Unternehmensstruktur

In Brandenburg wirtschafteten 2016 laut Landwirtschaftszählung 5.318 Unternehmen, darunter 198 Genossenschaften, 740 GmbH, 635 Personengesellschaften und 3.688 Einzelunternehmen. Damit unterscheidet sich die Unternehmensstruktur hinsichtlich der Rechtsformen deutlich von der, die in den alten Bundesländern anzutreffen ist. Die Strukturen haben sich nach der Wende herausgebildet und sich in den vergangenen Jahren als stabil erweisen. 
Im Bundesdurchschnitt liegt die Betriebsgröße inzwischen bei ca. 60 ha, wobei die Flächenausstattung von Süden nach Norden und von Westen nach Osten zunimmt. Damit ist der Trend hin zu größeren Betriebsstrukturen ungebrochen. Die Wachstumsschwelle stieg im Bundesdurchschnitt inzwischen auf über 100 ha. D.h. die Zahl der Betriebe unter 100 ha nimmt ab und die über 100 ha steigt. Ursachen für diese Entwicklung sind u.a. die Erlös- und Einkommenssituation, aber auch die hohen Anforderungen, die an die Betriebe gestellt werden und teils erhebliche Investitionen erfordern.
Die Einzelunternehmen im Haupterwerb haben sich überwiegend auf den Marktfruchtanbau (ohne Tierhaltung) spezialisiert. Die juristischen Unternehmen sind in der Regel Gemischtbetriebe, in denen auch die Tierhaltung einen hohen Stellenwert besitzt.
Der Investitionsbedarf für die tierhaltenden Betriebe ist in der Regel hoch, auch durch die hohem Umwelt und Tierschutzauflagen. Der hohe Arbeitsaufwand waren und sind zusätzliche Gründe, nicht in die Tierproduktion einzusteigen bzw. extensive Tierhaltungsformen, wie die Mutterkuhhaltung, zu wählen.  

Flächenausstattung

In Brandenburg liegt die durchschnittliche Flächenausstattung der Unternehmen aller Rechtsformen bei ca. 247 ha. Die eingetragenen Genossenschaften mit oft zahlreichen Mitgesellschaftern und Eigentümern bewirtschaften im Schnitt 1.400 ha, die GmbH‘s 608 ha, die Personengesellschaften 330 ha und die Einzelunternehmen 92 ha. Damit haben die Einzelunternehmen an Flächen gewonnen, während sich die Fläche bei den Personengesellschaften, GmbH‘s und Genossenschaften verringerte.
In Brandenburg herrschen ungünstige natürliche Standortbedingungen hinzu, die eine größere Flächenausstattung erforderlich machen. Auf Grund der schlechteren Böden und geringeren Niederschläge fallen die Erträge rund 20-30 % niedriger aus als im Bundesdurchschnitt. Bei gleichem Produktionsprofil muss ein hiesiger Betrieb also mindestens 20 bis 30 % mehr Fläche bewirtschaften, um einen identischen Ertrag zu erzielen.

Beschäftigung und Wertschöpfung im Ländlichen Raum

Nach dem deutlichen Rückgang der Beschäftigtenzahl Anfang der 90-iger ist eine Stabilisierung eingetreten. 2016 waren in der Pflanzen- und Tierproduktion knapp 38.900 Menschen beschäftigt. Damit zählt die Landwirtschaft in Brandenburg zu den größten Arbeitgebern - vor allem im ländlichen Raum gibt es mancherorts kaum andere Erwerbsquellen. Die überwiegende Arbeitsleistung wird dabei von sogenannten familienfremden Arbeitskräften erbracht (33.500 Personen)In Einzelunternehmen arbeiteten 2016 ca. 10.500, in Personengesellschaften 13.500 und in Genossenschaften und GmbH 14.900 Menschen.
Umgerechnet auf Vollbeschäftigung wird die Arbeit von 22.300 sogenannten AKE (Arbeitskrafteinheiten) geleistet. Eine Arbeitskrafteinheit entspricht der Arbeitsleistung einer vollbeschäftigten Person mit 225 Arbeitstagen im Jahr und 8 Stunden täglicher Arbeitszeit.
Die juristischen Unternehmen machen zwar nur 18 % der Gesamtunternehmen aus, bewirtschaften aber knapp 55% der landwirtschaftlichen Nutzfläche und beschäftigen rund 38 % der Arbeitskräfte. Die Personengesellschaften beschäftigen ca. 35% der Vollarbeitskräfte und die Einzelunternehmen knapp 26%. Bezieht man sich auf die geleistete Arbeitskrafteinheiten so entfallen rund 50 % auf die juristischen Unternehmen.. 

Juristische Unternehmen beschäftigen im Schnitt 24 Personen

Bei der Auswertung der Testbuchbetriebsergebnisse der vergangenen 3 Jahre (bis 2019) ist erkennbar, dass die juristischen Personen im Durchschnitt ca. 24 Menschen Arbeit gaben, Personengesellschaften 9 und Einzelunternehmen (im Haupterwerb) 4. Eine Arbeitskraft ist statistisch für rund 59 ha (einschließlich der Tiere) verantwortlich.
Positiv auf den Arbeitskräftebedarf wirkt sich z.B. die Tierhaltung aus. Darum ist der Landesbauernverband bestrebt, die Tierhaltung (Veredlungswirtschaft) zu stärken. Zudem tragen die Tierhaltung, die Direktvermarktung, der Anbau arbeitsintensiver Kulturen (Obst/Gemüse) oder der Anbau und die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, zur Einkommensdiversifizierung bei und weitere Arbeitsplätze werden geschaffen. Einen hohen Arbeitsbedarf weisen aber auch sehr kleine Betriebe auf. Der Einsatz älterer Technik aber auch die Spezialisierung auf arbeitsintensive Kulturen können hier ausschlaggebend sein. 

Wertschöpfung schwankt - Brandenburg hat Potential. 

Die Höhe der Wertschöpfung hängt maßgeblich von den Kosten, den Erzeugerpreisen und den Erträgen ab. Diese sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich, was auch die großen Schwankungen erklärt. Entscheidend für die Bruttowertschöpfung ist aber auch, was produziert wird. Je mehr Sonderkulturen und Tiere gehalten werden, desto höher ist in der Regel die WertschöpfungI.
n Brandenburg nahm die Bruttowertschöpfung bis 2013/2014 zu, seit 2015 sinkt die Wertschöpfung tendenziell. Die Bruttowertschöpfung je ha bleibt in Brandenburg weit hinter dem bundesdeutschen Durchschnitt oder der von Bayern oder Rheinland-Pfalz zurück. Hauptursachen sind u.a. die niedrigeren Erträge auf Grund der schlechteren Standortbedingungen, aber auch der deutlich geringere Tierbesatz und das Fehlen von Sonderkulturen wie z.B. Wein.