Start Meldungen Ein weiteres schwieriges Jahr in Folge für Brandenburger Bauern

Ein weiteres schwieriges Jahr in Folge für Brandenburger Bauern

Pressemitteilung:

Nach dem existenzbedrohenden Dürresommer 2018 hatten die Brandenburger Landwirte für dieses Jahr auf eine gute Ernte gehofft und wurden enttäuscht.

 

ErnteabschlussTeltow, 19.08.2019. Schon zum Erntestart im Juli zeichneten sich unterdurchschnittliche Erträge ab. Und so hat es sich auch bestätigt, nachdem 98 Prozent der Getreide- und Rapsernte eingefahren sind. Verantwortlich für die geringeren Erträge war das Wasserdefizit im Boden, bedingt durch die geringen Niederschläge des Vorjahres, sowie die anhaltende Trockenheit, insbesondere im Juni dieses Jahres. Auffallend sind in 2019 die starken Differenzierungen. Jeder Bodenpunkt und jeder Liter Regen waren an den Druschergebnissen zu sehen. Selbst innerhalb einer Gemeinde kam es deshalb zu deutlichen Unterschieden in Wachstum und Ertrag.


Insgesamt wurde in diesem Jahr auf einer Fläche von 513.200 Hektar Getreide angebaut. Auf Winterraps entfielen 69.700 Hektar. Im konventionellen Segment ernteten die Brandenburger Landwirte insgesamt 2.314.000 Tonnen Getreide, das sind 13,3 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Auf den Raps entfielen 173.000 Tonnen, 58 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Im Brandenburger Ökolandbau wurden 2019 75.300 Tonnen Getreide eingefahren, ein Minus von 2,2 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel.


„Ohne die Dürrehilfe 2018 hätten viele Brandenburger Betriebe aufgeben müssen. Dafür möchten wir dem Landtag und der Gesellschaft Danke sagen. Die Unterstützung kam zur richtigen Zeit.“, so LBV-Präsident Henrik Wendorff.  Der Landesbauernverband plädiert in diesem Zusammenhang für mehr Unabhängigkeit von staatlichen Hilfen und unterstützt die Bemühungen der Brandenburger Landesregierung um die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage für Landwirte. Sie würde die Bauern in die Lage versetzen, in ertragsstarken Jahren etwas für schlechtere Jahre zurückzulegen. Nach dem Motto: spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Das wäre aus unserer Sicht der Einstieg in die Hilfe zur Selbsthilfe. „Niemand soll denken, dass es uns Freude bereitet, in regelmäßigen Abständen die Arme in die Luft zu reißen und nach Hilfen zu rufen. Mich persönlich erfüllt es eher mit Scham. Doch leider erzielen wir mit unseren guten Erzeugnissen keine auskömmlichen Preise.“, betont Henrik Wendorff.

Wenn auf unseren sandigen Brandenburger Böden weiterhin hochwertige Kulturen, insbesondere auch Obst und Gemüse angebaut werden sollen, wird es in Zukunft nicht ohne Beregnung gehen. Die Genehmigungspraxis ist derzeit jedoch mehr als schwierig. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Tatsache ist, dass in Brandenburg in den vergangenen Jahren auf ein Wassermanagement unserer Fließgewässer im Sinne einer zweiseitigen Wasserregulierung mit Rückhalt und Entwässerung verzichtet wurde. Das rächt sich nun. Hier bedarf es politischer Signale.

Der Widerspruch zwischen der Sehnsucht nach Bauernhofidylle und modernen Erfordernissen muss in der gesellschaftspolitischen Diskussion aufgelöst werden. Für die Anpassung der Landwirtschaft an die sich ändernden klimatischen Bedingungen benötigen wir widerstandsfähige Sorten, moderne Züchtungsmethoden und praktikable Rahmenbedingungen. In Zukunft werden wir auch vermehrt auf eine schonende Bodenbearbeitung setzen, die die Humusbilanz verbessert und die Wasserhaltefähigkeit der Böden sichert.

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