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„Artenschutz kann es nicht mehr zum Nulltarif geben“

Teltow, 03.03.2018 Heute ist Tag des Artenschutzes. Brandenburger Landwirte treten mit ihrem täglichen Tun für den Erhalt der Artenvielfalt ein – auf den Äckern, in den Ställen und auf den Weiden. So werden auch  gefährdete Nutztierrassen bewahrt. Der LBV-Brandenburg fordert die Landesregierung auf, das Anlegen von Blühstreifen als Maßnahme zur Förderung der Biodiversität zu unterstützen.

Die Brandenburger Landwirte fördern aktiv die Artenvielfalt und damit die Biodiversität in der Kulturlandschaft.  So werden in unserem Bundesland neben Gerste, Mais, Raps Roggen und Weizen knapp 80 verschiedene Pflanzenarten angebaut. Abgesehen von einer breiten Palette verschiedener Obst- und Gemüsesorten, zählen dazu auch Senf, Kümmel, Dill,  Lein, Hirse und Sonnenblumen.    
Darüber hinaus legen bereits über 70 Landwirte freiwillig artenreiche Blühstreifen an und verzichten damit auf Einnahmen aus der Bewirtschaftung dieser Flächen. Damit diese flächendeckend angelegt werden können, müssen sie als Agrarumweltmaßnahme endlich förderfähig werden. Das Land Brandenburg verfügt derzeit als einziges Bundesland über kein Programm zur Förderung der Biodiversität auf dem Acker. „Das muss sich ändern. Natur- und Artenschutz kann es nicht mehr zum Nulltarif geben.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.           
Blühflächen am Feldrand sind Lebensraum für viele wild lebende Tiere. Die bunte Farbenpracht ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet auch Nektar und Pollen für Bienen und andere Insekten. Die Pflanzensamen bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vögel. Reptilien und kleine Säuger nutzen Blühstreifen als Unterschlupf. Feldhase, Wachtel und Rebhuhn finden hier Nahrung und Deckung vor Greifvögeln. Indem Blühflächen vielen Tierarten als „Straßen“ dienen, vernetzen sie Lebensräume und Biotope.
Auch im Bereich der Nutztierhaltung stehen die Brandenburger Landwirte für eine große Vielfalt. Hierzu zählt die Haltung von Kühen, Hausschweinen, Schafen, Ziegen, Kaninchen, Hühnern, Enten und Gänsen. Unter ihnen auch vom Aussterben bedrohte Rassen, wie beispielsweise das  Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind,  das Deutsche Edelschwein, Skudden sowie das Merinofleischschaf. Alte Nutztierrassen sind Teil unseres Erbes, aber auch eine wichtige genetische Reserve, die es zu bewahren gilt.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92