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Die Verbraucherinnen und Verbraucher als eigentliche Opfer

Die deutschen Bauern erhöhen den Druck auf die Bundesregierung und verweisen auf einen strategischen Fehler der großen Koalition. Deutschland steuert auf eine Abhängigkeit von im Ausland produzierten Lebensmitteln zu. Umwelt- und Klimaschutz werden ad absurdum geführt.

Teltow, 25.11.2019. Zur Stunde bewegen sich Landwirte mit mehr als 5.000 Traktoren sternförmig auf Berlin zu. Ihr Ziel ist das Brandenburger Tor.

Dort protestieren sie morgen ab 12 Uhr gemeinsam mit Bauern aus dem gesamten Bundesgebiet gegen eine scheinheilige Agrar- und Umweltpolitik in Deutschland. Im Kern geht es jedoch um die Zukunft der Lebensmittelproduktion im Land. Sie wird gerade aufs Spiel gesetzt. Deutschland steuert auf eine Abhängigkeit von ausländischen Lebensmitteln zu. Der LBV Brandenburg hat seine Mitglieder zur Teilnahme an der von „Land.schafft.Verbindung“ organisierten Demonstration aufgerufen.
Problem ist, dass die politischen Akteure aktuell gleichzeitig an zwei Stellschrauben drehen. Einerseits werden mit dem Agrarpaket der Bundesregierung und dem Aktionsprogramm Insektenschutz die ohnehin hohen Umweltauflagen und Vorschriften für die heimische Landwirtschaft drastisch erhöht und andererseits werden die Türen für billige ausländische Lebensmittel, die unter ungewissen Bedingungen produziert werden, weit geöffnet.
Die große Koalition läuft Gefahr, einen strategischen Fehler zu begehen, indem sie die deutschen Bauern auch der ausländischen Billigkonkurrenz schutzlos ausliefert, nachdem sie die Bauern bereits schutzlos dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel ausgeliefert hat. Davon betroffen sind sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Betriebe und am Ende die Verbraucherinnen und Verbraucher, die nach sicheren und möglichst regionalen Lebensmitteln verlangen.
Der LBV Brandenburg fordert deshalb unter anderem ein RESET des Agrarpaketes der Bundesregierung mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz. Der Berufsstand ist bereit gemeinsam mit Politik und Gesellschaft nach Lösungen suchen. Deshalb muss Schluss sein mit einseitigen Schuldzuweisungen und dem gegenwärtigen Bauern-Bashing. „Ich rufe die Verantwortlichen zum Dialog mit uns auf. Anderenfalls wird das Vertrauen der Bewohner des ländlichen Raums in die politischen Akteure weiter schwinden. Daran kann niemandem gelegen sein. Runde Tische, an denen lediglich die gegensätzlichen Positionen ausgetauscht werden, helfen nur bedingt weiter.“, so LBV-Präsident Henrik Wendorff.