Die Getreideernte 2010 in Brandenburg beginnt- Trockenheit drückt die Ernteaussichten
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In Brandenburg beginnt dieser Tage die Druschkampagne 2010. Auf knapp 504.000 ha wird in Brandenburg Getreide angebaut.
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Im Herbst gab es sehr feuchte Aussaatbedingungen, einen frühen langen Winter mit viel Schnee und damit einen späteren Vegetationsbeginn im Frühjahr. Die Bestände starteten mit einem Vegetationsrückstand von 2 Wochen ins deutlich zu kalte Frühjahr. Im April gab es kaum Niederschlag. Mais, Kartoffeln und Sonnenblumen litten sehr unter den kalten Temperaturen, Spätfröste Ende Mai schädigten den Mais. Im Mai dann Starkregen (90 mm) und im Juni fast kein Regen (10 mm), Hitze und Trockenheit setzen weiterhin den Beständen zu.
Während bei der Gerste hohe Verluste aufgrund der Trockenheit erwartet werden, scheint der Roggen, der die Hauptfrucht in Brandenburg darstellt, mit den Wetterkapriollen in diesem Jahr noch am besten klar zu kommen. Die Getreidequalitäten werden durch die Bank als schlecht eingestuft. Die Hitze und der fehlende Regen führen zu einer verstärkten Ausbildung von Schmachtkörner.
Berücksichtigt man den Rückgang der Anbaufläche, sind mit immerhin 600.000 Tonnen weniger als im Vorjahr zu rechnen.
Die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen vermiest mittlerweile vielerorts die Erwartungen, so dass eher von unterdurchschnittlichen Erträgen ausgegangen werden muss. Viele Landwirte hoffen nun, dass die geringeren Erträge durch höhere Erzeugerpreise aufgefangen werden könnten. Erste Anzeichen stimmen da optimistisch. Die Preise stehen heute ca. 20 - 25 % über dem superschlechten Vorjahresniveau. Dürresituationen in Russland, der Ukraine und China und der schwache Euro tragen dazu bei.
DieKostenbelastungen zur Ernte für Düngemittel- und Agrardiesel, fielen imVergleich zum Vorjahr moderater aus. Dank der Beibehaltung derAgrardieselsteuerabsenkung können deutsche Landwirtschaftsbetriebe auch wiederetwas konkurrenzfähiger am Markt agieren. Trotzdem zahlen deutsche Landwirteimmer noch den höchsten Steuersatz auf Agrardiesel in der EU. Hier mussdringend an einer EU-weiten Harmonisierung gearbeitet werden, um keineWettbewerbsverzerrung zuzulassen.
Erntetelegramm des LBV Brandenburg
zum Start der Getreide- & Ölfruchternte 2010 in Brandenburg
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Ausgangssituation/Wachstumsbedingungen:
·               sehr feuchte/z.T. nasse Aussaatbedingung im Herbst (suboptimal für Saatbereitung)
·               früher langer Winter mit viel Schnee, später Vegetationsbeginn im Frühjahr, Bestände starten mit Vegetationsrückstand von 2 Wochen ins Frühjahr, dass deutlich zu kühl ist
·               April kaum Niederschlag (Mittel: 12 mm) und weiterhin kühl, führte zu ersten Schäden
·               Mais, Kartoffeln und Sonnenblumen litten sehr unter den kalten Temperaturen, Spätfröste Ende Mai schädigten Mais (z.B. in der Prignitz, teilweise Umbruch und Neuansaat nötig)
·               im Mai Auftreten von Starkregenereignissen, Niederschlagsmenge Mai ca. 90 mm
·               kaum Regen im Juni (10 mm), Hitze und Trockenheit setzen weiterhin Beständen zu
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Anbausituation:
·          Getreideanbaufläche rückläufig
·          Anbaufläche für Öl- & Eiweißpflanzen leicht ausgedehnt
·          Maisanbaufläche auf hohem Niveau
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Kulturart
Anbaufläche [ha] 2009
Anbaufläche [ha] 2010
Diff. zu 2009 [%]
Winterroggen
226.200
206.600
-9
Winterweizen
141.600
153.900
+9
Wintergerste
84.500
73.700
-13
Sommergerste
5.200
5.100
-2
Wintertriticale
50.900
49.200
-3
Hafer
12.500
9.200
-26
Getreide (gesamt)
519.677
503.900
-4
Winterraps
130.500
133.600
+2
Mais
143.300
155.300
+8
Ackerfläche
gesamt Brdbrg.
1.034.000
1.028.000
-6.000 ha
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg und Stat. Bundesamt
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Wintergetreide:
·          die Bestände sind gut über den langen Winter gekommen, AuswinterungsÂschäden traten nur vereinzelt auf
·          Trockenstress Ende April führte zu Zwiewuchs, Ertragsdepressionen von bis zu 20% werden auf ungünstigen Standorten in Süd-Brandenburg erwartet
·          schwache Kornausbildung, reduzierte Ähren führen zu einem hohen Schmachtkornanteil und einem geringen Tausendkorngewicht (QualitätsÂminderung)
·          die trockene Witterung zur Blüte hat zur Folge das Pilzerkrankung wie Mutterkorn oder Fusarien im Getreide dieses Jahr wohl kaum eine Rolle spielen werden
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Winterraps:
·               aufgrund der Witterung verlief das Abblühen sehr ungleichmäßig über einen weiten Zeitraum, was auch ein unregelmäßiges Abreifen der Schoten erwarten lässt
·               Rapsglanzkäfer stellten dieses Jahr kein nennenswertes Problem dar, da zu kühl im April, verschiedene Pflanzenschutzmittel standen in ausreichender Form zur Verfügung
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Sonnenblumen und Mais:
·            Sonnenblumen & Mais liefen wegen der langsamen Bodenerwärmung spät und unregelmäßig auf, die kühle Witterung und das fehlende Wasser Ende April verzögerten die Jugendentwicklung weiterhin beträchtlich,
·               die fehlenden Niederschläge im Juni setzen dem Mais weiter zu,
·              erste Maiszünsler im Süden Brandenburgs beobachtet, vereinzeltes Auftreten von Sklerotilia (Stängelfäule) in - durch Trockenheit stark geschädigten - Sonnenblumen
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Ernteeinschätzung:
·               z.Zt. beginnt die Gerstenernte, Anfang Juli die erste Wintergerste in Süd-Brandenburg gedroschen
·               stellenweise Lagergetreide, auch Ausfall bei Gerste zu beobachten, Grund Trockenheit,
·               LBV rechnet mit Erträgen unter dem 5-jährigen Durchschnitt, in der Uckermark werden Erträge von 60-80 dt/ha, auf den leichteren Standorten nur zwischen 20-40 dt/ha erwartet
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Kulturart
Erträge 2005-2009 [dt/ha]
Erträge 2009 [dt/ha]
Winterroggen
40,9
48,7
Winterweizen
60,6
68,9
Wintergerste
57,6
59,7
Getreide (gesamt)
46,9
55,6
Winterraps
35,3
41,1
Quelle: LBV und BMVEL
Preise:
·               Getreidepreise bewegen sich seit Mai aufwärts (der Rapspreis schon seit Jahresbeginn),
·               deutlich rückläufige Ernteprognosen für die Hauptproduzentenländer, Dürren in Russland und China führt zu einer verstärkten Exportnachfrage, ebenso der niedrige Euro
·               eine verstärkte Nachfrage nach Roggen kommt von Seiten der Ethanolproduzenten, die sich mit Rohstoffen eindecken, hier könnte die Entscheidung der Bundesregierung zu E10-Kraftstoff eine weitere Belebung am Markt bringen
Besonderheiten:
·               die Preise für Betriebsmitteln (z.B. Dünger) sind im Vergleich zum Vorjahr gefallen
·               Nachhaltigkeitsverordnung: Bauern müssen zur Ernte erstmals eine Selbsterklärung beim Erstaufkäufer abgeben
·               die Entfristung der Agrardieselbesteuerung ist ein erstes Zeichen der Bundesregierung um Landwirtschaftsektor EU-weit Konkurrenzfähig zu halten, Landwirte fordern weiterhin eine einheitliche Besteuerung von Agrardiesel in der EU
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„Der letzter Satz“ -> allgemeingeringere Erträge, aber Hoffnung auf steigende Preise
Durchschnittliche Niederschlagsmenge für das Bundesland Brandenburg
Durchschnittswerte ergeben sich aus den 7 Stationen (Wiesenburg, Neuruppin, Angermünde, Potsdam, Schönefeld, Lindenberg u. Cottbus)