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Schlechteste natürliche Produktionsbedingungen, doch voller Reize |
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 In den Dörfern stehen solche Traditionen wie das Bemalen von Ostereiern hoch im Kurs.
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Die Suche nach besonders Typischem für die Region fällt nicht schwer. Da ist die Spreewaldgurke, die ihre spezielle Würze aufgrund einer ausgeklügelten – und aus gutem Grund auch wohlbehüteten – Rezeptur erhält.
Die köstliche Krumme steht für das von malerischen Wasserläufen geprägte Gebiet nordwestlich von Cottbus, das jährlich Tausende Touristen in seinen Bann zieht. Da ist aber auch der Braunkohlebagger, der auf der Suche nach dem »braunen Gold« über viele Jahrzehnte die Landschaft stark verändert hat. Wenngleich so mancher Tagebau inzwischen rekultiviert wurde und auch Erholungszwecken dient, wird das Kettenquietschen der stählernen Kolosse noch im nächsten Jahrtausend zu vernehmen sein. Denn hier liegt mehr als ein Fünftel von Deutschlands Braunkohlevorräten. |
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Und dennoch ist die Region im Südosten Brandenburgs weit vielfältiger, als daß man sich bei deren Charakterisierung auf die erwähnten Symbole beschränken könnte. Dafür ist die Landschaft zu unterschiedlich. Neben dem Spreewald und dem Lausitzer Becken- und Heideland, Schwerpunkt des Braunkohlenbergbaus, gibt es das Elbe-Mulde-Tiefland und das Ostbrandenburgische Heide- und Seengebiet. Nördlich und südlich des meist waldbedeckten Endmoränenrückens des Niederlausitzer Grenzwalls reihen sich landwirtschaftlich geprägte Beckenlandschaften und auf Schmelzwassersanden stockende Waldgebiete aneinander. Spree und Neiße schufen eindrucksvolle Durchbruchstäler durch den Lausitzer Landrücken. Es lohnt also durchaus, die Gegend zu entdecken.
Jeder vierte Brandenburger ist hier zu Hause |
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 Die Landfrauen aus der südbrandenburgischen Region haben sich ebenso der Traditionspflege verschrieben. Sie demonstrieren gern alte bäuerliche Handwerkstechniken wie das Buttern. Hier überzeugten sie die Besucher der Internationalen Grünen Woche in Berlin von ihrem Können.
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Doch auch die Geschichte der Region kann mit interessanten Fakten und Ereignissen aufwarten. Wer weiß schon, daß in Luckau eine der letzten Schlachten gegen Napoleon geschlagen wurde und in Herzberg Melanchthon gepredigt hat? Oder daß in Königs Wusterhausen der erste deutsche Kurzwellenrundfunk auf Sender ging? Zurück zur Gegenwart: Heute ist die Region mit mehr als 700.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste des Landes. Mehr als ein Viertel aller Brandenburger leben hier. Mit einer Gesamtfläche von rund 7.200 Quadratkilometern nimmt Lausitz-Spreewald zugleich den Hauptanteil ein, der ebenfalls bei etwa einem Viertel liegt. Die vier dazugehörigen Landkreise freilich sind unterschiedlich groß. Während Dahme-Spreewald (Kreisstadt ist Lübben) rund ein Drittel der Region ausmacht, ist Oberspreewald-Lausitz (»Hauptstadt« ist Senftenberg) der kleinste mit einem Anteil von 17 Prozent. Die Landkreise Elbe-Elster und Spree-Neiße mit den Städten Herzberg und Forst liegen dazwischen. Zwar kann man bei der Flächennutzung von einem annähernd ausgewogenen Verhältnis zwischen Landwirtschafts- und Waldfläche ausgehen (42 beziehungsweise 40 Prozent). Doch auch dieses ist regional recht unterschiedlich geprägt. Die Landwirtschaft spielt vor allem im Elbe-Elster-Kreis, im Süden des Kreises Dahme-Spreewald und im Spreewaldgebiet, wo seit Jahrhunderten Gemüseanbau betrieben wird, eine stärkere Rolle. |
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Rekultivierte Kippenflächen landwirtschaftlich genutzt |
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 Mit seinem Kahn bringt Landwirt Harald Wenske die frisch geernteten Spreewaldgurken vom Acker bei Lehde zu seinem Gehöft. Die schlanken Salatgurken in den Weidekörben werden an einheimische Gaststätten geliefert, die sie zu leckerem Gurkensalat verarbeiten. Per Kahn werden hier auch Rinder auf die Weide gebracht.
 Geschäftsführer Wolfgang Sawade vom Agrarbetrieb in Zinnitz-Groß Jehser: »Wer wie wir auf Kippengelände produziert, ist Kummer gewohnt.« Die armen, grundwasserfernen Böden lassen nur geringe Erträge zu.
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Die landwirtschaftliche Fläche der Lausitz beträgt 241.300 Hektar. Davon werden rund 183.500 ha (76 Prozent) als Ackerland und 56.800 Hektar (24 Prozent) als Grünland genutzt. Charakteristische Besonderheiten der Region sind neben dem Braunkohletagebau die auf den Kippenflächen entstandenen Bergbaufolgelandschaften. 51 Prozent der rekultivierten Kippenflächen sind zur landwirtschaftlichen Nutzung geeignet. Die Bergbauregion selbst umfaßt eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 42.000 Hektar. Diese, darunter 6.670 Hektar Rekultivierungsfläche, wird von 45 landwirtschaftlichen Betrieben im Haupt- und Nebenerwerb bewirtschaftet. Als problematisch dabei erweisen sich nicht nur die äußerst ertragsarmen Kippenstandorte, sondern auch Grundwasserabsenkungen und eine bergbaubedingte höhere Flächeninanspruchnahme. Je Hektar liegen die Einkommensverluste zwischen 200 und 500 DM für Grundwasserabsenkungen und 400 bis 600 DM für die Bewirtschaftung von Kippenflächen.
Zu den Betrieben, die unter diesen Bedingungen wirtschaften, gehört die Zinnitz-Groß Jehser GmbH& Co KG. Von den mehr als 1.500 Hektar, die sie bewirtschaftet, sind rund 1.000 Rekultivierungsfläche. Auf dem Anbauprogramm stehen neben Weizen, Gerste, Roggen und Triticale auch Mais, Öllein und Raps. Letzterer wird hier wegen seiner guten Vorfruchtwirkung besonders geschätzt. Zum 23 Mitarbeiter zählenden Betrieb gehören mehr als 700 Rinder, darunter 230 Milchkühe, und über 1.000 Zucht- und Mastschweine. Für die Wiederkäuer wurde ein neuer Boxenlaufstall geschaffen, rekonstruiert ist auch der Schweinestall. Obwohl die Preise für das Borstenvieh einer Fieberkurve gleichen und die für die Milch seit Jahren schon auf Talfahrt sind, läßt man sich hier nicht so schnell unterkriegen, wie Geschäftsführer Wolfgang Sawade versichert. »Wer wie wir auf Kippengelände produziert, der ist Kummer gewohnt.« |
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Plötzlich gibt der Acker nach
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 Dieses alte, liebevoll sanierte Fachwerkhaus der Familie Folkert Liebscher steht in Reichwalde, Dahme-Spreewald Kreis. Auch die Außenanlage kann sich sehen lassen, denn Folkert Liebscher ist als Landschaftsbauer und Pfleger ein Fachmann auf diesem Gebiet.
 In Golßen werden die aus dem Spreewald stammenden Gurken zu Konserven verarbeitet. Nach langen Auseinandersetzungen hat die Region einen geographischen Schutz für ihre Erzeugnisse Gurke und Meerrettich erhalten.
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Schon Mitte der 60er Jahre hatten die Lausitzer Bauern hier begonnen, die nach dem Kohleabbau wieder verfüllten Flächen zu bewirtschaften. Die armen, zumeist mit Kraftwerksasche versetzten und noch dazu grundwasserfernen Böden lassen nur bescheidene Erträge zu. So kommen in Zinnitz-Groß Jehser im Schnitt nur knapp 35 Doppelzentner Getreide vom Halm.
Außerdem ist immer wieder mit sogenannten Versackungen zu rechnen. »Plötzlich gibt der Acker nach, und es bilden sich tiefe Gräben oder kraterähnliche Löcher, in denen selbst ein Mähdrescher verschwinden würde«, berichtet Sawade. Zumeist sind nur die oberen Erdschichten verdichtet worden, so daß sich immer noch Hohlräume im Inneren befinden.
Für die hiesigen Landwirte gibt es somit viele Risiken und Unwägbarkeiten. Dennoch muß der Boden wieder in Kultur genommen werden, um die vielen vom Bergbau hinterlassenen Wunden zu verschließen. Außerdem sei es für ihn und seine Berufskollegen eine echte Herausforderung, unter solchen Bedingungen zu produzieren, erklärt Geschäftsführer Sawade. »Da muß man verstärkt mit humusmehrenden Pflanzen arbeiten, hauptsächlich Gras und Luzerne anbauen.« Überdies brauche es Fingerspitzengefühl, um die geeignetste Fruchtfolge zu ermitteln.
Dies trifft aber auch für andere Standorte der Lausitz zu, die die schlechtesten natürlichen Produktionsbedingungen innerhalb Brandenburgs hat. Der Anteil der Ackerfläche mit über 35 Bodenpunkten, auf der solche Fruchtarten wie Weizen und Zuckerrüben angebaut werden können, liegt in der Regel bei nur elf Prozent. Andererseits haben elf Prozent der Ackerfläche weniger als 23 Bodenpunkte. Auf diesen Böden können nur anspruchslose Kulturen mit geringen Ertragserwartungen angebaut werden. Rund 90 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen gelten als benachteiligtes Gebiet.
Das Ertragsniveau liegt bei den Hauptfruchtarten deutlich unter dem der neuen Länder, bei Kartoffeln wird es zu 70 Prozent erreicht, bei Getreide gar nur zu 65 Prozent. Zunehmend nutzen die Unternehmen ihre Ackerflächen extensiv. Bedingt durch die marginalen Böden, bietet sich für die Lausitz eine nachhaltig betriebene, standortgerechte Veredlungswirtschaft an. Die Landkreise haben im Vergleich zum Landesdurchschnitt hohe Bestände an Rindern, Schweinen und Geflügel und erreichen zum Teil überdurchschnittliche Leistungen. Vor allem das Borstenvieh und das Geflügel wird zumeist in Großanlagen gehalten. Die Entsorgung der Gülle sowie des Stalldungs erfolgt umweltgerecht über Ausbringeverträge. Dadurch kann auch wertvoller Dünger zur Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften bereitgestellt werden. |
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Der Gemüseanbau, nach der Wende stark zurückgegangen, soll wieder zu einer für die Region typischen Produktionsrichtung entwickelt werden. Zum Vergleich: 1989 lag er bei 10.000 Hektar, knapp zehn Jahre später nur noch bei 700 Hektar. Experten peilen perspektivisch eine Ausweitung der Anbaufläche auf 2.000 bis 2.500 Hektar an. Dies ist aber nur dann zu erreichen, wenn kontrolliert integrierte Produktionsweisen im Obst- und Gemüsebau betrieben und entsprechend gefördert werden. Ebenso bedarf es eines besseren Produktions- wie Vermarktungsmanagements.
Die Ausrichtung auf hoch spezialisierte Produktion hoher Stückzahl beispielsweise von Freilandgurken und Porree sind ebenso erforderlich wie die Erzeugung von Gemüsespezialitäten.
Kräfte der Natur kommen statt künstlicher Mittel zum Einsatz
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 Ein Wahrzeichen des Spreewaldes sind auch diese Heuschober. Sie werden nach erfolgreicher Trocknung mit dem Kahn abtransportiert.
 Mechanische Unkrautbekämpfung wie eh und je: Erich Siebert aus Lindenau eggt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit Hilfe der Vierbeiner die Kartoffeln. Dem Anbau der Erdknollen haben sich ebenfalls große Betriebe verschrieben.
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Die Agrargenossenschaft Unterspreewald e.G. ist eines der Unternehmen, die hier neue Wege gehen. Das in Dürrenhofe ansässige Unternehmen bewirtschaftet rund 3.000 Hektar am Nordrand des Spreewalds. Es ist der größte Feldgemüseproduzent der Region. Auf 90 Hektar werden Spargel, Kohl und Möhren, ebenso Einlege- und Schälgurken angebaut. Wie Helmut Richter, der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende versichert, ist es ein besonderes Anliegen, noch mehr der original Spreewälder Gurken herzustellen. »Die Qualität hat aber dabei Vorrang.«
Die Produktion des Gemüses wie auch von Getreide, Kartoffeln und Mais erfolgt streng nach den Kriterien des kontrollierten integrierten Anbaus. Dabei werden die jeweils standorttypischen Klima- und Witterungseinflüsse ebenso berücksichtigt wie ökonomische und ökologische Erfordernisse. Angebaut werden Sorten, die weitgehend resistent sind gegen Krankheit und Schädlingsbefall. Zwischenfrüchte helfen, Erosionen vorzubeugen und den noch im Acker vorhandenen Dünger zu nutzen. Die Bestellarbeiten sind darauf gerichtet, die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten, Verdichtungen aber zu vermeiden. Im Kern geht es darum, die Kräfte der Natur auszunutzen, um auf den Einsatz von künstlichen Mitteln weitgehend verzichten zu können.
Das Unternehmen beliefert mit seinem Gemüse die in der Region ansässigen Verarbeitungsbetriebe. Zugleich wurde aber auch ein Hofverkauf auf dem Betriebsgelände eingerichtet, wo ganzjährig die frische beziehungsweise konservierte Ware erworben werden kann. Die Agrargenossenschaft, die 50 Mitarbeiter beschäftigt und acht Lehrlinge ausbildet, hat sich zugleich der Tierhaltung verschrieben. Sie betreibt mit 2.300 Rindern Milchproduktion und Mast. Dadurch fällt ausreichend organischer Dünger an. Mit diesem werden die Ackerflächen versorgt. Zumeist extensiv bewirtschaftet, kommen hier weder chemisch-synthetische Pflanzenschutz- noch Düngemittel zum Einsatz. Helmut Richter: »Der Verbraucher will schließlich Produkte, die von rückstandsfreien Böden und Futtermitteln stammen.« |
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Wo dem Teufel die Ochsen durchgingen |
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 Die Agrargenossenschaft Drahnsdorf im Landkreis Dahme-Spreewald setzt auf den Anbau von Kartoffeln. Wilhelm Pietrzok ist mit der Qualität zufrieden. Anschließend werden die Speisekartoffeln sortiert und verpackt.
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Rund die Hälfte der Ackerflächen des Dürrenhofener Betriebs liegen in einem international anerkannten Schutzgebiet: dem Biosphärenreservat Spreewald. Seit 1990 trägt das 480 Quadratkilometer große Areal diesen Status. Mit seinem verwirrenden Labyrinth der Fließe stellt es eine in Europa einmalige Landschaft dar, die Lebensraum für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt bietet. Vor Jahrhunderten noch war die von rund 970 Kilometer Fließen durchzogene Niederung weitgehend von Wald bedeckt. Der Sage nach entstanden die Fließe, weil dem Teufel die Ochsen durchgingen und sie mit dem Pflug tiefe Furchen verursachten. Wahr ist, daß sich die Spree als Folge der Eiszeit vor rund 20.000 Jahren in ein feingegliedertes Netz teilte. Und daß die Menschen diesem Landstrich in mühsamer Arbeit Felder und Wiesen abrangen. Werden jedoch diese Flächen nicht weiter bestellt beziehungsweise gemäht, nehmen die Vorboten des Waldes, allen voran die Grauweide, sie wieder in ihren Besitz. Viele Tiere und Pflanzen würden dann ihre Lebensgrundlage und somit auch der Spreewald sein Gesicht verlieren. Gegenwärtig leben im Biosphärenreservat rund 18.000 Pflanzen- und Tierarten, von denen längst noch nicht alle erfaßt sind. Von den 1.600, die in den letzten Jahren kartiert wurden, stehen allein 585 auf der Roten Liste. |
| Darunter befinden sich Wassernuß, Knabenkraut und andere Orchideen. Nachgewiesen wurden zudem seltene Schmetterlinge, Muscheln, Schnecken, Lurche und Kriechtiere. Diese vielgestaltige und artenreiche Kulturlandschaft kann und muß durch eine umweltverträgliche Nutzung erhalten werden.Darüber gibt es Konsens. |
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 Auf den Flächen der großen Betriebe kommt der sogenannte »Gurkenflieger« zum Einsatz. Er trägt dazu bei, die schwere körperliche Arbeit beim Ernten des Gemüses zu erleichtern und sorgt auch für höhere Effektivität. Denn die Kosten spielen eine wichtige Rolle.
 Die letzte Kulturpflanze die jährlich im Spreewald geerntet wird, ist der Meerrettich. Er wird bis in den November hinein aus dem Boden geholt.
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Dennoch kam es bei der Landschaftsrahmenplanung zu Problemen, die die weitere Entwicklung der Landwirtschaftsbetriebe bedrohten. Die Gefahren konnten schließlich auch dank des Engagements des Kreisbauernverbandes Niederlausitz-Spreewald abgewendet werden. Eines der Ziele des Biosphärenreservates ist es, umweltschonende Bewirtschaftungsmethoden zu fördern. So gibt es beispielsweise Ausgleichszahlungen für die gezielte Grünlandmahd zum Schutz wiesenbrütender Vogelarten oder für extensive Weidewirtschaft mit Mutterkuhhaltung. Rund 180 Verträge wurden dazu mit den Landwirten abgeschlossen. Deren Betriebe jedoch weisen beträchtliche Unterschiede hinsichtlich Struktur und Größe auf. 95 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der »Biosphäre«, wie Einheimische sagen, werden von großen Unternehmen mit mehr als 800 Hektar bewirtschaftet. Andererseits gibt es Betriebe, die über weniger als 20 Hektar verfügen. Dazu gehören zwei Dutzend Landwirte in den Gemeinden Lehde und Leipe im inneren Spreewald. Sie nutzen die kleinen, nach wie vor nur mit dem Kahn zu erreichenden Flächen, um dort Gurken, Meerrettich oder Zwiebeln anzubauen. Auch Rinder, Schweine und Hühner werden hier noch gehalten. Diese Tätigkeit, reizvolles Fotomotiv für die zahlreichen Touristen, ist äußerst mühsam. Dafür sorgen die Bauern dafür, das gewachsene Landschaftsbild im inneren Spreewald zu bewahren. Soll der Reiz und die Vielfalt dieser Kulturlandschaft auch in Zunkunft erhalten bleiben, müssen gerade die kleinstrukturierten Betriebe gefördert werden. Zumal sie keine Alternative haben, ihre Flächen zu vergrößern und effektiver zu produzieren. |
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Meerrettich auf einem halben Morgen |
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 Nebenerwerbslandwirt Gerd During aus Naundorf erntet sein Gemüse noch auf althergebrachte Weise. Auch die Gurken sind von Hand geschält.
 Helmut Bitzker aus Lehde gehört zu den Landwirten, die die kleinen Flächen direkt an den Fließen bewirtschaften. Hier wachsen vor allem Gurken, Meerrettich und Zwiebeln.
 Das Zampern ist ein jahrhundertealter sorbischer Fastnachtsbrauch, der seit einigen Jahren in den Spreewalddörfern wieder auflebt. Dabei wird vor den Gehöften getanzt, viel gesungen, zur Belohnung gibt es Eier und Schnaps.
 Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich solche regionalen Veranstaltungen wie der Arnsdorfer Pferde- und Bauernmarkt. Dabei kommen Tierliebhaber ebenso auf ihre Kosten wie Freunde von Geselligkeit.
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Dies gilt ebenso für den Nebenerwerbslandwirt Gerd During aus der Gemeinde Naundorf. Er bewirtschaftet fünfeinhalb Hektar, auf denen neben dem traditionellen Gemüse auch etwas Getreide und Mais, ebenso Kartoffeln und Rüben wachsen. Meerrettich, ebenfalls ein Markenzeichen der Region, gedeiht auf knapp einem halben Morgen. Das Gemüse wird per Hand geerntet, sein Getreide läßt During dreschen. Außer einer Presse für Stroh und Heu besitzt er keine weitere Technik. Denn diese würde sich nicht rechnen. Dafür sind die Flächen zu kleinparzelliert, und größere stehen zwischen den Fließen und Wasserläufen nicht zur Verfügung. Der 42jährige sieht es als seine Berufung an, diese traditionelle Tätigkeit fortzusetzen. Den hohen manuellen Aufwand dabei nimmt er in Kauf. Als ungerecht empfindet er es aber, daß es Prämien und Preisausgleichszahlungen erst ab einer bestimmten Größe gibt. »Das muß korrigiert werden, wenn es weiterhin auch unsere Nebenerwerbsbetriebe im Spreewald geben soll.«
Um die wirtschaftlichen, sozialen und naturräumlichen Funktionen der Region zu sichern, ist eine flächendeckende Landwirtschaft weiter unverzichtbar. Eine landschaftsangepaßte, kleingliedrige landwirtschaftlich-gärtnerische Flächennutzung gehört ebenso dazu wie eine großbetriebliche. Neben der Bewirtschaftung rekultivierter Kippenflächen des Bergbaus geht es auch um eine angepaßte Nutzung in Schutz- und Schongebieten. Diese Vielfalt ist besonders typisch für die Region Lausitz-Spreewald. Sie weiter zu erhalten, hat sich die berufsständische Interessenvertretung, insbesondere der Kreisbauernverband Niederlausitz-Spreewald, auf die Fahnen geschrieben.
Wer noch mehr über die südbrandenburgische Region erfahren und sich gar ein eigenes Urteil bilden möchte, ist hier jederzeit willkommen. Zu empfehlen ist beispielsweise die Dauerausstellung »Haus für Mensch und Natur«, die sich mit dem Entstehen der Kulturlandschaft Spreewald beschäftigt. Sie ist in der Verwaltung des Biosphärenreservates in Lübbenau, Tel. 03542/892110, untergebracht.
Wer sich für Arznei- und Gewürzpflanzen interessiert, befindet sich im gleichnamigen Garten der Stadt Burg im Oberspreewald an der richtigen Adresse. Weitere Hinweise gibt der Fremdenverkehrsverband Lübben und Umgebung e.V., Tel. (0 35 46) 30 90.
Doch ist der Spreewald, wie bereits erwähnt, bei weitem nicht das einzig Sehenswerte. Es lohnt sich auch ein Besuch des Naturparks Niederlausitzer Landrücken. Jener beginnt nur wenige Kilometer südwestlich des Biosphärenreservates Spreewald. 580 Quadratkilometer groß, beherbergt er eines der größten zusammenhängenden und kaum zerschnittenen Waldgebiete im Süden. Zu entdecken sind Mühlen, Herrenhäuser und historische Bauernhöfe wie der Höllberghof bei Langengrassau. Der Dreiseitenhof aus Holz, Lehm, Stein, Schilf sowie Stroh wurde 1991 nach altem Vorbild errichtet und ist eine Forschungs- und Umweltbildungsstätte. Zugleich wird hier altes Brauchtum gepflegt, indem solche Handwerkstechniken wie das Spinnen und Filzen vorgeführt werden (Tel. 03 54 54/74 05).
Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft wiederum, an der Grenze zu Sachsen gelegen, überrascht mit den verschiedenartigsten naturnahen Landschaften, darunter Mooren, Bruchwäldern und natürlich der Heide, die im Herbst violett blüht. Aber all das kann man gar nicht auf einmal kennenlernen.
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