Start Meldungen Insektenschutzprogramm der Bundesregierung gefährdet regionale Versorgung in Brandenburg und Berlin

Insektenschutzprogramm der Bundesregierung gefährdet regionale Versorgung in Brandenburg und Berlin

Neue Verbote beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und ein unwirksames Tierwohllabel.

Teltow, 05.09.2019. Was gestern vom Bundeskabinett als Aktionsprogramm Insektenschutz beschlossen wurde, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein schwerer Schlag gegen die Brandenburger Landwirtschaft und als ein Rückschritt bei die Versorgung der Hauptstadtregion mit regionalen Produkten.

Erlangen die Beschlüsse der Bundesregierung Gesetzeskraft, können ab 2021 auf ca. 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Brandenburgs keine Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden. Wenn die Landwirte auf diesen Flächen noch etwas ernten wollen, müssen sie eine intensivere mechanische Bodenbearbeitung und Pflege ihrer Kulturen durchführen.

Diese wäre jedoch einer dringend erforderlichen Humusbildung abträglich und würde die ohnehin schwache Wasserhaltefähigkeit unserer sandigen Böden weiter verringern. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre mit langen Trockenperioden wäre das eine Katastrophe. „Wenn wir noch weniger ernten und das in schlechter Qualität, haben wir keine Chance, unserem Ziel einer regionalen Versorgung der Hauptstadtregion mit Brandenburger Produkten näherzukommen. Stattdessen werden wir längere Transportwege und mehr Ware aus dem Ausland mit einem höheren CO2-Ausstoß in Kauf nehmen müssen. Dass ist klimaschädlicher Irrsinn.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.

Der Verzicht des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in allen Schutzgebieten, insbesondere Vogelschutzgebiete, wird von den Brandenburger Bauern als ein Schlag ins Gesicht der Landwirtschaft insgesamt empfunden. Nach zwei besorgniserregenden Jahren und immer neuen Auflagen ist die Belastungsgrenze der Landwirte erreicht. Der Landesbauernverband Brandenburg appelliert an die Abgeordneten, hier noch grundsätzliche Veränderungen zu erwirken.

Das beschlossene staatliche Tierwohllabel ist hingegen nur ein Blendwerk und wird kaum eine Verbesserung des Tierwohls und mehr Transparenz für den Verbraucher erreichen. Wirkungsvoller wäre ein verpflichtendes Label mit Herkunftsangabe, das auch verarbeitete Fleischprodukte und die Gastronomie mit einschließt. Nur so ist eine tatsächliche Transparenz gewährleistet. Nur so können die Konsumenten auch regionale Produkte gut erkennen und sich bewusst entscheiden.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92