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Erstmalig in Deutschland: Wölfe überfielen Rinder

Bis zum 7. Mai war es nur eine unbestätigte Vermutung. Jetzt ist es amtlich. Das Landesveterinäramt in Frankfurt/O. bestätigte den Übergriff von Wölfen oder Wolf-Hund-Hybriden auf eine Herde von Mutterkühen der Agrargenossenschaft in Proschim (Landkreis Spree-Neiße).

Wildernde Hunde konnten ausgeschlossen werden. In der Nacht vom 1. zum 2. Mai rissen die Wölfe in einer Herde von 200 Mutterkühen 3 Kälber. Drei Tage später griff das Rudel – nach dem ersten Überfall gewissermaßen auf den „Geschmack gekommen“ – die Mutterkuhherde erneut an und riss wieder ein Kalb.
Dass die Lausitz zu den wolfreichsten Gebieten in Deutschland gehört, ist allgemein bekannt. Gerissene Schafe oder Ziegen sind schon keine Seltenheit mehr. Neu ist aber der Übergriff auf Rinder. Hier ergibt sich jetzt leider ein gewaltiges unkalkulierbares Gefahrenpotential. Eine Rinderherde - die aus Gefahr in Panik „durchgeht“ – ist von keinem noch so starken Zaun aufzuhalten. Die Gefahr für den Straßen- und Bahnverkehr, für Leib und Leben liegt hier deutlich auf der Hand.

Um es deutlich zu betonen. Es geht den Landwirten/Schäfern nicht um die erneute Ausrottung des Wolfes, sondern um die Sicherheit für Mensch und Tier. Der Einsatz von Herdenschutzhunden – wie bei Schafen möglich und in Brandenburg bereits praktiziert - funktioniert bei Großtieren wie Pferden und Rindern nicht, da diese Hunde immer als Bedrohung ansehen. Es muss also dringend geregelt werden:
Dass einzelne Wölfe der Wildbahn entnommen und z.B. in einem Wildgehege untergebracht werden können, um etwa o.g. Wiederholungsübergriffe zu verhindern.
Dass Wolfsbastarde nicht wie richtige Wölfe geschützt werden. Gerade in der Lausitz wurde in der Vergangenheit von solchen Mischlingen berichtet. So waren 2004 zwar zwei der sechs im Neustädter Rudel festgestellten Bastarde eingefangen worden, jedoch die anderen vier Jungtiere später nicht mehr auffindbar oder in andere Gebiete weitergewandert. Diese Bastarde - nicht Wolf und nicht Hund - haben die scharfen Sinne der Wölfe, sind aber wie Hunde ohne Scheu vor dem Menschen und großen Tieren (z.B. Pferden oder Kühen). Dies macht sie unberechenbar! Wer den Wolf schützen will, muss ihn auch vor einer Bastardisierung bewahren.
Dass die Landwirte wirklich alle Schäden ersetzt bekommen. Amtlich bestätigte Tierverluste durch Wölfe werden zwar finanziell erstattet. Pikanterweise fällt der Schadensersatz unter die sog. De Minimis Regelung, die besagt, dass ein Betrieb nicht mehr als 7.500 € Beihilfen in 3 Jahren vom Land erhalten darf. Bei einer größeren Schaf-, einer Mutterkuhherde oder einem Pferdebetrieb ist diese Verlustgrenze sehr schnell erreicht. Danach bleibt der Betrieb auf den Schäden sitzen. Ebenso muss der Viehhalter finanzielle Unterstützung für ausbruchsichere Umzäunungen und Wolfabwehrmaßnahmen erhalten.
Hier ist also dringend ehrliche Hilfe vom Land und seinen Behörden nötig.

 

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Holger Brantsch,

Pressesprecher des LBV; Tel 0 33 28 - 31 92 04 oder 0151 – 12218693