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Bauern stellen sich den Herausforderungen der Zukunft

Pressemeldung
Brandenburger Landwirte senden von ihrer Bauernversammlung deutliche Signale an Politik und Gesellschaft. Unter den Gästen auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger. Europäische Förderpolitik, Artenschutz und Landwirtschaft der Zukunft sind die beherrschenden Themen.
Paaren im Glien, 10.05.2019. Ein wichtiger Höhepunkt der 29. Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung war auch in diesem Jahr die Bauernversammlung, zu der zirka 300 Landwirte aus allen Regionen Brandenburgs angereist waren. Im Beisein von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger sprachen die Bauern über wichtige Zukunftsthemen. 
LBV-Präsident Henrik Wendorff nahm zu Beginn seiner Rede Bezug auf den katastrophalen Dürresommer 2018 und bedankte sich im Namen des Berufsstandes für die vom Bund und Land bereitgestellte Dürrehilfe. „Ohne diese Unterstützung, hätten wohl viele Betriebe in Brandenburg aufgeben müssen. Auch wenn die Unterstützung hochbürokratisch war und die schlimmen Verluste bei weitem nicht ausgleichen konnte, so hat sie doch geholfen und ist deshalb auch richtig gewesen.“, so Wendorff. Darüber hinaus ging er auf die aktuelle Wettersituation ein und sprach dabei von „besorgniserregenden Aussichten“. Der Mai sei der entscheidende Monat und der müsse noch viel Regen bringen.Aufgrund der starken Witterungsabhängigkeit der Landwirtschaft mahnte Wendorff funktionierende Instrumente zum Risikomanagement an. Dabei stellte er eine Kombination aus Risikoausgleichsrücklage, Bewässerung und einer bezahlbaren Versicherungslösung zur Diskussion. „Wir wollen nicht in regelmäßigen Abständen beim Steuerzahler auf der Matte stehen und betteln müssen. Wir wollen selbst für uns sorgen, aber die Rahmenbedingungen dafür müssen erst noch geschaffen werden.“, so Wendorff. 
Im Hinblick auf die derzeitigen Verhandlungen zur neuen Förderperiode der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik stellte der Bauernpräsident fest, dass eine verlässliche Basisprämie immer noch die beste Risikovorsorge ist und mahnte ausdrücklich eine faire Behandlung der ostdeutschen Betriebe an. Dabei wandte er sich gegen die Kappung und Degression der Direktzahlungen. Es sei nicht vermittelbar, wenn auf der einen Seite die existenznotwendigen Mittel gekürzt würden aber auf der anderen Seite die Auflagen steigen. 
Ministerpräsident Dietmar Woidke stellte in seiner Rede die große Bedeutung der Landwirtschaft für einen starken ländlichen Raum in Brandenburg heraus und kritisierte den anwesenden Landtagsabgeordneten der Grünen für dessen Bemühen um eine grundlegende Änderung der EU-Agrarförderung. Darüber hinaus machte der Ministerpräsident seine Unterstützung der Volksinitiative „Mehr als nur ein Summen. Insekten Schützen, Kulturlandschaft bewahren.“ öffentlich.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um das globale Artensterben betonte Wendorff die Verantwortung der Landwirtschaft, einen positiven Beitrag zu leisten. „Auch an uns liegt es, gegenzusteuern. Dafür brauchen wir Unterstützung statt pauschaler Verurteilungen. Es nützt nichts, hier höchste Umweltauflagen per Gesetz durchzusetzen und dann Lebensmittel unter unserem Standard zu importieren.“, bekräftigte Henrik Wendorff. 
Die Brandenburger Bauern stellen sich schon heute den neuen gesellschaftlichen Herausforderungen. In diesem Zusammenhang verwies Wendorff auf die innerverbandliche Diskussion um ein Leitbild für die Landwirtschaft der Zukunft, die bereits geführt wird und bis 2020 abgeschlossen sein soll. „Wir stehen vor einem intensiven Prozess, der von  externer Expertise begleitet wird.“, so der Präsident. In diesem Zusammenhang rief er alle Anwesenden und deren Familien dazu auf die Volksinitiative „Mehr als nur ein Summen“ mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12218692