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Kräftig sprudelnde Milchquelle für die Mark |
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Die Molkereigenossenschaft Karstädt e.G. wird von Milcherzeugern der Region, aber auch aus dem benachbarten Mecklenburg-Vorpommern beliefert.

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Wer unsere Hauptstadt über die Autobahn A 24 in Richtung Nordwesten mit dem Fahrtziel Hamburg oder Rostock verläßt, passiert wenige Kilometer hinter dem Dreieck Havelland die unsichtbare Grenze zum Landkreis Ostprignitz-Ruppin. In einem großen Oval umschließt diese die Städte und Städtchen Fehrbellin, Neuruppin, Rheinsberg, Wittstock, Kyritz und Neustadt (Dosse). Weiter nach Hamburg – das Dreieck Wittstock liegt hinter uns – durchfahren wir den nördlichen Zipfel des Landkreises Prignitz, der zu DDR-Zeiten Mecklenburg zugeordnet war. Zu ihm gehören die Kreisstadt Perleberg, aber auch Wittenberge, Bad Wilsnack, Pritzwalk, Meyenburg und das kleine Karstädt. Den Kreis begrenzt im Süden der Flußlauf der Elbe, im Westen die schmale Spitze zwischen Elbe und ihrem Nebenfluß Löcknitz.
Beide Landkreise im äußersten Nordosten des Landes Brandenburg, die mit der Territorialreform Ende 1993 aus fünf Altkreisen entstanden sind, zählen zur brandenburgischen Region Prignitz-Ruppin. Dieses eiszeitlich geformte Gebiet von landschaftlicher Schönheit ist geprägt durch den Wechsel von Laub- und Nadelwäldern, von Wiesen, Weiden und Feldern, alten Alleen, zahlreichen Flüßchen und Bächen, von Feuchtniederungen und mehreren Seengebieten. Mit etwa 4.600 Quadratkilometern ist es fast doppelt so groß wie das Saarland, indes deutlich dünner besiedelt. In beiden Landkreisen leben rund 215.000 Menschen, nur 47 Einwohner je Quadratkilometer. |
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Transrapid würde Gebiet durchqueren
Für den Verkehr ist die Region gut erschlossen, was sowohl der industriellen Entwicklung als auch der Landwirtschaft zugute kommt. Weitere Arbeitsplätze versprechen sich die Prignitzer beispielsweise in und um Perleberg vom bundesweit bekannten, von Umweltschützern sowie einigen Verkehrsexperten freilich vehement abgelehnten Hochtechnologie-Projekt Transrapid Berlin-Hamburg, dessen Trassenführung dieses Gebiet auf mehr als 80 Kilometer durchqueren würde. Nahe der Stadt soll dann ein Instandsetzungswerk entstehen.
Je nach Standort finden die Landwirte in der Region recht unterschiedliche Produktionsbedingungen vor: Leichte sandige Böden (einige Standorte wurden vor längerer Zeit nur noch für tauglich befunden, einen Truppenübungsplatz herzugeben), aber auch etwas bessere lehmige Äcker. Im Durchschnitt liegt die Ackerzahl bei 32. Prägend für ganze Landstriche sind indes auch feuchte Ebenen, verbreitet auf Niedermoorgrund, die erst nach umfangreicher Entwässerung nutzbar gemacht werden konnten.
Zu nennen ist hier insbesondere das Luchgebiet um Fehrbellin, einen Ort, der durch den Sieg von Brandenburger Truppen über die Schweden (1675) weithin bekannt wurde. Hier herrschen ausgedehnte Wiesen und Weiden, durchzogen von vielen wasserregulierenden Gräben und Kanälen, nach Westen hin vor, bis über Wusterhausen und Neustadt (Dosse) hinaus. Östlich reichen die Ausläufer des Rhinluchs, das wiederum an das südlichere Havelländische Luch (Landkreis Havelland) anschließt, bis Fehrbellin heran.
Großteil des Grünlandes extensiv genutzt
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 Jährlich treffen sich die Züchter zur Prignitzer Kreistierschau in Gulow. Gerade für die leistungsstarken Milcherzeuger der Region ist diese eine günstige Gelegenheit, ihre Spitzentiere zu präsentieren.
 Um züchterischen Nachwuchs muß den Prignitzern ganz offensichtlich nicht bange sein. Die Mädchen und Jungen dürfen bei keiner Veranstaltung fehlen und haben längst schon Routine beim Vorführen der Jungrinder.
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Nicht von ungefähr gilt die Region Prignitz-Ruppin als Milchader Brandenburgs: Fast ein Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landes findet sich hier, nämlich 268.000 Hektar (133.100 ha sind Wald- und 11.300 ha Wasserflächen), und der Anteil des Grünlandes daran beträgt immerhin 28 Prozent. Schwerpunkt für die Bauern sind folgerichtig die Milch- und die Rinderproduktion. Knapp ein Viertel der im Lande erzeugten Milch kommt aus der Region Prignitz-Ruppin.
Etwa 32 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen (LF) werden von Familienbetrieben oder Personengesellschaften, die übrigen 68 Prozent von umgebildeten oder neu gegründeten Unternehmen in Form juristischer Personen bewirtschaftet. In der Feldwirtschaft, auf vielerorts nicht übermäßig fruchtbarem Acker (10,7 Prozent davon waren 1998 still-gelegt), bauen sie vor allem Getreide, Silomais, Ölsaaten, Eiweiß- und Futterpflanzen sowie Hackfrüchte an. Das Anbauverhältnis schwankte von Jahr zu Jahr, je nach Marktlage und den gültigen EU-Regelungen. Zugenommen hat die Produktion beihilfeberechtigter Kulturen. Bei relativ günstiger Witterung brachten Getreide, Mais und Hackfrüchte 1998 eine gute Ernte. Der anerkannte ökologische Landbau hat in der Region mittlerweile einen Anteil von 3,8 Prozent an der LF erreicht; rund 40 Prozent des Grünlands werden extensiv genutzt.
Nach einem geradezu dramatischen Rückgang der Tierbestände in der Folge des politischen Umbruchs ist seit wenigen Jahren wieder ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Nach Zählung 1997 betrug die Zahl der Rinder 167.500 Stück, davon waren 50.142 Milch- und 23.704 Mutterkühe (26 Prozent aller Mutterkühe Brandenburgs!). Ferner zählte man über 27.100 Schafe (davon fast 19.000 Muttern) und 101.300 Schweine sowie 2.650 Pferde und 467.360 Stück Geflügel. |
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Neustädter Pferdezucht mit großer Tradition
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 Neustadt an der Dosse wird als die Stadt der Pferde bezeichnet. Hier hat das Brandenburgische Haupt- und Landesgestüt seinen Sitz und hier finden hochkarätige Veranstaltungen statt.
 Das Neustädter Gestüt ist für Hengstzüchter in ganz Deutschland zu einer gefragten adresse geworden. Jährlich werden dort in zwei Durchgängen im 100-Tage-Test je 40 Junghengste geprüft. Neben der Hengstleistungsprüfung sind auch die Neustädter Pferdetage ein besonderer Magnet. Die Neustädter Besamungsstation ist zugleich eine von vier anerkannten Statione im Land.
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Erheblich gestiegen ist in den letzten Jahren die Milchproduktion. Bei einer durchschnittlichen Leistung von rund 6.500 kg je Kuh und Jahr und einer Milchquote von 1.130 kg je ha LF wurde die Referenzmenge in der Region im Produktionsjahr 1997/98 erstmals deutlich überschritten. Im Einzugsbereich der Molkereigenossenschaft Karstädt wurde eine »Superabgabe« von zwei Millionen DM erhoben. Über die Milch hinaus dienen vielerorts die Schweine-, Schaf- und Geflügelhaltung, aber auch die Binnenfischerei als willkommene Erwerbsquellen. Die im Lande bekannte Märkische Puten GmbH Gühlen Glienicke mit ihren 87.000 Aufzucht- und Haltungsplätzen, nördlich von Berlin angesiedelt, bietet zum Beispiel Arbeitsplätze für 110 Beschäftigte.
Eine lange, von Erfolgen gekrönte Geschichte hat die Pferdezucht in der Region. Für Neustadt (Dosse) ist sie das Markenzeichen. In dieser Stadt der Pferde ist der Sitz des Brandenburgischen Haupt- und Landesgestüts. Schon 1694 wurde es von Landgraf Friedrich II. von Hamburg gegründet. Preußenkönig Friedrich-Wilhelm II. setzte die züchterische Tradition mit der Errichtung des Friedrich-Wilhelm-Gestüts (heute Hauptgestüt) und eines Hengstdepots, dem Gestüt Marshall Lindenau (heutiges Landesgestüt), fort. In unseren Tagen sind für viele Besucher aus nah und fern die Neustädter Pferdetage ein besonderes Erlebnis. Sie finden jedes Jahr an vier Wochenenden im September und Oktober statt. Dressur- und Schaubilder, Hengstparaden und Reiterbälle bieten nicht nur Pferdekennern und -liebhabern Genuß fürs Auge. Gäste der Region können mit einer historischen vierspännigen Postkutsche des Gestüts zwischen Neustadt (Dosse) und Rheinsberg – mitten durch die Ruppiner Schweiz – hin und her reisen. |
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Viel in Verarbeitung investiert |
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So wie sich Pflanzen- und Tierproduktion stabilisierten, konnte sich auch die Verarbeitungsindustrie positiv entwickeln. Beispielsweise wurde in den beiden größten Stärkefabriken des Landes Brandenburg, die in der Region angesiedelt sind, kräftig investiert: Sowohl in der AVEBE Prignitz Stärke/Wendland am Standort Dallmin als auch in der Emsland Stärke, Werk Kyritz. Nunmehr können dort jährlich – je nach Stärkegehalt – zusammen zwischen 650.000 und 700.000 Tonnen Stärkekartoffeln verarbeitet werden. Um auf dem hart umkämpften Markt mithalten zu können, haben auch die Molkereigenossenschaften in Wittstock und Karstädt modernisiert. Beide kaufen jährlich immerhin rund 330.000 Tonnen Rohmilch auf und verarbeiten sie zu einer breiten Produktpalette.
Erhebliche Investitionen gab es in den vergangenen Jahren zudem in der Fleischverarbeitung. Neu gebaut wurde der Schlachtbetrieb Quitzow der Norddeutschen Fleischzentrale und die Hakenberger Fleisch GmbH. Die Färber Großschlächterei GmbH in Neuruppin unterzog sich einer umfassenden Modernisierung. Desgleichen die Märkische Truthahnspezialitäten Wusterhausen GmbH, wo 66 Beschäftigte Putenerzeugnisse für Industriekunden produzieren. Hier konnte man die Produktion von 2.000 Tonnen im Jahre 1991 auf derzeit 6.000 erhöhen. Aufgrund dieser erfreulichen Entwicklung und wegen steigender Nachfrage ist eine Kapazitätssteigerung auf 8.000 Tonnen sowie weitere Spezialisierung vorgesehen. |
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Zunehmend werden in beiden Landkreisen nachwachsende Rohstoffe angebaut, verarbeitet und vermarktet. Weitere Fortschritte auf diesem Gebiet sollen einige wichtige Projekte bringen: So will die Naturfaser GmbH Pritzwalk Flachs- und Hanfstrohfasern in der ersten Verarbeitungsstufe herstellen; angestrebt werden maximal 10.000 ha Anbaufläche. Des weiteren wird in der Bio Diesel GmbH Wittenberge eine Anlage zur Produktion von Rapsmethylester aufgebaut. Sie soll jährlich etwa 60.000 Tonnen Biodiesel liefern. Dafür wird künftig Non-Food-Raps von rund 30.000 ha Fläche gebraucht. Die Agrargenossenschaft Rheinsberg plant die Produktion von Roggenfaserplatten in einer großtechnischen Anlage, die für Bau- und andere Zwecke angeboten werden sollen. Und im Futtermitteltrockenwerk GmbH Demerthin will man in Zukunft Heizenergie und Strom für den Betrieb der eigenen Anlage – überschüssigen Strom auch für den Verkauf – aus Holzhackschnitzeln gewinnen. Kernstück des Vorhabens ist ein Block-Heizkraftwerk.
Neue Erwerbsfelder werden erschlossen |
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 Der dramatische Rückgang der Tierbestände konnte gestoppt werden. 1997 wurden in der Region 101.300 Schweine sowie 27.100 Schafe, darunter fast 19.000 Muttern, gezählt.
 Eine typische Prignitzer Weidelandschaft. Hiesige Betriebe haben sich zur Erzeugergemeinschaft Prignitzer Weiderind zusammengeschlossen, um das Fleisch der hier gehaltenen Vierbeiner zu vermarkten.

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Die landwirtschaftlichen Unternehmen der Region suchen verstärkt nach weiteren alternativen Erwerbsmöglichkeiten. Daher befinden sich Direktvermarktung und märkische Bauernmärkte wie die in Wittenberge und Herzsprung ebenso im Aufwind wie die Angebote für Urlaub auf dem Bauernhof. Zu den erfolgreich etablierten Erwerbsnischen zählt unter anderen die Pilzkulturen Gebr. Wesjohann GbR in Tornow, ein Unternehmen der Wiesenhof Pilzland Gruppe. Diese 1991/92 errichtete moderne Champignon-Zuchtanlage mit 35 Mitarbeitern produziert wöchentlich etwa 30 Tonnen Frischpilze, die über eine Vertriebsgesellschaft im Großraum Berlin vermarktet werden.
Große Bedeutung hat der Natur- und Landschaftsschutz in der Region Prignitz-Ruppin. In den letzten Jahren wurde eine Reihe entsprechender Gebiete neu ausgewiesen: Gegenwärtig verfügt die Region über sechs Landschafts- sowie über 28 Naturschutzgebiete, die überwiegend bereits festgesetzt sind oder sich im Ausweisungsverfahren befinden. Auf immerhin 4.080 Hektar, vornehmlich erhaltenswerte feuchte Grünlandniederungen, wirtschaften Landwirte in den engen Grenzen des Vertragsnaturschutzes. Ganz allgemein führte die Durchsetzung von Zielen des Naturschutzes in der Region Prignitz-Ruppin – wie vielerorts im Land Brandenburg – zu mehr oder weniger großen Einschränkungen der bisherigen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung. Das geschah nicht ohne Konflikte. Größtenteils indes wurden einvernehmliche Lösungen zwischen Landwirten und Naturschützern gefunden. Zumal das Gros der Bauern selbst an intakter Natur und Umwelt, der eigenen Existenzgrundlage, interessiert ist und die Böden entsprechend nutzt. |
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Prignitzer Elbtalaue wurde Biosphärenreservat
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 Überflutete Flächen und Reste uralter Auenwälder – Kennzeichen der Prignitzer Elbtalaue. Zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe betreiben im Biosphärenreservat Vertragsnaturschutz.
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Ein Landschaftsschutzgebiet von europäischem Rang ist der Naturpark Brandenburgische Elbtalaue im Landkreis Prignitz, der zum »Biosphärenreservat Elbtal«, einem 1998 von der Unesco verliehenen Titel, gehört. Hier steuert das Land auf gut 56.000 Hektar mit acht eingeschlossenen Naturschutzgebieten (rund 6.000 ha) Reste uralter Auwälder, breites Deichvorland und extensiv genutztes Grünland samt zugehöriger Fauna zum Biosphärenreservat bei. Dieses umfaßt ein insgesamt 3.750 Quadratkilometer großes und 400 Kilometer langes Gebiet von Sachsen-Anhalt über Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bis hinein nach Schleswig-Holstein – ein Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere.
Laut Unesco ist die mittlere Elbe einer der letzten naturnahen Flußabschnitte in Mitteleuropa, eine Modellregion für die nachhaltige Nutzung der Natur durch den Menschen. Mit der Namensgebung »Biosphärenreservat Flußlandschaft Elbe« für die Prignitz-Region setzte das Land Brandenburg als erster der fünf Elbanrainer im März 1999 den Unesco-Status nun auch auf Landesebene durch. Etwa 100 Agrarbetriebe sind hier inzwischen im Vertragsnaturschutz eingebunden und werden vom Umweltministerium mit jährlich rund 1,7 Millionen DM unterstützt. Bei verschiedenen Projekten wie der Pflege von Kopfweiden, dem Erhalt von Überflutungsflächen oder dem Regenerieren von Auwäldern arbeiten Fachleute auch mit Forschungseinrichtungen zusammen. |
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Storchenparadies Rühstädt mit 48 Horsten
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 Adebar ist längst so eine Art Markenzeichen für Rühstädt geworden. Aber auch in anderen Gemeinden, beispielsweise in Linum, wird die Ankunft der Störche mit Spannung erwartet.
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Etwa zehn Kilometer südlich von Wittenberge liegt unweit vom östlichen Flußufer und eingebettet ins Elbtal ein Ort, in dem sich Landwirtschaft und Natur gänzlich im Einklang befinden: Das Storchenparadies Rühstädt. Schon 1996 wurde die kleine Prignitz-Gemeinde zum »Europäischen Storchendorf« ernannt. 48 Horste zählt man derzeit im Ort; eine außergewöhnliche Konzentration, für deren Erhalt die Rühstädter einiges tun. Jahr für Jahr sind die Nestbauten zum größten Teil von Brutpaaren belegt. Alljährlich im Sommer, jeweils am letzten Wochenende im Juli, findet im Dorf das Storchenfest statt. Von überallher aus der Bundesrepublik kommen Besucher zu diesem Ereignis (1998 kamen ganzjährig etwa 70.000 Touristen). Der »Storchenclub Rühstädt e.V.« organisiert an allen drei Tagen Storchenführungen, Naturwanderun- gen und Diskussionsrunden, verschiedene Kulturveranstaltungen und Ausstellungen. |
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In der Region Prignitz-Ruppin findet man landschaftliche Vielfalt in solch einzigartiger Harmonie und Naturbelassenheit wie kaum anderswo. Der natursüchtige Städter, die Reisegesellschaft, aber auch der Wanderer trifft hier auf das, was Theodor Fontane in seinen »Märkischen Wanderungen« beschrieb: Verhaltene Landschaft, geprägt von Kiefern- und Buchenwald, durchzogen von Flüssen und Seen. Es mag sich seitdem manches geändert haben, doch der natürliche Reiz dieses dünn besiedelten Landstrichs blieb erhalten. Auch ein Jahrhundert nach Fontanes Beschreibungen bietet er vielerlei Möglichkeiten zur Erholung. Denn Hektik und Streß der Großstädte sind Fremdworte in dieser Gegend; der Wochenendtourist wie der Urlauber kann landschaftliche Schönheit genießen oder die einzigartige Atmosphäre zumeist geduckter Dörfer und Städte mit vielerorts bemerkenswerten Kirchen und anderen Baudenkmälern.
Zum Schwedenspektakel nach Wittstock |
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 Das Dörfchen Kampehl unweit von Neustadt kann mit einer Attraktion aufwarten. Hier liegt die Mumie des Ritters Kahlbutz.
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Empfehlenswert und reizvoll sind Wanderungen beispielsweise auf dem Elbdeich bei Wittenberge, um die Kyritzer Seenkette oder die Ruppiner Gewässer. Auch die schönen Flecken der Ruppiner Schweiz lohnen den Besuch. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das Radfahren auf naturbelassenen Radwanderwegen, das Baden, Rudern, Segeln oder Angeln in und auf den zahlreichen Seen oder Flüssen, das Pilzesammeln oder auch Jagen in den ausgedehnten Waldgebieten. Überdies sind in den letzten Jahren viele, über die ganze Region verteilte Reiterhöfe und Landpensionen entstanden. Sie laden besonders Familien mit Kindern zum erlebnisreichen Urlaub ein. |
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Wem Natur allein zu ruhig ist, dem bieten die publikumswirksamen städtischen und ländlichen Feste im zumeist historischen Rahmen interessante Abwechslung. Gern informieren die regionalen Fremdenverkehrsbüros über Orte und Termine. Genannt seien das mittelalterlich gestaltete Fest auf der Plattenburg bei Bad Wilsnack, das Bassewitzfest in Kyritz, der Martinimarkt in Neuruppin und das alle zwei Jahre stattfindende Schwedenspektakel in Wittstock, das an den Sieg der Schweden über das sächsisch-kaiserliche Heer im 30jährigen Krieg erinnert.
Weit über die Grenzen der Region, ja ganz Brandenburgs hinaus bekannt ist das idyllische Städtchen Rheinsberg, nur 90 Kilometer nördlich von Berlin gelegen. Hier harmonieren Natur und Kultur besonders eindrucksvoll. Das berühmte Rokoko-Wasserschloß am Grienericksee, einst für den jungen Preußenprinzen Friedrich, den späteren König Friedrich II., von Baumeister Knobelsdorff hergerichtet, bietet eine malerische, unverwechselbare Kulisse. Es ist Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern. Beliebt sind vor allem die Rheinsberger Musiktage. Im Jahr 1999 findet hier bereits zum neunten Mal das Opernfestival »Kammeroper Schloß Rheinsberg« statt.
Kulturelles Zentrum in Netzeband |
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 Der 1992 gegründete und gegenwärtig 76 Mitglieder zählende Landfrauenverein e.V. Pritzwalk und Umgebung engagiert sich für die Ausgestaltung von Dorf- und Erntefesten. Er versteht sich aber auch als Vertretung der Frauen im ländlichen Raum, wenn es um kommunalpolitische Fragen geht.
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Immer mehr zum Ausflugsziel wird überdies das unweit der Fontanestadt Neuruppin gelegene Dorf Netzeband. Nach der Wende kam Leben in den verschlafenen Straßenflecken. Die Temnitzkirche wurde liebevoll restauriert. Mit Unterstützung eines Fördervereins wurde sie zu einem Zentrum für Kunst, Kultur und Natur. Ganzjährig finden in ihr Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Seit 1996 steht alljährlich der neu gestaltete Gutspark für einen Theatersommer offen. Den touristischen Bereich brachte das Landhotel »Märkische Höfe«, das in den wunder-schön restaurierten Gebäuden alter Bauernhöfe untergebracht ist, »auf Schwung«.
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Viele Sehenswürdigkeiten wären noch zu nennen: So das Kloster Heiligengrabe, das Denkmal zur Schlacht bei Fehrbellin in Hakenberg oder die Mumie des Ritters von Kahlbutz in der Kirche von Kampehl, einem Dörfchen nahe Neustadt (Dosse). Einen Besuch wert sind zudem der Heimattierpark Kunsterspring und der Tierpark Perleberg, aber auch der Waldpark Hainholz mit seiner Wald- und Naturschutzwacht. Dies ist indes nur eine kleine Auswahl aus einem umfangreichen Angebot. Weiterführende Auskünfte erhält der Besucher in den Touristik-Informationsstellen der Städte sowie von Fremdenverkehrsvereinen.
Vieles wurde in der Region Prignitz-Ruppin bereits getan, um Städte, historische Schauplätze und Gebäude zu bewahren beziehungsweise zu restaurieren. Für die Dorferneuerung und die Entwicklung des ländlichen Raumes wurden seit 1990 immerhin 156 Millionen DM an Fördergeldern bereitgestellt. Wenn es auch in vielen Dörfern und in der Tourismusbranche noch Nachholebedarf gibt, die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen. Es lohnt, sich auf Fontanes Spuren mit eigenen Augen davon zu überzeugen. | |
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