Kormoranverordnung beachtet neben dem Schutz der Kormorane auch die Belange der Fischer. Der vor einem Jahr erlassene Wolfsmanagementplan geht gleichfalls in die richtige Richtung - Interessensausgleich schaffen.

Alle aktuell geltenden Managementpläne haben eines gemeinsam, sie stellen den Schutz der seltenen Tiere voran, aber leugnen auch den durch die verstärkte Ausbreitung dieser Tierarten verursachten Schaden nicht und stellen den Betroffenen Hilfe in Aussicht stellt. Wo Schäden eingetreten sind, werden diese anerkannt und müssen von der Gesellschaft ersetzt werden.

In wohl keinem Bundesland gibt es mittlerweile so viele Wölfe, Biber, Kormorane, Gänse oder Kraniche wie in Brandenburg. Teile der Gesellschaft sind darüber erfreut. Das ist gut so und soll auch so bleiben. Die guten Lebensbedingungen und die Futtergrundlage, die die Landwirte für Wildtiere wie Gänse oder auch Kraniche geschaffen haben, werden nun für Einzelne zum Bumerang. Schäden bleiben dort nicht aus, wo abertausende Zugvögel die jungen Saaten kahlfressen oder Gänse die Flachgewässer verkoten. Die Betroffenen möchten, dass dieser Schaden bzw. diese „Leistung“ anerkannt wird und bei zu großen Verlusten ein Ausgleich erfolgt.  

Priorität beim Schutz vor Schäden hat immer die Prävention. Mitunter reicht es, die Tiere vom frisch eingesäten Acker zu vergrämen, so dass die andere Flächen aufsuchen. Mitunter können bei bestimmten Tierarten auch gezielte Entnahmen oder bestandsregulierende Maßnahmen sinnvoll sein (siehe Kormoran).

Ein Abschuss ist bei Kranichen nicht das Mittel der Wahl, stellte LBV-Präsident Udo Folgart klar. Dies sollte aber kein Hinderungsgrund sein, einen Managementplan zu erarbeiten, der auch dem Schutz der Tierart dient. Dieses Ansinnen zum Aufstellen eines Managementplanes sei beim Kranich nicht gleichzusetzen mit der Forderung nach Freigabe zum Abschuss. Ein tierartspezifischer Managementplan beim Kranich muss anders aussehen als beim Biber, als beim Wolf oder als bei Gänsen. Managementpläne beinhalten hingegen, dass tierartspezifische Maßnahmen festgelegt werden und auch über Entschädigungen gesprochen wird.